Diese Regeln gelten bei Ihrem nächsten Flug
Wegen hoher Brandgefahr verschärfen Airlines weltweit die Vorschriften für mobile Akkus. Auch wer mit der Swiss fliegt, muss sich ab sofort auf drastische Einschränkungen einstellen.

Veröffentlicht am 20. Juli 2026 - 10:53 Uhr

Brand im Flieger: Eine Powerbank löste das Feuer in einem Airbus A321 der Air Busan im Südkorea aus (Bild vom Januar 2025).
Ein verheerender Brand hat im Januar 2025 ein Flugzeug der Air Busan auf dem Rollfeld in Südkorea zerstört. Die Ermittler untersuchten die Wrackteile und fanden heraus: Es war höchstwahrscheinlich eine Powerbank, die das Feuer ausgelöst hatte.
Wegen der hohen Feuergefahr von Powerbanks hat die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) diesen März die Regeln für Passagiere weltweit verschärft, auch in der Schweiz. So dürfen an Bord von Swiss- und Edelweiss-Flugzeugen Handys, Tablets und Co. nicht mehr mit einer Powerbank geladen werden. Zudem darf man nur zwei der mobilen Ladegeräte im Handgepäck mitführen. Im aufgegebenen Gepäck sind sie ohnehin verboten. Elektronische Geräte können also nur noch über die Stromversorgung des Flugzeugs geladen werden – sofern es am Sitzplatz eine Steckdose oder einen USB-Anschluss hat.
Ausserdem verbieten die beiden Airlines ihren Fluggästen, Powerbanks in den Gepäckfächern über den Sitzen zu verstauen. Stattdessen müssen die Akkus im Fussraum oder in der Sitztasche des Vordersitzes liegen oder möglichst nah am Körper. Also dort, wo ein Feuer früh auffällt. Welche Regeln bei anderen Fluganbietern gelten, sollten Reisende vorgängig auf deren Website überprüfen.
Für den Luftfahrtexperten Hansjörg Bürgi ergeben diese Regeln sehr viel Sinn. Wenn die Powerbanks während des Transports beschädigt werden, können sie brennen. «Was man an Bord eines Fliegers nicht will, ist ein Feuer.» Im schlimmsten Fall führe der Brand zu einem Absturz, «im besten Fall zu einer Notlandung».
Das sind die Risiken von Powerbanks
Was passieren kann, wenn sich eine Batterie im Flugzeug entzündet, zeigt der eingangs erwähnte Vorfall in Südkorea. Im voll besetzten Flieger drangen plötzlich knackende Geräusche aus einem Gepäckfach, gefolgt von Rauch und Flammen. Die Maschine, die noch am Gate stand, wurde sofort evakuiert. Die obere Hälfte des Rumpfs brannte völlig aus.
Zwar gelten Lithium-Ionen-Batterien als sicher. Manche Powerbanks sind vom Dauereinsatz jedoch beeinträchtigt, andere wurden zu oft fallen gelassen und beschädigt. Oder sie stammen aus dubioser Billigproduktion. Solche Batterien können schlagartig in Brand geraten und lassen sich nur schwer löschen. Die Folge: bis zu 1500 Grad heisse Flammen und giftige Gase. Besonders perfid ist die Gefahr einer Kettenreaktion, bei der sich benachbarte Batteriezellen noch 20 Minuten später entzünden und sogar explodieren können, wie der «Spiegel» schreibt. «Diese Batterien sind wie kleine Kraftwerke», erklärt Luftfahrtexperte Bürgi zum Beobachter.
Diese kleinen Kraftwerke zählen an Flughäfen zu den sogenannten Dangerous Goods, den gefährlichen Gegenständen. Wenn Fluggäste diese Gegenstände nicht richtig verstauen oder mehr als erlaubt mitnehmen, muss das Sicherheitspersonal des Flughafens Zürich die Gefahrengüter beschlagnahmen: Im Jahr 2024 wurden zwischen 140’000 und 180’000 aus dem aufgegebenen Gepäck und nochmals 40’000 aus dem Handgepäck sichergestellt. Über die Hälfte dieser Gefahrengüter waren 2024 Batterien, Akkus und Powerbanks.
Hatten Sie auch schon unangenehme Erfahrungen mit Akkus? Erzählen Sie uns davon in den Kommentaren.
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