Gerade mal 4 von 25 Olivenölen erhielten das Urteil «gut». Die Stiftung Warentest titelte deshalb: «Gutes Olivenöl ist rar geworden». Das Resultat widerspiegelt zwar die Einkaufssituation in Deutschland. Doch fünf der getesteten Öle werden auch in der Schweiz angeboten.

Erfreulich ist das Testurteil für die Migros. Sie erhielt zweimal die Note «gut». Das Bio-Olivenöl nativ extra von Alnatura erhielt von allen 25 getesteten Ölen die beste Note. Es kostet 17 Franken pro Liter.

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Das zweite Öl mit dem Testurteil «gut» ist das native Olivenöl extra originale von Bertolli, das die Migros aktuell aber nicht mehr verkauft.

«Ausreichend» für Lidl

Weniger erfreulich ist das Resultat für Lidl. Das native Bio-Olivenöl extra vergine der Eigenmarke Primadonna (Fr. 13.27 pro Liter) erhielt die Note «befriedigend», das herkömmliche Primadonna-Olivenöl nativ extra vergine (Fr. 11.93 pro Liter) nur die Note «ausreichend».

Dazu muss man wissen: «Extra vergine» ist die höchste Güteklasse eines Olivenöls. Die Oliven dürfen bei der Ölherstellung nur kalt gepresst werden, bei maximal 27 Grad.

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Mit Geschmackstests gegen Betrüger

Die Öle dürfen sich nur dann «extra vergine» nennen, wenn sie sowohl chemisch-analytisch wie auch geschmacklich-sensorisch einwandfrei sind. Das heisst: Nur wenn eine Runde von Sachverständigen das Olivenöl verkostet und für gut befindet, darf der Hersteller sein Olivenöl «extra vergine» nennen.

Dieses strenge Vorgehen ist in der Lebensmittelverordnung vorgeschrieben und soll Betrug verhindern. Denn immer wieder streckten Produzenten «Extra vergine»-Öl mit billigerem Öl.

Lidl zeigt sich «überrascht»

Die Verkoster der Stiftung Warentest hatten den Geruch und Geschmack des Bio-Olivenöls von Lidl als «ausgewogen» bezeichnet, beim herkömmlichen Lidl-Olivenöl jedoch eine «unausgewogene» und «diffuse Aromatik» festgestellt.

Die geschmackliche Beurteilung habe überrascht, schreibt Lidl dem Beobachter. Das Deutsche Olivenöl-Panel habe im Auftrag von Lidl die betroffenen Chargen ebenfalls getestet und dem Olivenöl eine «einwandfreie Qualität gemäss unserem Anforderungsprofil» bescheinigt. Die Testergebnisse seien für Lidl fachlich nicht nachvollziehbar. Man gehe davon aus, dass das verkostete Öl vor oder nach dem Kauf falsch gelagert worden sei.

Lidl zum zweiten Mal mit mässigem Resultat

Allerdings hatte Lidl bereits im letzten September bei einem Olivenöl-Test der SRF-Sendung «Kassensturz» schlecht abgeschnitten. Dort wurde dem Bio-Primadonna-Olivenöl die Note «fehlerhaft» gegeben, weil Geruch und Geschmack «stichig, schlammig» seien. Auch da argumentierte Lidl, das Öl sei in Tests eines deutschen Expertengremiums als gut bewertet worden und habe «alle Vorgaben erfüllt».

Noch schlechter als Lidl hat Denner abgeschnitten mit dem griechischen Enerbio-Olivenöl des Herstellers Rossmann (Fr. 15.90 pro Liter). Es erhielt die Note «mangelhaft», weil es stark mit Weichmachern belastet war. Rossmann spricht gegenüber dem Beobachter von einem Produktionsfehler, der nur eine kleine Menge betroffen habe. Denner schreibt, die verunreinigten Chargen seien nie in die Schweiz gelangt.