Hätte Sabine Winter vor ihrer Bestellung beim Onlineshop Enovo etwas im Internet geforscht, hätte sie viele Einträge gefunden, die vor der Firma warnen. Beim Beratungszen­trum des Beobachters sind mehr als zwei Dutzend Reklamationen eingegangen.

Sie betreffen immer das gleiche Thema: Vorauszahlung, aber keine Lieferung. «Angegeben war eine Lieferfrist von einer bis zwei Wochen», sagt Winter. Das war Ende Mai. Winter wartet noch immer auf die bestellten zwei Handys.

«Wir beliefern jeden Monat über 1000 Kunden, weshalb es in Einzelfällen wie bei jedem Anbieter zu Lieferschwierigkeiten kommen kann», sagt Enovo-CEO Timo Nothelfer. Für die Verzögerungen in Winters Fall sei der Lieferant verantwortlich. Ebenso für eine Häufung der Beschwerden im Jahr 2012, aus dem die meisten Internet­einträge stammen.

Es kam zu Betreibungen und gar Pfändungen. Letzteres bestreitet Nothelfer. Weiter sagt er: «Es gab und gibt nie einen Kunden und wird nie einen geben, der nicht entweder seine Lieferung oder den vollen Kaufbetrag zurückerstattet erhält.»

Das kann allerdings dauern: Kunden können ihr Geld erst nach 90 Tagen ohne Lieferung zurückfordern. So steht es in den AGB. «Eine unanständig lange Frist», sagt Beobachter-Berater Michael Krampf.

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Letzte Woche wurden Sabine Winter die Handys erneut innert Wochenfrist zugesichert. Im Netz bietet Enovo die Modelle noch immer mit einer Lieferfrist von einer bis zwei Wochen an.