Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen die «Läderach-Schule» ein
Die Ermittlungen gegen Ex-Lehrer der ehemaligen christlichen Schule Domino Servite in Kaltbrunn SG werden beendet. Der Verdacht hat sich nicht erhärtet – und die Tat wäre verjährt.

Veröffentlicht am 19. Februar 2026 - 19:21 Uhr

Der Fall erlangte 2023 durch eine SRF-Dokumentation landesweite Aufmerksamkeit: Christliche Schule Linth der Evangelischen Gemeinde Hof Oberkirch
Zwei frühere Lehrpersonen der heutigen Christlichen Schule Linth standen im Verdacht, Kinder vergewaltigt und missbraucht zu haben. In einem Fall führte die Staatsanwaltschaft umfangreiche Untersuchungen durch, doch der Tatverdacht erhärtete sich nicht. Zudem kam heraus, dass etwaige Taten verjährt wären.
Im anderen Fall nahm sie aufgrund der Verjährung der Taten gar keine Ermittlungen auf. Beide Verfahren sind somit eingestellt, schreibt die Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung.
Demütigungen und Körperstrafen
Die Anschuldigungen waren schwerwiegend: Ehemalige Schülerinnen und Schüler berichteten von einem Klima der Angst, von Demütigungen und systematischen Körperstrafen, die bis in die Nullerjahre an der Schule in Kaltbrunn SG geherrscht haben sollen. Sie hiess damals noch Domino Servite.
Der Fall erlangte 2023 durch die SRF-Dokumentation «Die evangelikale Welt der Läderachs» landesweite Aufmerksamkeit. Betroffene schilderten darin das repressive System der Schule, die eng mit der Freikirche und der Unternehmerfamilie Läderach verbunden war. Jürg Läderach, Mitbegründer der Schule und früherer Chef des Schokoladenherstellers, geriet durch die Vorwürfe unter Druck. Er verneinte stets, von Misshandlungen gewusst oder sie unterstützt zu haben.
Heutige Schule bedauert
Die heutige Christliche Schule Linth, die sich organisatorisch und personell von der Ära Domino Servite abgrenzt, begrüsst die juristische Klärung. Gleichzeitig betont die Schule ihr Mitgefühl mit den Opfern. Man bedauere das Leid, das ehemaligen Schülerinnen und Schülern zugefügt wurde, zutiefst. Unabhängig vom juristischen Ausgang erkenne man an, dass Erziehungsmethoden angewandt wurden, die nach damaligen wie heutigen Massstäben inakzeptabel seien.
Mit dem Entscheid der Staatsanwaltschaft ist der Fall strafrechtlich abgeschlossen. Doch die gesellschaftliche Diskussion, wie der Staat religiös geführte Privatschulen beaufsichtigen soll, dürfte weitergehen.
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- Staatsanwaltschaft St. Gallen: Medienmitteilung
- Christliche Schule Linth: Stellungnahme




