Im März haben sich das Unispital Zürich (USZ) und die Uni Zürich von Francesco Maisano Fall Maisano Der Professor war nicht einmal Doktor getrennt, dem Leiter der Klinik für Herzchirurgie. Uni-Gutachten hatten Maisano mehrfaches wissenschaftliches Fehlverhalten sowie Verheimlichen von Interessenbindungen vorgeworfen.

Aufgedeckt hat die Sache André Plass. Der leitende Arzt an der Herzklinik meldete der Spitalleitung verschiedene Missstände und fragwürdige Vorgänge . So hatte das USZ von einer «Weltpremiere» berichtet: Maisano sei ein neuartiger Eingriff gelungen. Die Patientin sei wohlauf.

In Wahrheit war bei der Implantation ein Draht gebrochen. Das Chirurgenteam musste ein zweites Implantat einsetzen, das nicht gut platziert werden konnte. In der späteren wissenschaftlichen Publikation war davon nichts zu lesen. «Das Implantat war in Erprobung und noch nicht zugelassen. Umso wichtiger ist eine präzise und vollständige Dokumentation, damit in Zukunft keine Patienten gefährdet werden», so Plass.

Nach Meldung der Missstände geriet Plass intern selbst unter Druck, der im Vorwurf gipfelte, er operiere schlecht. Ein externes Gutachten entlastete ihn vollständig. Das Unispital kündigte ihm trotzdem. Denn sein Verhalten polarisiere. Plass wehrt sich juristisch gegen die Kündigung. Und ist mehr als erstaunt: «Ich habe Missstände gemeldet, die mutmasslich Patienten gefährdeten. Meine medizinische Karriere hat dabei schweren Schaden erlitten. Dass so etwas möglich ist, hätte ich nicht gedacht.»

Prix Courage 2021 – Die Nominierten im Porträt

 

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