«The American Dream starts now», verspricht die US-Regierung auf ihrer Website. Der Traum ist Geld: Geld für ein eigenes Haus, ein Studium oder ein eigenes Geschäft. Dieser soll mithilfe von sogenannten Trump-Accounts, also Anlagekonten für Kinder, in Erfüllung gehen.

Kinder, deren Geburtstag zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 31. Dezember 2028 liegt, erhalten von der Regierung seit letztem Monat eine einmalige Überweisung von 1000 Dollar. Das Geld wird in Aktien investiert. Der Vorteil: Die Kapitalgewinne bleiben bis zur Entnahme des Angesparten, die frühestens ab dem 18. Geburtstag erlaubt ist, steuerfrei.

Partnerinhalte
 
 
 
 

Schweizer Politiker kritisiert US-Sparprogramm

In der Schweiz stösst diese Idee auf Ablehnung. «Es ist unschweizerisch, dass der Staat den Menschen einfach Geld gibt, ohne ihre Bedürftigkeit zu prüfen», sagt FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt. Dadurch würden auch Personen Geld erhalten, die es nicht zwingend nötig hätten. Denn wenn wohlhabende Familien die gleiche staatliche Spritze erhalten wie sozial Benachteiligte, verstärkt der Staat die Ungleichheit, statt sie zu bekämpfen.

Das Spar-Programm von Trump beinhaltet einen weiteren Punkt: Erziehungsberechtigte können für Minderjährige einen Trump-Account eröffnen. Angehörige, Freunde und Arbeitgeber können bis zu 5000 Dollar jährlich einzahlen. Auch hier bleiben die Kapitalgewinne bis zur Entnahme ab dem 18. Geburtstag steuerfrei.

Säule-3a-Konto für Kinder

Silberschmidt selbst forderte ein ähnliches Modell für die Schweiz. Der Nationalrat reichte im Juni 2025 eine Motion ein, die Eltern und Grosseltern ein freiwilliges Säule-3a-Konto für ihre Kinder erlauben wollte. Die Einzahlungen sollten analog zu den eigenen Einzahlungen vom steuerbaren Einkommen abziehbar sein und sich am maximal einzuzahlenden Betrag der Selbstvorsorge orientieren, aktuell also 7258 Franken pro Jahr. Bei Volljährigkeit würde das Konto auf das Kind übergehen.

«Wenn Familien oder Angehörige ab Geburt drei Franken pro Tag für das Kind auf die Seite legen und investieren, dann ist es mit 65 Jahren Millionär», sagt Silberschmidt und verweist auf den Zinseszinseffekt. Drei Franken, das sei ein Kaffee am Tag und sollte für viele Familien möglich sein.

Der Bundesrat sah das anders und lehnte die Motion ab. Die Begründung: Die Motion führe einerseits zu einem grundlegenden Umbau der Säule 3a, da diese als Selbstvorsorge diene und nur Erwerbstätige mit einem AHV-pflichtigen Einkommen Einzahlungen tätigen dürfen.

Andererseits zahlen heute nur rund 20 Prozent der Eltern den Maximalbetrag der privaten Vorsorge ein. Dies deute darauf hin, dass nur ein kleiner Teil der Kinder und der Eltern von der vorgeschlagenen Massnahme profitieren würde, während die Mehrheit weder für sich noch für ihre Kinder eine verbesserte Vorsorge aufbauen könnte, so der Bundesrat.

Die Idee hinter den Trump-Accounts, Kinder schon bei der Geburt zu Anlegern zu machen und ihnen dadurch den Traum vom vielen Geld zu ermöglichen, bleibt damit vorerst eine amerikanische Verheissung.

Jetzt «Mach was draus» zum Anlegen abonnieren

Loslegen mit anlegen – dieser kostenlose Newsletter begleitet dich Schritt für Schritt zum ersten Investment.

 


Wenn Sie diesen Newsletter abonnieren, erklären Sie sich mit unseren Richtlinien zum Datenschutz einverstanden.

Ihre Meinung ist gefragt

Was halten Sie von einem staatlichen Anlagekonto für Kinder? Schreiben Sie uns in den Kommentaren.