Ein Neurologe verabreichte der schwangeren Gabriela Odermatt das Medikament Depakine mit dem Wirkstoff Valproat. Dabei weist die Forschung seit Jahren auf mögliche Schäden am Fötus hin – und Entwicklungsstörungen sind schon seit über 20 Jahren dokumentiert.

Heute ist Gabriela Odermatts Tochter 15 Jahre alt, hat eine Autismusdiagnose und besucht eine heilpädagogische Schule. Der zwölfjährige Sohn kam mit einer Missbildung der Harnröhre zur Welt, leidet unter Konzentrationsschwächen und einem Sprachdefizit – alles typische Beeinträchtigungen von sogenannten Depakine-Kindern.

Seit vier Jahren spricht Gabriela Odermatt öffentlich Epilepsie-Medikament Kinder behindert – wegen riskantem Mittel über ihre Geschichte und realisiert, dass sie nicht allein ist. «Die Kinder mit einem Valproat-Syndrom müssen endlich anerkannt werden. Ich will ihnen eine Stimme geben. Und ich will ein Zeichen setzen gegen die Überheblichkeit der Ärzte und die Arroganz der Pharmariesen.»

Niemand weiss, wie viele Kinder in der Schweiz durch den Wirkstoff Valproat an Missbildungen und Entwicklungsstörungen leiden. Die Heilmittelbehörde Swissmedic spricht von weniger als 30 Fällen – vermutlich ist es aber ein Vielfaches. Inzwischen haben Genfer Anwälte im Namen von zehn geschädigten Kindern, darunter auch Gabriela Odermatts Kinder, Klage eingereicht gegen den Pharmakonzern Sanofi Medikament mit Nebenwirkungen Eltern behinderter Kinder wehren sich vor Gericht sowie gegen mehrere Ärzte. Der juristische Kampf wird noch Jahre dauern.

Prix Courage 2021 – Die Nominierten im Porträt

 

Ihre Stimme zählt!

Die Stimmen der Beobachter-Leserinnen und -Leser sowie jene der Prix-Courage-Jury werden zu je 50 Prozent gewichtet. Bis Sonntag, 17. Oktober 2021, können Sie über das untenstehende Formular für Ihre Favoritin oder Ihren Favoriten abstimmen.

Der oder die Gewinnerin des diesjährigen Prix Courage wird am Freitag, 29. Oktober 2021 bekanntgegeben.

Jetzt Stimme abgeben