Ein Laptop war zu teuer: Sie schrieb 200 Seiten Roman von Hand
Das Leben wird immer digitaler – und Armutsbetroffene wie Natalie Isch laufen Gefahr, den Anschluss an die Gesellschaft zu verlieren. Die Stiftung SOS Beobachter hilft, diese Kluft zu schliessen.

Trotz Schicksalsschlägen den Mut nicht verloren: Natalie Isch fand durch das Schreiben neuen Halt im Leben.
Der Text auf dem Hüslipapier sieht aus, als wäre er mit einem Computer geschrieben worden. Regelmässig und schnurgerade, die Schriftart könnte Calibri kursiv sein. Das ist nicht ohne Ironie. Denn Natalie Isch besass bis vor kurzem keinen Computer. Zu teuer für die Sozialhilfebezügerin aus Brunnadern im Toggenburg.
Deshalb hat die 51-Jährige den Roman «Purple Desert» – ihren Erstling – von Hand geschrieben, über 200 A4-Seiten. Die Science-Fiction-Geschichte spielt in der fernen Zukunft. Die Erde ist verwüstet, doch einige Menschen flüchten über eine versteckte Raumstation in ein neues Universum. Sie erklärt: «Damit die Details stimmen, habe ich lange recherchiert.» Auf dem Handy.

