Barbara Studer, Sie schreiben in Ihrem Beobachter-Ratgeber, dass schon dreimal 30 Minuten pulssteigerndes Training pro Woche helfen.
Barbara Studer: Tatsächlich geht es nicht um mehr Zeit, sondern um mehr Bewegung in der Zeit, die wir ohnehin haben. Genauso versuche ich das auch in meinem Alltag zu machen. Wichtig ist dabei auch, die Muskeln zu stärken.
Was ist Ihr bester Tipp, um diese drei Einheiten in eine vollgepackte Woche zu integrieren, auch wenn man keine Zeit fürs Fitnessstudio hat?
Hier sind ein paar konkrete, alltagsnahe Ideen, die auch neurobiologisch sinnvoll sind, weil sie den Kreislauf, die Sauerstoffversorgung und die Neuroplastizität anregen:
- Treppen statt Lift: Gehen Sie dabei bewusst zügig, um den Puls kurzzeitig zu steigern.
- Ge(h)spräche: Besprechen Sie sich 15 Minuten im Gehen statt in einem Sitzungsraum.
- Regelmässige «Bewegungs-Snacks»: Bewegen Sie sich nach jeder konzentrierten Arbeitsphase drei bis fünf Minuten, etwa mit Hampelmann, Kniebeugen, Treppenlauf oder indem Sie kurz raus an die frische Luft gehen.
- Hausarbeit mit Beat: Staubsaugen oder kochen Sie mit Musik und bewusstem Bewegungstempo.
- Zähneputz-Squats: Machen Sie während des Putzens leichte Kniebeugen oder Wadenheben.
- «Jumpstart» am Morgen: Starten Sie mit drei Minuten Seilspringen, Treppenlaufen oder Tanzen in den Tag. Das wirkt wie ein Espresso fürs Gehirn.
- Treffpunkte kombinieren: Machen Sie einen Spaziergang mit Freunden, statt sie im Café zu treffen.
Lebenslang zu lernen, ist wichtig. Welche einfache, motivierende Botschaft der Neurowissenschaft würden Sie einer Person mit auf den Weg geben, die sich «zu alt» oder «zu unbegabt» für ein neues Hobby fühlt?
Das Gehirn bleibt bis ins hohe Alter formbar. Es liebt es sogar, Neues zu lernen! Jede neue Erfahrung, jede Herausforderung baut frische Verbindungen zwischen Nervenzellen auf. Das heisst: Wir werden nicht «zu alt» fürs Lernen, sondern unser Gehirn wird besser darin, auf Erfahrung aufzubauen. Entscheidend ist nicht Talent, sondern Neugier und Freude am Ausprobieren. Schon kleine Schritte aktivieren die Neuroplastizität. Darum ist Lernen einer der besten Jungbrunnen, den die Wissenschaft kennt. Und ein konkreter Tipp zum Abschluss: Starten Sie klein, aber regelmässig. Das Gehirn liebt Wiederholung mehr als Perfektion. Schon zehn Minuten täglich für ein neues Hobby – ob eine Sprache, ein Instrument oder eine Handfertigkeit – aktivieren Lernnetzwerke und setzen Belohnungsstoffe frei.







