Nein. Nebenkosten sind grundsätzlich nur geschuldet, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurden. Sonst gelten sie als im Mietzins inbegriffen. In Ihrem Fall ist die mündliche Nebenkostenabrede allerdings gültig – Sie haben also die Kosten zu Recht bezahlt. Denn weder der Mietvertrag noch die Nebenkosten­abrede müssen schriftlich abgeschlossen werden. Nur wenn es einen schriftlichen Mietvertrag gibt, gilt die Schriftform auch für die Nebenkosten.

Wenn die Nebenkosten jedoch nicht gültig vereinbart wurden, kann der Vermieter nicht argumentieren, der Mieter habe durch die jahrelange Zahlung stillschweigend eingewilligt. Auch bei mündlichen Verträgen ist eine stillschweigende Anerkennung in aller Regel ausgeschlossen. Mieter können die zu viel bezahlten Nebenkosten samt fünf Prozent Zins für die letzten zehn Jahre zurückfordern. Das muss allerdings innerhalb eines Jahres passieren, nachdem der Mieter vom Rückforderungsanspruch erfahren hat.

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Quelle: Beobachter Edition