Einen Tag nach dem 1. August kann man in den Medien wieder lesen, wie sich Feiernde durch Feuerwerkskörper teils schwere Brandverletzungen zugezogen haben. In den meisten Fällen sind eine unsachgemässe Handhabung und ein zu sorgloser Umgang mit Raketen, Vulkanen und Knallern die Ursache. Feuerwerkskörper, die im Detailhandel in den Verkauf gelangen, müssen gestützt auf die Sprengstoffgesetzgebung mit einer Gebrauchsanweisung (Verhaltens- und Sicherheitshinweise) ausgestattet sein. Es gibt kein ungefährliches Feuerwerk.

Wer ein grösseres Feuerwerk zünden will, muss zudem vorgängig einen eintägigen Kurs (bei gewerbsmässiger Ausübung vier Tage) besuchen und danach eine Prüfung bestehen. Die Ausweispflicht gilt für Feuerwerkskörper der Kategorie 4, die sogenannten «Töpfe».

Feuerwerke unfallfrei zünden: So gehts

Die beiden Beratungsstellen für Unfall- und Brandverhütung sowie das Bundesamt für Polizei empfehlen für ein unfallfreies Feuerwerks-Vergnügen folgende Sicherheitsvorkehrungen:

  • Informieren Sie sich beim Kauf über die Handhabung und lesen Sie die Gebrauchsanweisung.
  • Halten Sie Kinder von Feuerwerkskörpern fern. Beaufsichtigen Sie Jugendliche und lehren Sie sie einen verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerk.
  • Zünden Sie Feuerwerk nie inmitten von Menschenansammlungen.
  • Halten Sie zu Gebäuden einen Abstand von mindestens 40 Metern.
  • Basteln Sie keine Eigenkreationen. Das Verbinden von mehreren Feuerwerkskörpern kann zu gefährlichen Situationen führen.
  • Starten Sie Raketen nur aus fest verankerten Flaschen oder Rohren.
  • In der Nähe von Feuerwerk gilt striktes Rauchverbot.
  • Nähern Sie sich Blindgängern erst nach ungefähr zehn Minuten: Sie könnten doch noch explodieren, weshalb Sie auf keinen Fall versuchen sollten, nicht Abgebranntes nochmals zu entzünden.
  • Bringen Sie defekte Feuerwerkskörper dem Verkäufer zurück. Defekte und nicht vollständig abgebrannte Feuerwerkskörper gehören nicht in den Abfall.
  • Bedenken Sie beim Abbrennen von Feuerwerk, dass nicht alle Nachbarn Freude daran haben Nachbarschaft Wer will Krach? . Respektieren Sie ältere Leute, Familien mit Kleinkindern und Haustieren.
  • Um das eigene Haus vor Irrläufern zu schützen, sind Türen, Fenster und Dachluken zu schliessen.


Weitere Infos: Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU)

Feuerwerke sind eine Tortur für Tiere

Der Lärm von Feuerwerken löst bei vielen Tieren Angst und Panik aus. Sie verkriechen sich, wimmern, jaulen oder erleiden im Extremfall gar einen Herzstillstand. Das Hörvermögen der meisten Tiere ist sehr viel empfindlicher als das des Menschen. Die Knallerei bedeutet daher für viele Tiere eine Tortur, derer sich die Menschen oft gar nicht bewusst sind.

Wie Sie beim Feiern auf Haus- und Wildtiere Rücksicht nehmen und Gefahren minimieren können, erfahren Sie im Merkblatt «Angst und Panik durch Feuerwerk».

Weitere Infoswww.tierschutz.com

Weitere Rechtsfragen zum 1. August bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Wie sieht es mit der Haftung aus, wenn ein Feuerwerkskörper bei einer anderen Person einen Schaden verursacht? Zahlt die Versicherung einen Sengschaden? Welche nachbarschaftlichen Regeln gelten beim Feiern und Grillieren? Guider gibt seinen Mitgliedern Antworten auf diese und andere Rechtsfragen zum 1. August.

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