Geistige Fitness ist nicht ans Alter gebunden. Mit zunehmendem Alter können sich zwar die Hirngefässe verändern, sich etwa wegen Ablagerungen verengen und in ihrer Elastizität nachlassen, doch viel entscheidender als das Lebensalter und die damit verbundenen physiologischen Veränderungen ist der Trainingszustand des Gehirns. Er bestimmt, ob Denkfähigkeit und Gedächtnis nachlassen, auf gleichem Niveau bleiben - oder gar besser werden. Können Krankheiten ausgeschlossen werden, ist eine frühzeitige Verkalkung meist die Folge geistiger Unterforderung.

Dagegen hilft oft schon ein tägliches zehnminütiges Gehirntraining:

  • Trimmen Sie Ihre Sinnesorgane
    Seh-, Hör-, Tast-, Geruchs- und Geschmackssinn: Welche Geräusche hören Sie bei offenem Fenster? Wie schmeckt der morgendliche Kaffee Koffein 10 Fakten zu Kaffee ? Was für ein Gefühl ist es, mit der Hand über den Tisch zu fahren?
  • Trainieren Sie Ihre Merkfähigkeit
    Falls Sie Mühe haben mit Namen oder Telefonnummern, bauen Sie Eselsbrücken. Oder notieren Sie Dinge, die Sie oft vergessen. Indem man etwas aufschreibt oder zeichnet, visualisiert man Begriffe und verknüpft diese so mit vorhandenem Wissen. Optimieren Sie Ihre Konzentrationsfähigkeit: Streichen Sie zum Beispiel fünf Minuten lang alle «e» in einem Zeitungsartikel an, spielen Sie Schach oder Memory, jassen Sie oder lösen Sie täglich ein Sudoku.
  • Erhalten Sie Ihren Wortschatz
    Lösen Sie Kreuzworträtsel, spielen Sie Scrabble - und lesen Sie täglich Zeitung.

Bei täglichem Training stellt sich der Erfolg nach wenigen Tagen ein, wie eine Studie der Universität Erlangen zeigte: Die Testpersonen wiesen schon nach zwei Wochen einen um 15 Punkte höheren Intelligenzquotienten auf.

Ein gesunder Körper denkt mit

Es empfiehlt sich, das Gehirn auch bei Alltagshandlungen zu fordern: Lassen Sie etwa im Laden den Einkaufszettel einmal in der Tasche - an wie viele Produkte können Sie sich ohne Gedächtnisstütze erinnern? Und wie stehts mit Kopfrechnen?

Auch tägliche Bewegung hält das Gedächtnis fit. Wissenschaftler der Universität Illinois haben Studien ausgewertet, die über einen Zeitraum von 40 Jahren zum Thema Bewegung und Gehirnfunktionen gemacht wurden. Dabei zeigte sich: Wer Sport treibt , bremst den Alterungsprozess des Gehirns und kann sich vor Demenz schützen. Andere Studien lieferten Beweise, dass ältere Menschen, die regelmässig zum Fitnesstraining gehen, ein besseres Gedächtnis haben und schneller denken als sportlich untrainierte Gleichaltrige, denn bei körperlicher Betätigung werden im Gehirn neue Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen gebildet.

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Schon ein Spaziergang erhöht die Durchblutung des Gehirns um 14 Prozent, und die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses steigt um rund 20 Prozent. Der Gehirnleistung nicht förderlich ist dagegen TV-Konsum - während des Fernsehens ähneln die Gehirnströme denjenigen schlafender Personen.

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Geistig fit dank richtiger Ernährung

Ein Fünftel der täglichen Nahrung dient als Gehirnfutter. Wenn Sie richtig essen, steigert dies Ihre geistige Leistungsfähigkeit enorm. Befolgen Sie folgende Tipps:

  • Wasser
    Mittlerweile belegen unzählige Studien den Zusammenhang zwischen geistiger Leistungsfähigkeit und genügender Flüssigkeitsaufnahme. Sie benötigen täglich etwa 1,5 Liter Wasser, am besten regelmässig über den Tag verteilt.
  • Vitamin B1, B2, B6, Niacin und Folsäure
    Wer optimal mit diesen Nervenvitaminen versorgt ist, kann mit einer um etwa 25 Prozent besseren Schaltgeschwindigkeit der Hirnzellen rechnen. Decken Sie Ihren Bedarf mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Eigelb, Käse, Fisch und Fleisch. Streuen Sie täglich zwei bis drei Esslöffel Weizenkeime über das Joghurt oder das Müesli. Folsäure und andere B-Vitamine sind auch in Hefe, vegetarischen Brotaufstrichen auf Hefebasis und anderen Hefepräparaten wie Bierhefebouillons enthalten.
  • Vitamin C und E
    Diese Vitamine Kochen Rettet die Vitamine! stellen die Gehirndurchblutung sicher. Essen Sie reichlich Vitamin-C-haltige Zitrusfrüchte, Kiwis, Sanddorn, Johannisbeeren, Broccoli, Grünkohl, Peperoni und Kartoffeln, trinken Sie Orangensaft und Hagebuttentee. Viel Vitamin E liefern Nüsse und Samen, Obst und Gemüse sowie Pflanzenöle.
  • Eisen
    Eisen Ernährung Speisen mit Eisen ist ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen, die das Gehirn mit Sauerstoff beliefern. Eisenreich sind Fleisch, Eigelb und Innereien, Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, Hirse und Eier.
  • Proteine
    Eiweissmangel kann die geistige und die körperliche Leistungsfähigkeit vermindern und sogar Depressionen und Angstgefühle fördern. Mit 100 bis 120 Gramm Fleisch oder Fisch, mit zwei bis drei Eiern, mit 200 Gramm Hüttenkäse oder Quark oder mit 100 bis 120 Gramm Tofu oder Quorn Fleischlos glücklich 9 Alternativen zu Fleisch pro Tag ist der Eiweissbedarf gut gedeckt.
  • Blutzuckerspiegel
    Manche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Früchte, Gemüse, Salate, Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen und sättigen lange. Starke Blutzuckerschwankungen nach dem Genuss von Süssigkeiten oder Weissbrot dagegen machen müde und stören die Konzentrationsfähigkeit.
  • Omega-3-Fettsäuren
    Ein Mangel an den essentiellen Omega-3-Fettsäuren Omega 3 Fisch auf den Tisch! EPA und DHA kann die Konzentrationsfähigkeit verringern und müde machen. Essen Sie deshalb regelmässig ein- bis zweimal pro Woche Lachs, Hering, Sardellen oder andere fette Meeresfische. Auch Fischölkapseln oder Algenölkapseln können sinnvoll sein.
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Weitere Informationen und Trainingsmöglichkeiten

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