Von nichts kommt nichts. Das lernt man bereits als Kind. Und später bestätigt sich diese Redewendung: Wer als Hausbesitzer Strom und Geld sparen will, muss zuerst investieren – in sparsame Haushaltsgeräte. Denn man kann sich noch so viel Mühe geben, die maximale Füllmenge der Waschmaschine ausnutzen und das Gefrierfach regelmässig abtauen: Bei alten, ineffizienten Geräten resultiert am Ende doch eine hohe Stromrechnung. Darunter leiden Portemonnaie und Umwelt.

Stromsparen im Haushalt beginnt also schon beim Einkauf. Es lohnt sich immer, Geräte anzuschaffen, die einen geringen Stromverbrauch haben – nicht nur im Betrieb, sondern auch im Stand-by-Modus (siehe Artikel zum Thema «Stand-by: Stromsparen geht sogar im Schlaf»). Seit 2002 können Konsumenten dank der Energieetikette für Haushaltsgeräte auf ­einen Blick erkennen, ob es sich bei einem Produkt um einen Stromsparer oder einen Stromfresser handelt. Die Skala der Energieetikette reicht üblicherweise von A bis G. Das A im grünen, kurzen Balken bezeichnet Geräte der besten Energieklasse, das G im roten, langen Balken jene der schlechtesten. Auch der Energieverbrauch in Kilowattstunden ist auf der Etikette ­jeweils angegeben. Die Stromeinsparung eines A-Geräts gegenüber einem G-Gerät beträgt rund 50 Prozent oder noch mehr.

Grossgeräte wie Waschmaschine oder Gefrierschrank verbrauchen viel Strom und bieten deshalb auch das grösste Sparpotential:

  • Kühl- und Gefriergeräte: Weil es mittlerweile etliche Geräte gibt, die die Anforderungen der A-Klasse weit übertreffen, werden besonders sparsame Kühlschränke und Gefriergeräte mit A+ und die Klassenbesten mit A++ ausgezeichnet. Bereits ein B-Gerät verbraucht rund doppelt so viel Energie wie eines der Klasse A++.

  • Waschmaschinen: Bei diesen Geräten reicht die Skala zwar nur von A+ bis G, dafür erhalten die besten Maschinen einmal ein A+ und gleich zweimal ein A. Denn bewertet werden neben der Energieeffizienz auch die Wasch- und die Schleuderwirkung. Auf der Energieetikette ist ausserdem der Wasserverbrauch in Litern pro Waschgang ersichtlich.

  • Geschirrspüler: Auch die besten Geschirrspüler werden mit einem dreifachen A ausgezeichnet: je eines für Energieeffi­zienz, Reinigungs- und Trockenwirkung. Auch hier ist der Wasserverbrauch auf der Etikette ersichtlich.

  • Wäschetrockner: Damit ein Tumbler in die A-Klasse eingeteilt wird, darf er im Programm «Schranktrocken» höchstens 0,55 Kilowattstunden Strom pro Kilogramm Wäsche verbrauchen. Wichtig zu wissen: Es gibt mittlerweile Tumbler mit Wärmepumpe, die bezüglich Energie­verbrauch bereits 40 Prozent unter dem A-Klasse-Grenzwert liegen.

  • Backöfen: Hier fällt die Energieklasse weniger ins Gewicht. Die meisten neuen Backöfen sind sowieso mit A ausgezeichnet, und der Unterschied zu B-Geräten ist relativ klein. Empfehlenswert ist aber die Wahl eines Backofens mit katalytischer Reinigung, da die pyrolytische Reinigung sehr energieaufwendig ist. Bei Öfen mit katalytischem Reinigungsver­fahren sind die Innenwände speziell beschichtet: Bei einer Temperatur von 200 bis 300 Grad Celsius werden die Fettverschmutzungen in Verbindung mit Sauerstoff in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt. Bei der pyrolytischen Reinigung werden Brat- und Backrückstände (Eiweiss, Fett, Kohlenhydrate) bei sehr hohen Temperaturen zu Asche verschwelt, die anschliessend aus dem Gerät gewischt werden kann.


Auch bei kleineren Haushaltsgeräten und bei Unterhaltungselektronik sollte man die Energieeffizienz beachten, obwohl bei ihnen der Spareffekt weniger ins Gewicht fällt. Allerdings ist die Prüfung etwas aufwendiger, denn bei den Kleingeräten fehlt die Energieetikette. Und wer schon lange einen Grund gesucht hat, seinen alten Röhrenfernseher durch ein modernes TV-Gerät mit Flachbildschirm zu ersetzen, hier ist er: Bei gleicher Bildschirmgrösse verbraucht der LED-LCD-Fernseher rund 80 Prozent weniger Energie.

