Müde, abgespannt und unmotiviert: So fühlen sich viele Kinder nach etlichen Krankheiten während der langen Wintermonate. Doch nicht immer stecken nur Grippenachwehen hinter diesen Symptomen. Neben Frauen im Menstruationsalter, älteren Menschen und Hochleistungssportlern können auch Kinder unter Eisenmangel leiden. Kinder brauchen fürs Wachstum besonders viel Eisen, kriegen mit ihren Essgewohnheiten manchmal aber nicht genug davon.

Warum der Körper Eisen braucht

Eisen ist wichtig für die Bildung von roten Blutkörperchen, für den Sauerstofftransport, für die Zellteilung, die Herz- und Hirnfunktion und den Hormonstoffwechsel. Als Folge von Eisenmangel können chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme, Kopfweh, Schwindel, brüchige Nägel oder Haarausfall auftreten. Gewisse Eisenspezialisten vermuten gar einen Zusammenhang zwischen dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und Eisenmangel.

Allerdings ist rund ums Eisen bis heute vieles ungeklärt. Sicher ist, dass Menschen, die sich fit fühlen, ihre Eisenwerte nicht messen lassen müssen. Treten hingegen oben genannte Symptome auf, sollte neben dem Hämoglobin auch das Ferritin bestimmt werden. Die meisten Ärzte messen nur das Hämoglobin, die Anzahl roter Blutkörperchen. Doch die Analyse des Speichereisens, Ferritin genannt, ist genauso wichtig. Denn das Hämoglobin sinkt erst, wenn der Eisenspeicher leer ist. Dann spricht man von einer Blutarmut. Symptome treten hingegen schon vorher auf. Die Normwerte für Ferritin liegen bei 20 bis 200 Nanogramm pro Milliliter Blut. Heute gehen manche Fachleute davon aus, dass der untere Wert auf mindestens 50 angehoben werden sollte.

Was man gegen Eisenmangel tun kann

Ein massiver Mangel kann mit Infusionen behoben werden. Dabei verschwinden die Symptome innerhalb weniger Wochen. Aber: Die Behandlung ist teuer und funktioniert bei Kleinkindern nicht. Bei ihnen sind Eisentropfen oder andere eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel erste Wahl. Allerdings dauert es mit diesen Mitteln relativ lange, bis die Eisenspeicher wieder aufgefüllt sind und sich die Kinder besser fühlen.

Sinnvoller ist es, von vornherein auf eine eisenreiche Ernährung zu achten und einen Mangel möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Die besten Eisenlieferanten sind Fleisch, Fisch und Eigelb. Daneben können pflanzliche Eisenlieferanten wie Vollkornprodukte oder verschiedene Gemüse mithelfen, einen Mangel zu verhindern. Leider liegt das pflanzliche Eisen häufig gebunden vor und kann also schlecht aufgenommen werden. Besonders störend wirken Tannine im Schwarztee – ein Grund mehr, weshalb Eistee für Kinder nicht empfehlenswert ist. Auch kalziumhaltige Lebensmittel können die Eisenaufnahme hemmen. Käse zum Fleisch ist deshalb nicht zu empfehlen.

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Wie nimmt der Körper Eisen am besten auf?

Gut aufgenommen wird Eisen mit Hilfe von Vitamin C. Es hilft, zum ­Essen Orangensaft zu trinken. Oder zum Beispiel das panierte Plätzli mit Zitronensaft zu beträufeln. Auch kann pflanzliches Eisen besser aufgenommen werden, wenn etwas Fleisch dabei ist, zumindest etwas Schinken auf dem Vollkornbrot oder Hackfleisch in der Tomatensauce.

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Quelle: Beobachter Edition