1. Verkehrsunfall: Unfallstelle sichern, Opfer bergen

Im Jahr 2020 starben schweizweit 227 Personen durch Strassenverkehrsunfälle.

Situation

Eine Autofahrerin fährt in einen Mofafahrer. Die Frau sitzt regungslos im Auto, der Töfflifahrer liegt am Boden Töffunfälle «Die Bilder gehen nicht so schnell aus dem Kopf» .

 

So reagieren Sie richtig

  • Beauftragen Sie jemanden, die Strasse zu sichern (innerorts: Pannendreieck 50 Meter vor Unfallstelle platzieren; Autobahn: mindestens 100 Meter davor).
  • Ziehen Sie die Leuchtweste an (gilt für sämtliche Helfer).
  • Rufen Sie Sanität (144) oder Polizei (117). Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen immer direkt die Sanität.
  • Wenn der Töfflifahrer bewusstlos ist: Entfernen Sie vorsichtig den Helm, am besten mit Hilfe einer zweiten Person. Dabei stützt einer den Kopf mit dem sogenannten Halsschienengriff (hinter den Patienten knien, den Hals mit einer Hand umgreifen, Finger im Nacken, Daumen auf Schulter stützen). Der zweite Helfer entfernt behutsam den Helm.
  • Wenn der Töfflifahrer atmet: Bringen Sie ihn vorsichtig in die stabile Seitenlage (siehe Infografik unten)
  • Wenn der Töfflifahrer nicht atmet: Beginnen Sie sofort mit Herzmassage und Beatmung Defibrillatoren Zu selten eine Hilfe? (siehe Infografik unten).
  • Bergen Sie die Autofahrerin mit dem sogenannten Bergegriff (am besten zu zweit): Sicherheitsgurt lösen, Handbremse anziehen. Schieben Sie die Arme unter den Achseln der Frau durch, fassen Sie den unverletzten Vorderarm, drehen Sie die Frau ab, ziehen Sie sie sorgfältig heraus. Stützen Sie das Gesäss auf Ihrem Oberschenkel ab. Die zweite Hilfsperson fasst Füsse und Beine.
  • Auch bei der Autofahrerin gilt: Wenn sie nicht atmet, sofort Herzdruckmassage.
Partnerinhalte
 
 
 
 

So machen Sie alles richtig bei einer bewusstlosen Person

Infografik Erste Hilfe

Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik zu vergrössern.

Quelle: Swiss Resuscitation Council – Infografik: Andrea Klaiber und Anne Seeger
2. Verbrennung: Sofort kühlen

Pro Jahr werden in der Schweiz etwa 17'000 Unfälle mit Feuer verursacht, ein Drittel davon aus Fahrlässigkeit. In der Mehrheit trifft es Kinder. Ihre Haut ist besonders anfällig: Wasser kann bereits bei einer Temperatur von 50 Grad zu Verbrühungen führen. Verbrennungen werden je nach Tiefe der Hautschädigung in Grade eingeteilt:

  • 1. Grad: Hautrötung, schmerzhaft
  • 2. Grad: Blasenbildung, schmerzt stark
  • 3. Grad: Haut ist so stark geschädigt, dass sie abstirbt. Da auch die Nerven absterben, verspüren die Verletzten kaum Schmerzen.

Situation

Die Mutter schüttet beim Fondue Brennsprit nach. Eine Stichflamme schiesst hoch und verbrennt dem Kind das Gesicht.

 

So reagieren Sie richtig

  • Beauftragen Sie jemanden, den Brand zu löschen.
  • Rufen Sie die Ambulanz (144), bei Brand auch die Feuerwehr (118).
  • Bei Verbrennungen Verletzungen Die Zeit heilt alle Wunden… zweiten und dritten Grades über mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche besteht Lebensgefahr! Faustregel: Die Handfläche der verletzten Person entspricht einem Prozent der Körperoberfläche.
  • Kühlen Sie den betroffenen Körperteil mit lauwarmem Leitungswasser (15 bis 20 Grad) 10 bis 15 Minuten lang (Gesicht mit nassen Handtüchern kühlen). Die schnelle Kühlung lindert den Schmerz und sorgt insbesondere dafür, dass sich die Hitzeschäden nicht noch weiter im Gewebe ausbreiten.
  • Decken Sie die Brandwunden steril und trocken ab und stellen Sie sicher, dass das Verbrennungsopfer nicht auskühlt.
Buchtipp
eRatgeber: Verkehrsunfall – Was tun?
eRatgeber: Verkehrsunfall – Was tun?
3. Stromschlag: Zuerst immer den Stecker ziehen

Schon die üblichen 230 Volt können bei einem Stromschlag Elektroinstallation So trifft Sie nicht der Schlag sehr riskant sein. Es kann zu lebensgefährlichen Muskelkrämpfen oder zu Herzkammerflimmern kommen.

Situation

Ein Handwerker liegt leblos auf einer Baustelle. Unter ihm liegt ein loses Kabel.

