Velos werden immer teurer – und Diebe immer dreister. Professionelle Langfinger rücken gern mit Eissprays, Bolzenschneidern oder Trennschleifern an. Damit können sie praktisch jedes Schloss knacken. Die gute Nachricht: Auch die Gegenseite kann aufrüsten. Dank moderner Technik – Schlösser mit elektronischem Schliesssystem oder mit Peilsender sollen Diebstahl erschweren.

Sogenannte Smartlocks, die ohne mechanischen Schlüssel auskommen, sind allerdings nicht unbedingt sicherer als herkömmliche Schlösser. Sie sind einfach praktischer. Sie lassen sich über eine App steuern – einmal mit dem Finger tippen, und das Velo ist verriegelt oder entriegelt. Manche öffnen sich via Bluetooth oder Nahfeldkommunikation, sobald man sich mit dem Smartphone nähert.

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Doch leider funktionieren nicht alle smarten Schlösser einwandfrei. Hier lohnt es sich, Testberichte zu lesen. Spannend sind die intelligenten Schlösser aber dann, wenn man sich ein Velo oder ein Schloss teilt, viele kurze Stopps einlegt oder sich nur ungern mit Schlüsseln und Codes herumschlägt.


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Digitale Veloschlösser mit integriertem Alarm sind auch eine Überlegung wert. «Manche sind so laut wie ein Autoalarm – da sucht manch ein Dieb wohl lieber das Weite», sagt Raphael Fassnacht vom Fahrradausstatter Veloplus. Falls das Velo manipuliert wird, geht bei vielen Modellen zuerst ein Warnsignal los, das schon nach wenigen Sekunden verstummt. Etwa wenn das Velo umfällt oder von einem Ball getroffen wird. «Nur wenn weiter daran hantiert wird, ertönt der richtige Alarm.» Gute Digitalschlösser mit Alarm kosten rund 200 Franken.

Peilsender mit Schwäche

Eine andere digitale Schutzmassnahme sind Bluetooth-Tracker wie die Apple-Airtags. Man befestigt einen kleinen Peilsender am Velo und kann dieses im Fall eines Diebstahls mit dem Handy orten. Es gibt die Tracker inzwischen nicht nur von Apple, sondern auch für Android-Handys. Klingt vielversprechend, aber Léo L’Homme, Einkaufsleiter von Thömus Bike World, relativiert: «Die Tracker können nur geortet werden, wenn sich ein anderes Apple- beziehungsweise Android-Gerät in der Nähe befindet.» Denn sie senden ihr Signal nur an Geräte der gleichen Gattung.

Die Peilsender werden in Klingeln, Getränkehalter oder anderes Zubehör eingebaut. Sie sind ab 20 Franken erhältlich. Allerdings gibt es auch Apps, mit denen man sie aufspüren kann. Diebe nutzen sie, um Airtags zu finden und zu entfernen. Wer bereit ist, rund 60 Franken zu investieren, erhält in der Regel einen Sender, der sich immerhin nur mit einem speziellen Gerät entfernen lässt. Ein Nachteil bleibt: Die Geräte brauchen Strom, man sollte beim Kauf daher auf eine lange Akkulaufzeit achten.

GPS-Tracker: Ideal für E-Bikes

Ähnlich funktionieren GPS-Tracker. Anders als Bluetooth-Tracker senden sie ihr Signal aber an einen Satelliten statt an ein Handy. Dafür benötigen sie eine SIM-Karte – das verursacht Mehrkosten. Erschwerend kommt hinzu, dass sie nur einen kleinen Pufferakku besitzen. Bei E-Bikes werden die Tracker meist unter der Abdeckung des Motors versteckt und bereits bei der Montage verbaut. Teilweise sind diese Systeme mittlerweile sogar direkt in die Apps gewisser Modelle integriert.

Velos richtig versichern

E-Bikes und Sportvelos sind oft ausdrücklich von der Hausratversicherung ausgeschlossen. Darum sollte man vor dem Kauf die Police checken und gegebenenfalls eine separate Veloversicherung abschliessen . Damit man ein Velo bei der Polizei als gestohlen melden kann, muss man die Rahmennummer kennen. Zudem braucht man die Kaufquittung, damit die Versicherung Schadenersatz zahlt.

Es lohnt sich, bei der Wahl des E-Bikes etwas mehr Geld zu investieren, denn bei billigen Modellen ist die Sendetechnik zuweilen veraltet und damit das GPS-Signal ungenau – etwa wenn das Velo in einem Keller steht.

Mittlerweile gibt es diese Tracker auch für herkömmliche Velos. Sie werden dort zum Beispiel im Lenker, in der Sattelstütze oder im Rücklicht versteckt. Auch hier ist beim Kauf die Akkulaufzeit zu beachten. Schliesslich will man das Teil nicht ständig ein- und ausbauen. Zudem haben auch richtig gute GPS-Tracker Grenzen: Kriminelle, die auf teure E-Bikes spezialisiert sind, wissen um die Tracker und darum, wie sie sie ausser Gefecht setzen können. 

Fazit: Digitale Sicherheitssysteme können Velos nicht immer vor Diebstahl schützen. Zur Sicherheit kombiniert man sie am besten mit einem altbewährten Trick: Man wählt einen gut beleuchteten und belebten Platz zum Abstellen – und idealerweise lässt sich dieser Platz schwer oder gar nicht mit einem Lieferwagen anfahren.

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Quellen
  • Mailkorrespondenz mit Veloplus
  • Mailkorrespondenz mit Thömus Bike World