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FeuerwerkVorsicht beim Umgang mit Raketen & Co.!

Für viele gehört zum 1. August auch ein privates Feuerwerk. Doch wie geht man mit Knallkörpern richtig um? Was ist bei langer Trockenheit erlaubt?

In Schaffhausen ist das Abbrennen von Feuerwerk in Waldesnähe verboten worden.
von aktualisiert am 30. Juli 2018

Einen Tag nach dem 1. August kann man in den Medien immer wieder lesen, wie sich Feiernde durch Feuerwerkskörper teils schwere Brandverletzungen zugezogen haben. In den meisten Fällen sind eine unsachgemässe Handhabung und ein zu sorgloser Umgang mit Raketen, Vulkanen und Knallern die Ursache. Feuerwerkskörper, die im Detailhandel in den Verkauf gelangen, müssen gestützt auf die Sprengstoffgesetzgebung mit einer Gebrauchsanweisung (Verhaltens- und Sicherheitshinweise) ausgestattet sein. Es gibt kein ungefährliches Feuerwerk.

Wer ein grösseres Feuerwerk zünden will, muss zudem vorgängig einen eintägigen Kurs (bei gewerbsmässiger Ausübung vier Tage) besuchen und danach eine Prüfung bestehen. Die neue Ausweispflicht gilt für Feuerwerkskörper der Kategorie 4, die sogenannten «Töpfe».

Feuerwerke unfallfrei zünden: So gehts

Die Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB) und das Bundesamt für Polizei empfehlen für ein unfallfreies Feuerwerks-Vergnügen folgende Sicherheitsvorkehrungen:

  • Informieren Sie sich beim Kauf über die Handhabung und lesen Sie die Gebrauchsanweisung.
  • Halten Sie Kinder von Feuerwerkskörpern fern. Beaufsichtigen Sie Jugendliche und lehren Sie sie einen verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerk.
  • Zünden Sie Feuerwerk nie inmitten von Menschenansammlungen.
  • Halten Sie zu Gebäuden einen Abstand von mindestens 40 Metern.
  • Basteln Sie keine Eigenkreationen. Das Verbinden von mehreren Feuerwerkskörpern kann zu gefährlichen Situationen führen.
  • Starten Sie Raketen nur aus fest verankerten Flaschen oder Rohren.
  • In der Nähe von Feuerwerk gilt striktes Rauchverbot.
  • Nähern Sie sich Blindgängern erst nach ungefähr zehn Minuten: Sie könnten doch noch explodieren.
  • Bringen Sie defekte Feuerwerkskörper dem Verkäufer zurück. Defekte und nicht vollständig abgebrannte Feuerwerkskörper gehören nicht in den Abfall.
  • Bedenken Sie beim Abbrennen von Feuerwerk, dass nicht alle Nachbarn Freude daran haben. Respektieren Sie ältere Leute, Familien mit Kleinkindern und Haustieren.
  • Um das eigene Haus vor Irrläufern zu schützen, sind Türen, Fenster und Dachluken zu schliessen.


Weitere Infos: Beratungsstelle für Brandverhütung: BfB

Feuerwerksverbot aufgrund von Trockenheit

Eine längere Trockenperiode sorgt zurzeit für erhöhte Brandgefahr in den Wäldern. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) schätzt die Lage laufend ein und informiert mittels Gefahrenkarte (siehe unten). In schwarz markierten Kantonen gilt die höchste Gefahrenstufe. Dies bedeutet absolutes Feuerverbot im Freien respektive im Wald und in Waldesnähe.

Es liegt an den Kantonen und Gemeinden, entsprechende Massnahmen zu erlassen, zu denen auch ein Feuerwerksverbot am 1. August gehören kann. Im ganzen Wallis beispielsweise gilt ein absolutes Feuerungsverbot 1. August Feuerwerk und Grillieren trotz Feuerverbot? . Den Gemeinden ist es jedoch am Nationalfeiertag erlaubt, gewisse Zonen zu bestimmen, in denen Feuerwerkskörper gezündet werden dürfen. Diese Zonen werden speziell durch die Feuerwehr gesichert. Die St. Galler Kantonsregierung hat ein Feuer- und Feuerwerksverbot im Wald und in Waldesnähe erlassen. In einigen Gemeinden dürfen jedoch gar keine Feuerwerke gezündet werden. In Chur wurde das 1. August-Feuerwerk bereits abgesagt. Auch im Tessin herrscht höchste Gefahrenstufe.

Die Kantone Luzern, Schwyz, Zug sowie Ob- und Nidwalden haben am 30. Juli ein absolutes Feuerverbot erlassen. Feuerwerke jeglicher Art wurden verboten. Ob auch der Zentralschweizer Kanton Uri mit verschärften Feuerungsverboten nachzieht, entscheidet sich demnächst. Im ganzen Kanton Zürich gilt seit dem 27. Juli ein Feuerverbot. Grillfeuer und Feuerwerke sind nur in einem Abstand von mindestens 200 Metern zum Wald erlaubt. Das Bafu empfiehlt, sich via Behörden, Radio und Medien über aktuell geltende Verbote zu informieren.

Waldbrandgefahr Schweiz
Stand: 30. Juli 2018
Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU

Feuerwerke sind eine Tortur für Tiere

Der Lärm von Feuerwerken löst bei vielen Tieren Angst und Panik aus. Sie verkriechen sich, wimmern, jaulen oder erleiden im Extremfall gar einen Herzstillstand. Das Hörvermögen der meisten Tiere ist sehr viel empfindlicher als das des Menschen. Die Knallerei bedeutet daher für viele Tiere eine Tortur, derer sich die Menschen oft gar nicht bewusst sind.

Wie Sie beim Feiern auf Haus- und Wildtiere Rücksicht nehmen und Gefahren minimieren können, erfahren Sie im Merkblatt «Angst und Panik durch Feuerwerk» (PDF, 367 kb)

Weitere Infoswww.tierschutz.com

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Weitere Rechtsfragen zum 1. August bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Wie sieht es mit der Haftung aus, wenn ein Feuerwerkskörper bei einer anderen Person einen Schaden verursacht? Zahlt die Versicherung einen Sengschaden? Welche nachbarschaftlichen Regeln gelten beim Feiern und Grillieren? Guider gibt seinen Mitgliedern Antworten auf diese und andere Rechtsfragen zum 1. August.

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