Unsere stellvertretende Chefredaktorin Lena Berger hat im letzten «Richtig wichtig»-Newsletter über das Gerechtigkeitsbarometer des Beobachters geschrieben. Und dabei eine Freundin zitiert, die von den hohen Kosten für den Mittagstisch ihrer drei Kinder erzählte. 1080 Franken im Monat kostet an Stadtluzerner Schulen gutverdienende Familien die Mittagsverpflegung für drei Kinder an drei Tagen die Woche. Also 30 Franken pro Mittagessen. Dafür könne sie in Luzern als Erwachsene mittags gut auswärts essen gehen, merkte Berger an. Familien mit wenig Einkommen zahlen nur 5 Franken für ihre Kinder pro Mittagessen.

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Eine Leserin stört sich an diesem Vergleich. Für sie zeigt er ein grundsätzliches Problem: Kinderbetreuung werde gesellschaftlich noch immer unterschätzt. «Sie ist eben nicht gratis, auch wenn unsere Gesellschaft das immer noch so sehen möchte», schreibt sie dem Beobachter.

Um diese Passage aus dem «Richtig wichtig»-Newsletter geht es:

Mehr als nur Essen und Aufsicht

Für die Leserin ist ein Mittagstisch keine «Futterkrippe», sondern professionelle Betreuungsarbeit. Kinder würden dort nicht einfach verpflegt. Betreuungspersonen seien Ansprechpersonen, trügen Verantwortung und begleiteten Kinder durch den Alltag. Oft unter hoher Belastung und für vergleichsweise tiefe Löhne. Man bezahle also nicht nur das Essen und die Infrastruktur, sondern auch die Arbeit von Menschen, «die das Kind betreuen, heisst: ein bis zwei Stunden für das Kind da sind, für seine Sorgen, Launen, Fragen». 

Die Erwartung, dass Kinderbetreuung günstiger sein müsse, hänge auch mit einem «romantischen Denken» zusammen, schreibt sie. Kinderbetreuung werde oft als etwas «Härziges» wahrgenommen und nicht als anspruchsvolle Arbeit.

Wie erleben Sie die Diskussion rund um Kinderbetreuungskosten?

Wie viel zahlen Sie für das Mittagessen im Hort? Finden Sie den Betrag angemessen? Ist es richtig, dass Gutverdienende so viel mehr zahlen? Und: Wird Care-Arbeit in der Schweiz zu wenig wertgeschätzt, oder sind die Kosten vieler Angebote tatsächlich zu hoch? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und diskutieren Sie in der Kommentarspalte mit.

Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 11. Mai 2026 veröffentlicht.

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