Die Situation von umweltbewussten Hausbesitzern lässt sich derzeit mit derjenigen eines Tresorbesitzers vergleichen, der vor seinem prall gefüllten Safe steht, aber die Zahlenkombination vergessen hat. Auch die Hausbesitzer wissen nämlich häufig nicht, wie sie an das Geld kommen, das eigentlich für sie bereitliegt. Denn Mittel zur Förderung von Sonnenkollektoren, Erdwärmesonden und energetischen Sanierungen sind reichlich vorhanden – das Problem ist bloss, sie zu finden.

Zum Beispiel in 8355 Aadorf. Dort kann das lokale Elektrizitätswerk neuerdings Geld für Energiesparmassnahmen und erneuerbare Energien verteilen. Die 7800-Seelen-Gemeinde in der westlichsten Ecke des Kantons Thurgau hat dazu einen Energiefonds eingerichtet. Wer in Aadorf Sonnenkollektoren montieren will, kann dafür mit einem Zustupf von 1000 Franken rechnen – und mit 2500 Franken vom Kanton. Immer wieder komme es aber vor, dass man Gesuche ablehnen müsse, weil die Gesuchsteller nicht im Einzugsgebiet des örtlichen Werks wohnten, sagt René Meier, Leiter Werke beim Elektrizitätswerk Aadorf: «Aber wir stellen ja selber fest, wie schwierig es ist, bei all den Förderprogrammen den Überblick zu behalten.»

Laien stehen oftmals noch ratloser vor dem Dickicht aus Förderbeiträgen, Klimarappen, Sonderaktionen für energieeffiziente Haushaltgeräte und Einspeisevergütungen. Ob man für ein Sanierungs- oder Neubauprojekt auch wirklich alle Fördergelder abholt, wird so für viele zum Glücksspiel. «Es gibt einen totalen Informationsdschungel», sagt auch Jürg Buri, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung. «Dabei wäre es ungeheuer wichtig, dass Hausbesitzer, die ihre Liegenschaften sanieren wollen, einfach und schnell zu den Informationen über Förderbeiträge kämen.»

Der Bund geht davon aus, dass die kantonalen Energiefachstellen über die jeweiligen Förderbeiträge informieren; er selber hat dabei lediglich koordinierende Funktion. «Die Konsumenten können sich bei diesen Fachstellen und in einigen Kantonen bei einer regionalen Beratungsstelle einen Überblick über die diversen Fördermöglichkeiten verschaffen und erfahren, was technisch und ökonomisch sinnvoll ist», erklärt Walter Steinmann, Direktor des Bundesamts für Energie. Dem ist nichts entgegenzusetzen – ausser dass die entsprechenden Stellen auf den Internetseiten der Kantone nicht immer einfach zu finden und zudem, wie zurzeit oft der Fall, durch die Anzahl der Anfragen hoffnungslos überlastet sind.

Einfach zu einer detaillierten Linkliste

Welcher potentielle Energiesparer und Sonnenenergienutzer hat sich nicht schon gewünscht, mit ein paar simplen Mausklicks an sämtliche Informationen zu kommen? Dies macht der Beobachter in Zusammenarbeit mit dem auf Energiefragen spezialisierten Medienbüro Oerlikon Journalisten jetzt möglich: Im Internet lässt sich eine Zusammenstellung sämtlicher gültigen Förderprogramme in der Schweiz abrufen. Der Schlüssel dazu ist die Postleitzahl der Ortschaft, in der die Anlage errichtet werden soll: Mit der Eingabe der vier Ziffern und einem Klick erscheinen im Handumdrehen die detaillierten Links zu den Unterstützungsprogrammen, die in der entsprechenden Gemeinde gelten.

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Da Programme irgendwann auslaufen und stets neue hinzukommen, wird die Übersicht ständig aktualisiert. «Die Website fügt sich ideal in unser Dienstleistungsangebot ein», sagt Balz Hosang, publizistischer Leiter des Beobachters. «Sie liefert enormen Nutzwert für all die Bauherren, die zugunsten der Umwelt investieren wollen. Das neue Angebot ergänzt damit die laufende Berichterstattung in unserem Hauptheft, in ‹BeobachterNatur› sowie auf unserer Homepage beobachter.ch.»