Hilfreich beim Aufspüren von strom­sparenden Geräten ist die Internetseite www.topten.ch. Ob Wäschetrockner, Kaffeemaschine, Luftbefeuchter oder DVD-Rekorder: Hier werden diejenigen Geräte aufgelistet, die am wenigsten Strom verbrauchen. Ausserdem finden sich andere wichtige Angaben wie Kaufpreis, Grösse und weitere technische Merkmale. Auch die Stromkosten während der gesamten Lebensdauer der einzelnen Geräte können verglichen werden.

Wer die Preise der auf topten.ch aufgelisteten Bestgeräte mit den Anschaffungskosten für ein Standardgerät vergleicht, wird schnell merken, dass Energieeffi­zienz oft auch ihren Preis hat. Die Mehrkosten von meist ein paar hundert Franken für ein Grossgerät zahlen sich aber dank dem tieferen Stromverbrauch über die gesamte Lebensdauer der Geräte nicht selten mehr als aus. Übrigens: Die Preise auf topten.ch sind Listenpreise. Im Handel erhält man die Geräte meist günstiger.

Den Nachweis, dass sich die Mehrkosten für die Anschaffung energieeffizienter Geräte lohnen, erbringt eine vom WWF in Auftrag gegebene Studie von topten.ch und der Schweizerischen Agentur für ­Energieeffizienz (SAFE). Dafür wurden die Stromkosten von Bestgeräten mit jenen von Standardgeräten über eine angenommene ­Lebensdauer von 15 Jahren ver­glichen (siehe im Artikel zum Thema «Stand-by: Stromsparen geht sogar im Schlaf» den Hinweis «Sparpotential»). Es zeigt sich: Wer konsequent auf die sparsamsten Geräte setzt, kann in 15 Jahren 4360 Franken sparen.

Was aber tun, wenn im Keller ein uralter stromfressender Gefrierschrank steht, der läuft und läuft? Soll man ihn trotzdem durch ein effizienteres Gerät ersetzen? Oder was, wenn beim vier Jahre alten Ablufttumbler eine kleine, nicht allzu teure Reparatur ansteht? Flicken lassen? Oder ein Neugerät kaufen, das auf dem aktuellsten technischen Stand ist? Die Antworten: den Gefrierschrank auf jeden Fall austauschen, den Tumbler zumindest aus öko­logischen Beweggründen. Gerade bei Geräten wie diesen kann es sich aus ökologischen und ökonomischen Überlegun­gen lohnen, ein altes Modell zugunsten eines sparsameren zu entsorgen. Studien des Bundesamts für ­Energie haben gezeigt, dass sich etwa bei einem Kühl- oder Gefriergerät, das älter als zehn Jahre ist, der Ersatz durch ein Gerät der Klasse A++ aus ökologischen und finanziellen Gründen so oder so lohnt – selbst wenn das alte Gerät noch einwandfrei läuft.

Gemäss SAFE rechnet sich aus ökologi­scher Sicht der Tausch eines reparatur­bedürftigen Kondensations- oder Ablufttumblers gegen einen Wärmepumpentumbler bereits nach Ablauf der Garantiefrist. Zudem können so die Stromkosten halbiert werden. Rein finanziell betrachtet, lohnt sich ein Ersatz des Tumblers und anderer Grossgeräte wie Waschmaschine oder Geschirrspüler hingegen erst, wenn die Reparaturkosten im Vergleich zum Neupreis eines Topgeräts zu hoch sind. Folgende Ersatz-Faustregel liefert dies­bezüglich Anhaltspunk

  • Bei drei bis vier Jahre alten Geräten lohnt sich der Ersatz erst, wenn die Reparaturkosten bei mindestens 40 bis 50 Prozent des Neupreises liegen.
  • Fünf bis sechs Jahre alte Geräte lohnt es sich bereits ab Reparaturkosten von 20 bis 30 Prozent des Neupreises zu ersetzen.
  • Bei Geräten, die älter als sieben Jahre sind, rechnet sich der Ersatz schon ab 10 bis 20 Prozent.
  • Bei Kühl- und Gefriergeräten, die mehr als sieben Jahre auf dem Buckel haben, ist der Austausch sogar bereits ab Reparaturkosten von fünf bis zehn Prozent des Neupreises sinnvoll.
  • Bei Herd und Backofen lohnt sich die Reparatur auch bei höheren Kosten, da sie eine längere Lebensdauer haben.

Die Beachtung der Ersatz-Faustregel und die Anschaffung von energieeffizienten Haushaltsgeräten lohnt sich – dem Portemonnaie und der Umwelt zuliebe.


Ob zu Hause umweltfreundlich erzeugter Strom fliessen soll, entscheidet der Kunde selbst. Die Zahl entsprechender Labels ist gross, doch nicht jeder «Ökostrom» verdient diese Bezeichnung.

