Mehrwertsteuer rauf für Armee und AHV – fair oder unfair?
13. AHV-Rente und Armee sollen über höhere Mehrwertsteuern finanziert werden. Was heisst das für den Alltag? Die Fakten zur Debatte.

Veröffentlicht am 5. Februar 2026 - 16:31 Uhr

Eine höhere Mehrwertsteuer würde viele Alltagseinkäufe verteuern.
Einkaufen, tanken, zum Coiffeur gehen – all das könnte bald teurer werden. Denn um die 13. AHV-Rente zu finanzieren und zusätzlich Milliarden in die Armee zu stecken, will der Bundesrat die Mehrwertsteuer erhöhen. Insgesamt stehen bis zu 1,3 Prozentpunkte im Raum. Wird beides umgesetzt, steigt der Normalsatz ab 2028 von heute 8,1 auf 9,4 Prozent. Das klingt technisch, ist aber spürbar.
Beim Wocheneinkauf bleibt der Effekt überschaubar. Lebensmittel unterliegen dem reduzierten Satz, zudem dürften Detailhändler einen Teil der Mehrkosten übernehmen. Ein typischer Einkauf verteuert sich deshalb nur um wenige Rappen. Anders ist es bei Non-Food-Ausgaben. Kleider, Freizeitartikel oder grössere Anschaffungen werden direkt teurer.
So funktioniert die Mehrwertsteuer in der Schweiz
Ausgaben mit spürbarem Effekt
Besonders deutlich wird der Unterschied bei Dingen, die man nicht täglich kauft: Familienferien, ein neues Smartphone, ein Service fürs Auto. Auch bei Dienstleistungen wie Coiffeurbesuchen oder beim Tanken macht sich die höhere Steuer bemerkbar. Wer ohnehin knapp kalkuliert, merkt die Erhöhung schneller als gut verdienende Haushalte.
Genau hier beginnt die politische Frage. Befürworter sagen: Die Finanzierung über die Mehrwertsteuer ist breit verteilt, alle tragen etwas bei. Kritiker halten dagegen: Die Mehrwertsteuer belastet tiefe Einkommen überproportional, weil die Betroffenen einen grösseren Teil ihres Budgets für Konsum ausgeben müssen.
Haben Sie Ihre Ausgaben im Griff? Können Sie am Ende des Monats wirklich genau sagen, wie viel Geld Ihnen zur Verfügung steht? Beobachter-Abonnentinnen und -Abonnenten können mit der Vorlage «Budgetplanung» ihre Ausgaben und Einnahmen in der Tabelle detailliert auflisten, um keine Schulden zu machen.
Festgelegt ist noch nichts. Das Parlament wird um die Ausgestaltung der Finanzierung und um mögliche Alternativen ringen. Klar ist nur: Ohne Zustimmung der Stimmbevölkerung tritt keine Erhöhung in Kraft.
Wie beurteilen Sie die Pläne? Ist es richtig, Armee und 13. AHV-Rente über höhere Konsumsteuern zu finanzieren – oder zahlen am Ende wieder diejenigen, die ohnehin jeden Franken zweimal umdrehen müssen? Diskutieren Sie mit in der Kommentarspalte.




