Schnelleres Internet, besseres Roaming, grössere Datenpakete – E-Mails und Werbeanrufe von Mobilfunkanbietern sind nicht immer angenehm. Alois Grüter* war aber froh, als ihn UPC auf ein neues Handyabo aufmerksam machte: «Ich habe bereits Festnetz und Internet bei UPC und bin mit dem Service zufrieden. Auch das neue Abo überzeugte mich.»

Kurze Zeit später zögerte Grüter aber bereits wieder: Neben seiner Unterschrift wollte UPC eine Kopie seines Passes oder der ID anfertigen. «Ich bin seit Jahren Kunde und verstehe nicht, weshalb das jetzt plötzlich nötig ist», sagt Grüter. Das Unternehmen bot ihm sogar an, dass der Pöstler die ID kopieren könne –, so müsse er nicht einmal in der Filiale vorbeikommen. Das verunsicherte Grüter noch mehr: «Was hat die Post mit meinem Handyvertrag zu tun?»

Bei Handyverträgen müssen mehr Daten erfasst werden

Doch das Vorgehen der UPC hat seine Richtigkeit: Seit Juni 2018 sind Handyanbieter laut BÜPF (Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs) dazu verpflichtet, die Identität der Teilnehmenden bei Mobilfunkdiensten zu überprüfen. Schliesst eine Kundin einen Handyvertrag ab, muss sie ihren Reisepass oder die ID vorlegen. «Wir erfassen Name, Vorname, Geburtsdatum, Art des Ausweises, Adresse und Nationalität», erklärt UPC-Mediensprecherin Stephanie Aline Niggli. Für die Angebote, die Grüter bereits nutzte – Festnetz und Internet – waren solche Angaben nicht nötig. Deshalb müssen sie nun nachgereicht werden.

Die Personendaten Datenschutz Wer darf was über mich wissen? sind laut Niggli nur einem kleinen Team zugänglich. «Sie werden nur im Rahmen von gesetzlich möglichen Überwachungsanfragen von Strafverfolgungsbehörden bekanntgegeben», versichert sie.

Wieso mischt die Post mit?

In Grüters Fall kommt die Post ins Spiel, weil er den neuen Vertrag über das Telefon Verträge Kaufzusage am Telefon gültig? geschlossen hat. Die UPC hat seine Daten aufgenommen, muss diese aber verifizieren lassen. Das muss nicht unbedingt vor Ort geschehen. Seit einiger Zeit bietet die Post den Service «ID-Check», der Verträge zwischen Unternehmen und Kunden vereinfacht. «Der Pöstler kontrolliert am Domizil der jeweiligen Person die Daten und erstellt mit seinem Handscannergerät ein Bild des Ausweises», erklärt Mediensprecherin Nathalie Dérobert Fellay. «Die erfassten Daten werden verschlüsselt an den Auftraggeber weitergeleitet und bei der Post gesetzeskonform gelöscht.»

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Jasmine Helbling, Online-Redaktorin

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