Wenn Peter Roth auf die Pirsch geht, führt ihn der Weg häufig in die Grundbuchämter des Berner Oberlands. Zudem stöbert er in Gebäuderegistern und recherchiert im Internet. Roth jagt Informationen: Der 55-Jährige will wissen, ob bei der Nutzung von Zweitwohnungen alles gesetzeskonform abläuft.

Wenn er auf Unregelmässigkeiten trifft, scheut sich Roth nicht, die Missstände öffentlich anzuprangern und die Verantwortlichen zu benennen.

Das war auch diesen Frühling so, als er via «Blick» den Alphüttli-Skandal enthüllte: Scheunen, die ohne Bewilligung zu Wohnzwecken umgebaut wurden.

Erstmals Schlagzeilen Grindelwald Ein Dorf verkauft sich machte Roth 2008. Damals deckte er auf, dass bei vielen Unterkünften in seinem Heimatort Grindelwald der Anteil Erstwohnungen nicht im Grundbuch vermerkt war – trotz Meldepflicht. So können mehr Zweitwohnungen gebaut und verkauft werden, als es das Gesetz erlaubt. 2020 ergab eine Nachkontrolle, dass sich an diesem Zustand kaum etwas geändert hat. «Es wird seit Jahren getrickst, geschlampt und weggeschaut, ohne dass jemand eingreift», ärgert sich Roth.

Wer in einer Region, die vom Tourismus lebt, solche unliebsamen Wahrheiten ans Licht bringt, eckt an. Auch Peter Roth erlebte in Grindelwald heftige Bedrohungen, wurde als Nestbeschmutzer und Verhinderer abgestempelt. Weshalb will er trotzdem unbequem bleiben? «Gesetz ist Gesetz. Es darf nicht sein, dass sich Einzelne aus Eigennutz und Habgier darüber hinwegsetzen.»

Prix Courage 2021 – Die Nominierten im Porträt

 

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Die Stimmen der Beobachter-Leserinnen und -Leser sowie jene der Prix-Courage-Jury werden zu je 50 Prozent gewichtet. Bis Sonntag, 17. Oktober 2021, können Sie über das untenstehende Formular für Ihre Favoritin oder Ihren Favoriten abstimmen.

Der oder die Gewinnerin des diesjährigen Prix Courage wird am Freitag, 29. Oktober 2021 bekanntgegeben.

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