Wie ein Gruselkabinett wirkt die Liste der Wintergemüse auf viele Kinder: Chicorée, Kabis, Wirz, Sellerie, Lauch, Pastinaken, Randen, Rosenkohl, Topinambur und Schwarzwurzeln.

Trotzdem sollten sich Kinder länger­fristig an deren Genuss gewöhnen. Gemüse liefert nämlich Vitamine, Mineralstoffe, Nahrungsfasern und bioaktive, zellschützen­de Pflanzeninhaltsstoffe. Kabisgewächse enthalten viele verschiedene, möglicher­weise krebsverhindernde Inhaltsstoffe. Schwarzwurzeln sind ein guter Eisenlieferant, und Randen versorgen uns mit Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium und Eisen, aber auch mit Folsäure.

Eltern können gesunde Ernährung vorleben

Deshalb brauchen Eltern gute Strategien, um ihrem Nachwuchs Wintergemüse schmackhaft zu machen. Dazu haben sie zehn bis zwölf Jahre Zeit. Bis dahin findet die Geschmacksbildung statt, die übrigens viel stärker vorgelebt als anerzogen wird. Essen Mama oder Papa selber kein Gemüse, wird es also schwierig. Doch auch wenn die Eltern Gemüse über alles lieben, mäkelt der Nachwuchs eventuell.

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Leider streichen viele Eltern einzelne Gemüsesorten bereits nach dem ersten «Wää, gruusig» vom Menüplan. Das ist viel zu früh, denn ein Kleinkind muss erfahrungsgemäss ein neues Lebensmittel 10 bis 15 Mal probieren, bis es sich daran gewöhnt hat und es mag. So viel Geduld und Zeit sollten Eltern aufbringen.

Gesunde Ernährung für Kinder soll experimentierfreudig sein

Ängste vor Mangelerscheinungen sind meist unbegründet. Normalerweise lehnt ein Kind ja nicht alles ab. Vielleicht isst es eine Zeitlang nur Rüebli. Das ist immerhin ein Anfang. Vielen Kindern schmeckt rohes Gemüse besser als gekochtes. Ein Hit sind Dips: in Stängelchen geschnittene Gemüse an Quark-Mayonnaise-Ketchup-Sauce.

Probieren Sie zudem verschiedene Gemüserezepte aus. Vielleicht verschmäht Ihr Kind Kabissalat mit Kümmel, mit Speck und ohne Kümmel isst es ihn hingegen, und auch Kabisstrudel mit Joghurtsauce mag es – Gemüse im Blätter- oder Strudelteig ist meist ein Renner. Sellerie und Lauch passen kleingeschnitten vorzüglich in eine selbstgemachte Bolognaise-Sauce. Und auch Gemüsesuppen kommen, ganz fein püriert, bei vielen Kindern an. Die besonders wertvollen, kalorienarmen und leicht verdaulichen Schwarzwurzeln schmecken Kindern wunderbar, wenn man die weissen, vorgekochten Gemüsestücke durch einen Bierteig zieht, ausbäckt und mit einer leichten Quarkmayonnaise serviert.

Und wenn alles nichts nützt? Auch Früchte sind gesund. Isst ein Kind gerne Obst und trinkt Fruchtsäfte, kann es die Abneigung gegen Gemüse vom Vitamin­bedarf her gesehen gut ausgleichen.

Saisontabelle Obst und Gemüse

Eine Saisontabelle für Obst und Gemüse können Sie hier kostenlos herunterladen (PDF).

Dass Kinder Gemüse plötzlich mögen, wenn es als Strudel daherkommt, liegt wohl an der knusprigen Hülle. Und das Gericht wird nicht so schnell langweilig, denn die Füllung schmeckt je nach Gemüse – einzeln oder gemischt – immer wieder anders.

Rezept für 4 bis 6 Personen; Vorbereitungszeit: etwa 35 Minuten (ohne Kühlstellen des Teigs), Backzeit: zirka 40 Minuten
 

Zutaten

  • 1 Packung Strudelteig, fertig gekauft (4 Blätter) oder den Teig selber machen (Zutaten und Rezept siehe unten)
  • 700 Gramm gemischtes Saisongemüse, gerüstet (siehe auch «Download Saisontabelle»; alternativ: aufgetautes Tiefkühlgemüse)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Esslöffel Bratbutter
  • 125 Gramm Doppelrahm-Frischkäse (zum Beispiel Philadelphia oder Contadou)
  • 60 Gramm Butter
  • 50 Gramm Paniermehl vom Bäcker
  • Salz und Pfeffer
     

Zubereitung Strudel

  • Das Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden.
  • Die Zwiebel fein hacken.
  • Knoblauchzehe pressen.
  • In einer grossen Bratpfanne die Butter erhitzen.
  • Zwiebeln und Knoblauch andünsten, Gemüse beigeben und zugedeckt im eigenen Saft dünsten, bis es knapp weich ist.
  • In eine Schüssel geben und den Frischkäse untermischen.
  • Mit Salz und Pfeffer würzen und auskühlen lassen.
  • Teigblätter aus der Packung nehmen und das unterste mit geschmolzener Butter bestreichen. Das zweite Teigblatt drauflegen, wieder mit Butter bestreichen, dann das dritte mit Butter bestreichen und das vierte drauflegen. Nochmals mit Butter bestreichen.
  • Das Paniermehl darüber streuen und die Füllung darüber ausstreichen, dabei ringsherum einen Rand freilassen.
  • Erst die Seiten einschlagen, dann den Strudel satt aufrollen und mit der Verschlussseite nach unten auf ein mit Blechreinpapier belegtes Blech legen. Nochmals mit geschmolzener Butter bestreichen und im auf 200 Grad vorgeheizten Ofen auf der zweituntersten Rille während 30 bis 40 Minuten backen, bis er goldbraun ist.
     

Zubereitung Teig (für 2 grosse Strudel)

  • 300 Gramm Mehl
  • 2,5 Deziliter Wasser
  • 4 Esslöffel warmgepresstes Olivenöl
  • 1 Teelöffel Salz
  • …zu einem glatten Teig kneten und in einer Schüssel bei Raumtemperatur unter einem feuchten Küchentuch 30 Minuten ruhen lassen. Auf wenig Mehl dünn auswallen. Ein sauberes Küchentuch auf die Arbeitsfläche legen und den Teig drauflegen. Papierdünn über die Handrücken ausziehen. Dicke Ränder wegschneiden, mit Butter bestreichen.

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Quelle: Beobachter Edition