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Diabetische FüsseDiabetes und seine Folgeschäden

Wer Diabetes hat, sollte seinen Füssen regelmässig genügend Beachtung schenken. Warum dies notwendig ist und was bei der Pflege alles berücksichtigt werden sollte.

Von aktualisiert am 12. Juli 2017

Ein schlecht eingestellter oder nicht behandelter Diabetiker hat schlechte Karten: Die Wahrscheinlichkeit, dass er einen diabetischen Fuss bekommt, ist hoch. Deshalb ist zum einen wichtig, dass die Krankheit so früh wie möglich erkannt und behandelt wird, zum anderen ist eine tägliche Zuwendung unerlässlich.

Doch was ist überhaupt ein diabetischer Fuss? Diabetes, insbesondere bei einem schlecht eingestellten Blutzucker, führt häufig zu Nervenschäden und Durchblutungsstörungen. Bereits kleine Verletzungen können zu langanhaltenden Beschwerden führen, da die entstandenen Wunden schlecht heilen und sich oft zu Geschwüren entwickeln. Eine jährliche Kontrolle der Berührungssensibilität und des Vibrationssinns an den Füssen ist essentiell, um frühzeitig eine Nervenschädigung festzustellen. Dies kann der Hausarzt, die Diabetesfachberaterin, eine auf Diabetes spezialisierte ausgebildete Spitexfachperson oder ein Podologe HF überprüfen.

Die tägliche Pflege

Ganz wichtig ist zusätzlich die tägliche Kontrolle der Füsse auf Rötungen, Hautrisse, Blasen, Schwielen und Verletzungen. Ebenfalls sollte das komplette Schuhwerk regelmässig auf Druckstellen und Unebenheiten untersucht werden, um so Verletzungen vorzubeugen. Die Fussnägel müssen regelmässig gekürzt und die Haut an den Füssen gepflegt werden.

Patienten, die diese Kontrollen nicht selbst übernehmen können, sollten sich periodisch von der Spitex, von einem Podologen oder einer Ärztin untersuchen lassen. Diabetiker sollten Hühneraugen, Hornhaut und Nagelhaut nie selber, sondern immer von einer auf die diabetische Fusspflege spezialisierte Pflegefachperson entfernen lassen. Generell wird ein regelmässiger Besuch bei der Podologin empfohlen.

Gut zu wissen: Die vom Arzt verordnete diabetische Fusspflege durch spezialisierte Pflegefachpersonen, wird via Grundversicherung vergütet. Wird die Pflege von einem Podologen HF ausgeführt, wird sie von einigen Krankenkassen via Zusatzversicherung übernommen.

Prävention

Die wichtigsten Punkte zur Prävention von diabetischen Füssen sind dieselben wie die für ein besseres Leben mit dem Diabetes:

Die 4 Risikogruppen

Um eine bestmögliche Behandlung zu gewährleisten, werden die Patienten in sogenannte Risikogruppen eingeteilt, die die Symptome und die empfohlene Behandlung durch das entsprechende Fachpersonal aufzeigen:

  • Niedriges Risiko: Keine Neuropathie – mindestens 1 Mal jährlich ärztliche Untersuchung der Füsse (Haut, Nägel, Schuhwerk).
    Versorgungsstufe 1: Gehen Sie regelmässig zu Ihrem Hausarzt, Podologen oder Diabetesfachberater.
  • Erhöhtes Risiko: Neuropathie – wie bei niedrigem Risiko und zusätzlich mindestens 2x jährlich protektive pflegerische Massnahmen und Prüfung der Schuhe (evtl. orthopädische Schuhversorgung).
  • Versorgungsstufe 1: Bei einer Deformation des Fusses regelmässig zum Hausarzt, Podologen oder Diabetesfachberater gehen. 
    Versorgungsstufe 2: Hausarzt, Podologin, Diabetesfachberater mit Konsilium, Facharzt für Diabetologie, Angiologie, Gefässchirurgie, orthopädische Chirurgie, Orthopädieschumachermeister.
  • Hohes Risiko: Durchblutungsstörungen – Falls PAVK, mindestens 4x jährlich protektive pflegerische Massnahmen und Prüfung der Schuhe (evtl. orthopädische Schuhversorgung) und Analyse der Durchblutung.
    Versorgungsstufe 2: Hausarzt, Podologe, Diabetesfachberater mit Konsilium, Facharzt für Diabetologie, Angiologie, Gefässchirurgie, orthopädische Chirurgie, Orthopädieschumachermeister.
  • Sehr hohes Risiko: Nach Geschwür, Amputation, bei Niereninsuffizienz und/oder Dialyse sowie Charcot Fuss (schmerzunempfindlicher Fuss) – wie bei hohem Risiko, zusätzlich orthopädische Schuhversorgung und mindestens 1x jährlicher Komplettbeurteilung.
    Versorgungsstufe 3: Auf den diabetischen Fuss spezialisierte interdisziplinäre Fuss-Sprechstunde.

PAVK

PAVK ist die Abkürzung für periphere arterielle Verschlusskrankheit und steht für Schäden an den Arterien. Folglich werden Durchblutungsstörungen hervorgerufen und schlechte Wundheilung sowie Infektionen begünstigt. Diabetes-Betroffene mit PAVK leiden häufig unter einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Die schwerwiegendsten Folgen sind nebst Herzinfarkt oder Hirnschlag sogar Amputationen von betroffenen Füssen und Beinen. Die Risikofaktoren für eine Arteriosklerose sind Rauchen, Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin, Bewegungsmangel und erhöhte Blutzuckerwerte. Deshalb besteht für Diabetes-Betroffene ein 3 bis 5 Mal grösseres Risiko, an einer PAVK zu erkranken.

Neuropathie

Unter Neuropathie versteht man Schäden an den Nerven, die zur Verminderung des Schmerzempfindens führen. Folglich werden Verletzungen, Druckstellen und Fussdeformationen, die Menschen normalerweise als schmerzhaft empfinden oder sie im Gehen einschränken, nicht richtig wahrgenommen.

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