In den Regalen der Lebensmittelläden haben wir längst die Qual der Wahl ­zwischen «Bio», «TerraSuisse», «Naturaplan» und so weiter. Das gilt vermehrt auch bei der Wahl des Stroms, der aus unseren Steckdosen kommt. Die Stromlieferanten setzen auf «Grün» und haben sich viele unterschiedliche Produkt­bezeichnungen für umweltfreundliche Elektrizität ausgedacht: Sie lauten beispielsweise «Ökopower», «Aquapower», «Purepower» oder «1to1 Energy Water Star». Doch nicht jeder Strom, der als «ökologisch» angepriesen wird, ist auch ökologisch. «Es gibt einige sogenannte Ökostrom-Produkte, die dieses Prädikat eigentlich nicht verdienen», sagt Ursula Stocker von der Geschäftsstelle des ­Vereins für umweltgerechte Elektrizität (VUE) in Zürich. Ein Grossteil dieses Stroms werde zwar klimaschonend ­produziert, er sei deshalb aber nicht zwingend auch ökologisch.

Als klimaschonend gelte Strom, wenn er aus erneuerbaren und CO2-armen Energiequellen wie etwa Wasser, ­Sonnenwärme oder Wind produziert werde, sagt WWF-Stromexpertin Ulrike Saul. «Als ökologisch gilt Strom allerdings erst, wenn weitere Auflagen ­eingehalten werden.» So dürfen Solar- und Windanlagen nicht auf der grünen ­Wiese oder in Naturschutzgebieten ­erstellt werden. Noch strenger sind die Vorgaben bei den Wasserkraftwerken, denn Stauseen setzen ganze Täler unter Wasser, und die Unterläufe gestauter Flüsse verkommen oft zu für Flora und Fauna wertlosen Rinnsalen. «Als öko­logisch gilt ein ­Wasserkraftwerk ­darum erst, wenn es, den Möglichkeiten entsprechend, das Gewässerökosystem schont – also etwa Fischtreppen gebaut werden und eine naturnahe Uferverbauung realisiert wird», so Ulrike Saul.

Labels lindern die Qual bei der Stromauswahl. Der VUE hat für echten Ökostrom das Qualitätszeichen «Nature­made Star» geschaffen und für Strom, der zumindest aus erneuerbaren Quellen stammt, das Label «Nature­made ­Basic». Mit diesen beiden Labels sind rund 50 Prozent des umweltfreund­lichen Stroms in der Schweiz ausgezeichnet. Weitere Orientierungshilfen sind die Labels des deutschen TÜV (EE01 und EE02) – beide entsprechen ungefähr dem Standard von «Naturemade ­Basic». Natürlich kostet solcher Strom mehr als der normale Basismix. Der Aufpreis für «Naturemade Basic» und ähnlichen Strom ist aber vernachlässigbar – er liegt zwischen 0,5 und 2 Rappen pro Kilowattstunde. Der Mehrpreis für echten Ökostrom aus Wasserkraftwerken liegt bei mindestens 3,5 Rappen und um einiges höher, wenn der Ökostrom nur aus Solar- oder Windkraftwerken stammt.

Als Kunde hat man ausserdem gerade mit dem ­Label «Naturemade» die Gewissheit, dass der Stromlieferant auch tatsächlich die entsprechende Menge des gewählten Stromprodukts produziert beziehungsweise einkauft: Der Lieferant muss dem VUE jährlich seine Energiebilanz offenlegen. Und wer sich für den mit «Naturemade» ausgezeichneten Strom entscheidet, trägt gleich noch zur Förderung von erneuerbaren Energien und Ökostrom bei. Ein Teil des Aufpreises wird nämlich wieder in derartige Projekte investiert.

Weitere Infos www.naturemade.ch

So viel Geld kann man mit energieeffizienten ­Geräten in 15 Jahren sparen:

TumblerFr.1050.–
LuftbefeuchterFr.870.–
GeschirrspülerFr.470.–
KühlschrankFr.440.–
GefriergerätFr.410.–
WaschmaschineFr.400.–
KaffeemaschineFr.360.–
KochfeldFr.260.–
BackofenFr.100.–


Quelle: Topten.ch/safe

Fördergelder erhält nicht nur, wer mit der grossen Kelle anrichtet und sein Haus umfassend energetisch saniert (siehe Artikel zum Thema «Finanzierung: Geld für Haus und Umwelt»). Vielerorts wird auch die Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte unterstützt – ein Angebot, das auch für Mieter interessant ist. Der finanzielle Motivationsschub ist aber nicht schweizweit gleich geregelt. Von wem Sie einen Zustupf erwarten können, erfahren Sie, wenn Sie auf der Internetseite www.energiefranken.ch die Postleitzahl ­Ihres Wohnorts eingeben. Wie viel sie bekommen, ist dann auf der Homepage der jeweiligen Förderstelle ersichtlich. So erhält man in Zürich beim Kauf einer Kaffeemaschine mit Abschaltautomatik bis zu 100 Franken aus dem Stromsparfonds des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ). Wer in Bern einen energie­effizienten Raumluft-Wäsche­trockner kauft, ­erhält 250 Franken bar auf die Hand. Und in ­Tamins GR gibts für einen neuen Kühlschrank der Energieklasse A++ 200 Franken.

www.energiefranken.ch