Céline Pfister war erst 13, als sie starb. Nach tagelangem Cybermobbing über die Handy-App Snapchat hat sie im August 2017 Suizid begangen.

In ihrer Klasse an der Bezirksschule Spreitenbach AG war Céline aufgefallen. Durch ihre hellbraunen Locken, ihr gewinnendes Lachen und ihre guten Schulnoten. Sie wollte später an die Universität gehen und Recht studieren. Jetzt ist sie tot.

«Es braucht nur zwei Klicks, und dein Kind ist erledigt. Das ist Cybermobbing», sagt Mutter Nadya Pfister. Mit ihrem Mann Candid will sie die Erwachsenenwelt wachrütteln. Zeigen, dass Cybermobbing nicht vergleichbar ist mit Mobbing. Dass die Beschimpfungen 24 Stunden pro Tag dauern können.

Auf Instagram und Facebook kämpfen die Pfisters unter #célinesvoice gegen Cybermobbing. «Bis heute melden sich Jugendliche mit Sorgen, Fragen und Zuspruch bei uns», sagt Candid Pfister. Célines Eltern wissen, was es für Kinder bedeutet, wegen Social Media zu leiden. «Wenn auch nur ein Kind weniger versucht, Suizid zu begehen, haben wir unendlich viel erreicht», sagt Nadya Pfister.

Die Pfisters fordern einen neuen Straftatbestand Cybermobbing. Weil die beiden Jugendlichen, die ihre Tochter mit einem Intimbild mobbten, mit wenigen Tagen gemeinnütziger Arbeit davonkamen. «Das milde Urteil ist eine Einladung an Cybermobber.» SP-Nationalrätin Gabriela Suter hat nun wegen Céline eine parlamentarische Initiative eingereicht. «Dann müssen die Politiker endlich über den Straftatbestand diskutieren. Es muss sich etwas ändern», sagt Nadya Pfister. 

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