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WertsachenversicherungWertvolles richtig versichern

Diebstahl oder Beschädigung: Eine Wertsachenversicherung lohnt sich, wenn man kostbare Dinge besser versichern will als normalen Hausrat.

Bei Diebstahl oder Einbruch ist die Deckung für Schmuck in der normalen Hausratversicherung begrenzt – oft auf 20'000 Franken.
von aktualisiert am 01. Februar 2018

Kurzmeldung in der Lokalzeitung: «Grosse Beute machten unbekannte Täter bei einem Einbruch in ein Einfamilienhaus am Freitag. Zwischen 13 und 20 Uhr drangen die Diebe durch ein aufgebrochenes Fenster ein. Beim Durchsuchen der Räume fielen ihnen wertvoller Schmuck sowie Uhren im Gesamtwert von 170'000 Franken in die Hände.»

Nicht jeder besitzt solch kostbaren Schmuck. Aber in vielen Haushalten gibt es das eine oder andere wertvolle Stück: einen erlesenen Orientteppich, ein kostspieliges Musikinstrument oder eine antike Taschenuhr. Ihre Besitzer fragen sich bei solchen Kurzmeldungen unweigerlich: «Wären wir ausreichend versichert, wenn uns das passieren würde?»

In der gängigen Hausratversicherung sind Wertgegenstände grundsätzlich mitversichert – immer unter der Voraussetzung, dass die Versicherungssumme richtig ermittelt ist. Allerdings schützt die Hausratversicherung nur gegen die Risiken Feuer, Elementarereignis, Wasser und Diebstahl. Zudem ist beim Diebstahl (Einbruch, Beraubung und einfacher Diebstahl zu Hause) die Deckung für Schmuck begrenzt – oft auf 20'000 Franken. Und beim Zusatz «einfacher Diebstahl auswärts» haben die meisten Versicherten eine Deckungslimite von 2000 Franken in ihrer Police.

«All-Risk» heisst nicht «alle Risiken»

Im Unterschied dazu deckt die Wertsachenversicherung mehr Risiken ab: Sie zahlt auch, wenn ein Gegenstand nicht durch Feuer oder ein anderes Elementarereignis beschädigt oder zerstört wird. Je nach Gesellschaft oder vereinbartem Zusatz gibt es gar Schadenersatz, wenn man den Gegenstand verliert, verlegt oder er auf andere Weise abhandenkommt. Deshalb nennen viele Versicherungen ihre Wertsachenversicherung auch «All-Risk-Versicherung».

Eine schönfärberische Bezeichnung, von der man sich nicht täuschen lassen sollte. Denn auch eine «All-Risk-Versicherung» deckt nicht alle Risiken ab. So schliessen die Gesellschaften zum Beispiel folgende Vorfälle aus:

  • Schmuckdiebstahl aus Autos, Wohnwagen, Booten
  • Schäden, die Dritte beim Reinigen oder Reparieren verursachen
  • Abnützungsschäden
  • Lackschäden an Instrumenten und Antiquitäten, Kratzspuren
  • allmählich eintretende Schäden durch Lichteinwirkung, chemische oder klimatische Einflüsse
  • Schäden durch Ungeziefer

Mit der Wertsachenversicherung werden klassischerweise Schmuck, Pelze, Bilder oder Musikinstrumente versichert. Zunehmend wünschen Kunden aber auch für Gegenstände wie teure Mountainbikes und elektronische Geräte eine All-Risk-Deckung.

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Mehr zu Hausratversicherung bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Eine Hausratversicherung schützt gegen die Risiken Feuer, Wasser und Diebstahl – mit der Zusatzversicherung «einfacher Diebstahl auswärts» auch ausserhalb der vier Wände. Guider zeigt seinen Mitgliedern, welche Zusätze der Hausratversicherung sich im konkreten Fall lohnen können.

«Lohnend ab 20'000 Franken Wert»

Doch bevor man sich zu einer Wertsachenversicherung entschliesst, sollte man die Deckungslimite der bestehenden Hausratversicherung prüfen. Erst dann lässt sich eine sinnvolle Zusatzdeckung bestimmen. Kommt hinzu, dass einige Versicherungsgesellschaften die Wertsachenversicherung nur in Kombination mit ihrer Hausratversicherung anbieten. 

Laut Versicherungsexperten kann sich eine Wertsachenversicherung lohnen, wenn der Neuwert eines einzelnen Wertgegenstandes über 5000 Franken liegt oder wenn man Wertgegenstände im Gesamtwert von über 20'000 Franken besitzt.

Typisch für die Wertsachenversicherung ist, dass jeder Gegenstand, den man versichern möchte, einzeln in der Police aufgeführt sein muss. Der notierte Wert basiert entweder auf dem Kaufpreis oder der Schätzung einer anerkannten Fachperson. Die Prämienunterschiede bei den verschiedenen Versicherungen sind beträchtlich. Zwei Beispiele: Schmuck im Wert von 40‘000 Franken kostet eine Zusatzprämie von rund 260 bis 350 Franken, Kunstgegenstände im Wert von 35‘000 Franken führen je nach Versicherung zu einer Zusatzprämie von 100 bis 300 Franken. Es lohnt sich also, verschiedene Offerten einzuholen.

Tipps

  • Lassen Sie jene Wertgegenstände, die Sie versichern möchten, von einer Fachperson be­werten. Die Kosten dafür gehen zu Ihren Lasten.
  • Überprüfen Sie die versicherten Werte und die Liste der versicherten Gegenstände regelmässig, damit keine Unter­versicherung entsteht.
  • Lesen Sie in den Ver­sicherungsbedingungen, zu welcher Sorgfalt Sie verpflichtet sind. Beispiel: Bei Hotelaufenthalten muss Schmuck, der nicht getragen wird, in einem Safe aufbewahrt werden.