Tilo, so heisst die grenzüberschreitende S-Bahn, die das Tessin mit der Lombardei verbindet. Eine prima Sache, doch sie hat einen Haken: Weder am SBB-Auto­maten noch auf SBB online lässt sich ein Regionalticket bis nach Italien ­lösen. «Das Angebot kann nicht vollständig angezeigt werden. Sie können Ihre Reise mit Offerte-/Bestellformular bestellen», meldet die SBB-Software.

Pech hat, wer als unfreiwilliger Schwarzfahrer erwischt wird. Zum Beispiel bei einem Ausflug nach Como. Ab der Grenze würde die Fahrt 1.50 Franken kosten. Mit dem Strafzuschlag ist die Reise viermal teurer. Doch warum kann man bei den SBB online ein Billett nach Neapel, aber keines für den Regionalzug nach Luino oder Como kaufen?

SBB-Sprecher Reto Schärli erklärt das mit dem eingeschränkten Zugriff der SBB auf das Buchungssystem der italienischen Staatsbahn. Eigenartig dabei: Tilo ist ein Gemeinschaftsunternehmen von SBB und Trenitalia.

Arcobaleno und Trainline helfen weiter

Möglich ist der grenzüberschreitende Ticketkauf dagegen beim Tessiner Verkehrsverbund Arcobaleno. Aber das muss man erst mal wissen. Für Ausflügler, die mit dem GA oder der Tageskarte bis zur Grenze fahren, ist das keine ­Lösung. Bequem geht es auch mit dem europäischen Ticketportal Trainline SBB Es geht auch massiv billiger , auf dem man in wenigen Sekunden das Billett nach Como oder sonst wohin kaufen kann. Bei Trainline gibt es sogar seit kurzem alle SBB-Spartickets.

Wenn man für die fünf Kilometer von Chiasso nach Como den Schnellzug nimmt, wird es noch teurer: 12.20 Franken. Wie es zu dem Preis kommt, vermag die SBB-Pressestelle nicht schlüssig zu erklären. Deshalb geht man am besten zu Fuss über die Grenze und nimmt dort den Bus, der – anders als der Zug – ins Stadtzentrum von Como fährt.

Betrifft auch Grenzen zu Frankreich, Österreich und Deutschland 

Rätsel geben ebenfalls die SBB-Preise SBB-Tickets Der Kluge kauft nicht in einem Zuge im kleinen Grenzverkehr mit Frankreich, Öster­reich und Deutschland auf. Man kann die Billette zwar am Automaten oder online erwerben, zahlt aber viel mehr als bei den nationalen Bahngesellschaften. Die Strecke von Genf nach Bellegarde kostet bei den SBB 10 statt 8.40 Franken (SNCF), von Feldkirch nach Bregenz 13 statt 7.60 Franken (ÖBB) und von Basel SBB nach Zell im Wiesental 11 statt 5.30 Franken (DB). Ohne Halbtax­ ist es bei den SBB noch 4 Franken teurer.

Gut zu wissen: Die Strecke ins Wiesental wird von einer SBB-Tochter­gesellschaft betrieben. Weil man am Bahnhof SBB ohnehin umsteigen muss, kauft man das Billett vorzugsweise beim Automaten der Deutschen Bahn, der am Anfang des Perrons steht.

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Martin Vetterli, stv. Chefredaktor

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