 

So reagieren Sie richtig

  • Der Selbstschutz der Rettenden hat oberste Priorität. Unterbrechen Sie deshalb als Erstes unbedingt den Stromkreis (Stecker ziehen, Sicherungen entfernen oder den Hauptschalter betätigen).
  • Berühren Sie die Person nie direkt. Man muss davon ausgehen, dass der Stromkreis nicht sicher unterbrochen ist. Deshalb: Rollen Sie den Verletzten mit einem Holzbesenstiel oder einem anderen nicht leitenden Gegenstand aus der Gefahrenzone.
  • Wenn das Opfer an einem sicheren Ort ist, aber nicht atmet: Beginnen Sie mit der Herzdruckmassage und Beatmung wie in der Anleitung oben. Wenn die Atmung wieder funktioniert: Bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage.
  • Alarmieren Sie die Sanität.

So handeln Sie im Notfall richtig

Ampel-Schema

Das Ampel-Schema des Schweizerischen Samariterbunds zeigt, wie man in einem Notfall vorgehen sollte.

Quelle: ZVG
4. Herzinfarkt: Sofort Ambulanz rufen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigsten Todesursachen in der Schweiz.

Situation

Ein Mann bricht in einer Bar zusammen. Er hält sich die schmerzende Brust Herzkrankheit Was fehlt dir, mein Herz? und schwitzt stark.

 

So äussert sich ein Infarkt

  • heftiger Druck und beklemmende, beengende Schmerzen in der Brust, oft ausstrahlend in Schulter und Arm (meist links), Hals, Unterkiefer oder Oberbauch. Oft verbunden mit Todesangst
  • Übelkeit, Schwäche, Schwitzen, Atemnot, kalte, blasse Haut
  • Die Schmerzen halten länger als 15 Minuten an.

 

So reagieren Sie richtig

  • Alarmieren Sie sofort die Sanität (144).
  • Lagern Sie den Patienten mit angehobenem Oberkörper auf einem Bett, Sofa oder am Boden.
  • Öffnen Sie enge Kleider, Krawatte, Büstenhalter.
  • Bleiben Sie beim Patienten und beruhigen Sie ihn.
  • Bitten Sie einen Helfer, die Ambulanz einzuweisen – es muss schnell gehen.
5. Schlaganfall: Sofort Ambulanz rufen

Der Hirnschlag ist die dritthäufigste Todesursache in der Schweiz – und der häufigste Grund für Invalidität. Pro Jahr erleiden hierzulande rund 16'000 Menschen einen Schlaganfall.

So äussert sich ein Schlaganfall

  • plötzliche Schwäche, Lähmung oder Taubheitsgefühl, meist nur auf einer Körperseite
  • plötzliche Blindheit (oft nur auf einem Auge), Doppelbilder
  • Sprachstörung und Verständnisschwierigkeiten
  • heftiger Schwindel mit Gehunfähigkeit
  • plötzlicher, sehr starker Kopfschmerz

 

So reagieren Sie richtig

  • Alarmieren Sie sofort die Sanität (144).
  • Lagern Sie den Patienten mit flachem Oberkörper in Rückenlage.
  • Bleiben Sie beim Patienten und beruhigen Sie ihn.
  • Bitten Sie einen Helfer, die Ambulanz einzuweisen – es muss schnell gehen.
Ein Mann hält sich die Hand, der abgetrennte Finger liegt vor der Kamera.
Quelle: Joseph Khakshouri
6. Finger abgetrennt: Sofort die Blutung stillen

Unfälle sind die häufigsten Todesursachen – und der zweithäufigste Grund für einen Spitalaufenthalt. Männer erleiden doppelt so viele Arbeitsunfälle wie Frauen (sieben Prozent gegenüber drei Prozent).

Situation

Ein Mann ist in der Werkstatt mit dem Daumen in den Trennschleifer geraten. Der Finger ist abgetrennt, die Wunde blutet stark.

 

So reagieren Sie richtig

  • Schalten Sie den Trennschleifer aus.
  • Beauftragen Sie jemanden, die Sanität (144) zu rufen.
  • Lagern Sie den Patienten flach.
  • Halten Sie die blutende Hand hoch.
  • Drücken Sie mit saugfähigem Verbandsmaterial direkt in die Wunde (zur Not tut es auch ein T-Shirt, ein Halstuch oder etwas Ähnliches).
  • Legen Sie einen Druckverband an.
  • Lagern Sie die verletzte Hand hoch und stellen Sie sie ruhig.
  • Wickeln Sie den abgetrennten Finger möglichst steril ein (zur Not in Papiertaschentücher). Packen Sie ihn in eine Plastiktüte und verschliessen Sie sie.
  • Darüber stülpen Sie eine zweite Tüte, in die Sie kühles Wasser und einige Eiswürfel füllen.
  • Die Tüte mit dem abgetrennten Finger übergeben Sie den Sanitätern.
Rechtsratgeber
Mehr zu Verkehrsunfällen

Bei einem Autounfall mit Blechschaden wird man schnell nervös und vergisst unter Umständen, ein Unfallprotokoll auszufüllen. Beobachter-Mitglieder erfahren, wie sie nach einem Verkehrsunfall im In- oder Ausland richtig vorgehen und was sie in Bezug auf die Autoversicherung wissen sollten.

Wissen, was dem Körper guttut.
«Wissen, was dem Körper guttut.»
Chantal Hebeisen, Redaktorin
Der Gesundheits-Newsletter