Checkliste: Das Wichtigste auf einen Blick
1. Führerausweis ist Pflicht
2. Fahren auf Velowegen ist erlaubt
3. Licht an!

Was genau ist ein E-Bike?

Das E-Bike ist ein normales Fahrrad mit einer elektrischen Tretunterstützung. Sobald man in die Pedale tritt, unterstützt ein spezieller Motor die Bewegung, und man kommt mit deutlich weniger Kraft schneller vorwärts. Rechtlich gelten E-Bikes als Motorfahrräder. Dabei wird zwischen langsamen und schnellen Elektrovelos unterschieden: Die langsamen – sie gelten als Leicht-Motorfahrräder – haben einen Motor bis 500 Watt, und ihre Tretunterstützung reicht bis maximal 25 km/h. Der Motor der schnellen E-Bikes ist bis zu 1000 Watt stark, ihre Tretunterstützung reicht bis zu 45 km/h (siehe Vergleich unten).

Brauche ich für das E-Bike einen Führerausweis?

Das hängt vom Velotyp ab. Wenn Sie ein langsames E-Bike fahren, brauchen Sie keinen Führerausweis. Für ein schnelles dagegen einen der Kategorie M. Das heisst, wenn Sie kein Auto- oder Töffbillett haben, müssen Sie die Mofaprüfung ablegen.

Wie alt muss man sein, um ein E-Bike zu fahren?

Mindestens 14-jährig. Allerdings brauchen Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 auch für langsame E-Bikes einen Führerausweis der Kategorie M.

Wo darf ich mit meinem E-Bike fahren?

Auf Velowegen und Velostreifen. Mit langsamen Elektrovelos darf man auch Wege benutzen, die für Motorfahrräder gesperrt sind. Ebenso Fusswege, die mit «Velo gestattet» gekennzeichnet sind. Mit schnellen E-Bikes darf man das nur bei abgeschaltetem Motor.

Wie schnell darf ich fahren?

So schnell, wie es erlaubt ist. Das heisst: Sie müssen sich an die allgemeinen und signalisierten Höchstgeschwindigkeiten halten. In einer 30er-Zone gilt die Limite also auch für E-Biker – auch wenn ihr Gefährt keinen Tacho hat.

Darf ich Kinder mitführen?

Ja, Sie können bis zu drei Kinder transportieren – eines auf dem Kindersitz und maximal zwei in einem geschützten Veloanhänger.

Wie muss das E-Bike ausgerüstet sein?

Mit zwei kräftigen Bremsen, einer gut hörbaren Glocke sowie einem nach hinten gerichteten Rückstrahler. Schnelle E-Bikes brauchen zusätzlich einen Rückspiegel. Seit April 2022 müssen alle E-Bikes mit einem Tagfahrlicht ausgestattet sein – unabhängig davon, ob sie schnell oder langsam sind oder ob es sich um ein E-Rennvelo, E-Mountainbike oder E-Citybike handelt. Ab April 2024 brauchen schnelle Bikes zudem einen Tacho.

Welches Licht brauchts?

Mindestens zwei fest angebrachte, ruhende Lichter – vorn weiss, hinten rot. Die Leuchten können auch abnehmbar sein, während der Fahrt aber müssen sie am E-Bike befestigt sein – und nicht etwa an der Jacke des Fahrers. Auch ein Dynamo sowie zusätzliche blinkende Lichter – etwa hinten am Helm – sind erlaubt.

Wann und wo muss ich auch tagsüber mit Licht fahren?

Auf allen öffentlichen Verkehrsflächen. Dazu gehören auch Waldwege oder Bike-Trails, falls sie nicht ausschliesslich dem privaten Gebrauch dienen und damit nur einem bestimmten Benutzerkreis offenstehen. Wenn die Sichtverhältnisse gut sind, muss nur das Frontlicht eingeschaltet sein. Bei Dunkelheit oder Nebel auch das Rücklicht.

Was droht mir, wenn ich tagsüber ohne Licht unterwegs bin?

Eine Busse von 20 Franken.

Ist ein Velohelm obligatorisch?

Ja, für alle, die mit einem schnellen E-Bike unterwegs sind. Für die Fahrt mit einem langsamen gibts keine Helmpflicht. Wer seinen Kopf schützen will, trägt aber auch dann einen.

Brauche ich ein Kontrollschild fürs E-Bike?

Ja, falls Sie ein schnelles E-Bike fahren. Die Nummer und die dazugehörige Vignette erhalten Sie meist direkt vom Händler oder beim kantonalen Strassenverkehrsamt. Langsame E-Bikes benötigen kein Nummernschild.

Welche Versicherung zahlt, wenn ich einen Unfall verursache?

Bei einem schnellen E-Bike die obligatorische Haftpflichtversicherung, die Sie abschliessen müssen. Wenn Sie ein langsames E-Bike fahren, springt normalerweise die Privathaftpflicht ein. Sie kann bei schnellen Elektrovelos auch den Teil des Schadens übernehmen, der die Versicherungssumme der obligatorischen Haftpflichtversicherung übersteigt. Am besten überprüfen Sie Ihre Police, damit Sie sicher sind, was gedeckt ist.

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Wie bei den Vierrädern gelten auch für Zweiräder gewisse Regeln. Erfahren Sie als Beobachter-Abonnent, welche speziellen Verkehrsregeln Velofahrer beachten sollten, wie Sie und Ihre Kinder mit dem Drahtesel am sichersten unterwegs sind und ob auf dem Velo eine Helmpflicht gilt.

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Norina Meyer, Redaktorin
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