Am 1. Februar ist der Milchpreis um 4 Rappen pro Liter gesunken. Ein 150-Gramm-Mödeli Butter müsse dadurch um rund 10 Rappen günstiger werden, rechnet der Geschäftsführer der Branchenorganisation Milch dem Beobachter vor. 

Das ist zwar sehr wenig. Doch der Butter-Preis-Check des Beobachters zeigt überraschend deutlich, wie der Markt funktioniert. Und welche Produkte vermieden werden sollten, wenn man aufs Budget achten will.

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Preissenkung bei Tiefpreisbutter am höchsten

Aufgrund der Milchpreissenkung sind zwar tatsächlich auf breiter Front die Butterpreise gesunken. Allerdings nicht bei allen Produkten.

Der Beobachter machte den Preis-Check bei 45 Butterprodukten von Migros, Coop, Denner, Aldi und Lidl. Zwei Erkenntnisse: Erstens vergünstigten alle fünf Händler das jeweils günstigste Butterprodukt am stärksten. Zweitens lassen vier von fünf Händlern den Preis des teuersten Produkts unverändert. Einzig Denner senkt auch hier den Preis.

Konkret: Wer Kochbutter von M-Budget (Migros), Prix Garantie (Coop), Denner-Butter, Milsani-Kochbutter (Aldi) oder Schweizer Kochbutter (Lidl) kauft, muss überall exakt 2,9 Prozent weniger zahlen. Das ist die grösste Preissenkung bei allen fünf Detailhändlern.

Teure Produkte bleiben teuer

Umgekehrt beim hochpreisigen Butterprodukt Floralp. Diese Einheitsmarke der Branchenorganisation Butter blieb bei Migros, Coop, Aldi und Lidl in gewissen Packungsgrössen gleich teuer. Die Milchpreissenkung wurde bei diesem Produkt nicht immer an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben.

Die jeweils teuerste konventionelle Butter pro 100 Gramm blieb bei Migros, Coop, Aldi und Lidl im Preis unverändert. Und das ist die Floralp-Butter. Denner hat die Preise bei allen Butterprodukten gesenkt. 

Das zeigt: Der Wettbewerb unter den Detailhändlern spielt, aber nicht unbedingt im Hochpreissegment. 

Bio-Butter als Ausnahme

Die deutlich teureren Bio-Butterprodukte sind hingegen überall gleich teuer geblieben. 

Die Branchenorganisation Bio Suisse hat sich gegen eine Senkung des Bio-Milchpreises entschieden, da die Bio-Nachfrage stärker gestiegen sei als die Bio-Milchproduktion. 

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Detailhändler sehen kein Problem

Alle fünf Detailhändler sagen, sie gäben die Senkung des Milchpreises an die Konsumentinnen und Konsumenten insgesamt vollumfänglich weiter. Was sie damit vermutlich meinen, geht aus der Stellungnahme von Coop hervor.

Coop schreibt, die Milchpreissenkung gäbe man in Summe weiter. «Demzufolge werden nicht alle Artikel oder nicht alle Artikel gleich von einer Preissenkung profitieren.» Der Wettbewerb unter den Detailhändlern sei intensiv und funktioniere.

Verantwortlich ist das Wetter

Der gesunkene Milchpreis ist dem Wetter zu verdanken. Weil der letzte Sommer verregnet und warm war, stieg die Futterqualität für Milchkühe. Das geerntete Gras und die Kleie gaben den Tieren mehr Energie. 

Und diese Energie wandelten die Kühe so erfolgreich in Milch um, dass die Schweiz plötzlich ein Milchschwemme-Problem erhielt. Die Branchenorganisationen mussten handeln.  

Butterberge in Tiefkühllagern

Da eine Preissenkung den Milchsee nicht wegzaubern kann, macht die Industrie aus der überschüssigen Milch vor allem Butter. Diese lässt sich einfrieren, was ideal ist, um den Überschuss zu verwerten. 

Über 1000 Tonnen mehr Butter entstanden so seit Jahresbeginn. Das zeigt die Statistik der Branchenorganisation Butter. Die Folge: Der Butterberg, der in Tiefkühllagern liegt, ist auf 6500 Tonnen angestiegen. Fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Quellen
  • Stellungnahme und Statistiken der Branchenorganisationen Butter und Milch
  • Preise von 45 Butterprodukten bei Migros, Coop, Denner, Aldi und Lidl vom 19. Januar und 20. Februar 2026
  • Stellungnahmen von Migros, Coop, Denner, Aldi und Lidl
  • Stellungnahme Bio Suisse