Redaktorin Andrea Haefely

Andrea Haefely

Redaktorin

Grosse und kleine Missstände aufdecken, Menschen mit ihren Schicksalen kennenlernen und sie für unsere Leserinnen und Leser erfahrbar machen – das liebe ich an meinem Beruf. Mein Gerechtigkeitssinn, meine Neugier und manchmal auch mein Faible für Skurriles dienen mir dabei als Leitfeuer.

Ursprünglich Kunsthistorikerin und Anglistin, hat es mich vor 25 Jahren per Zufall in den Journalismus gespült. Zuerst als Fachjournalistin im IT- und Telekombereich, später als Wirtschaftsredaktorin bei der «Sonntagszeitung» und «Cash». Den Beobachter kenne ich schon seit meiner Kindheit, er lag in unserem Haushalt auf. Es war immer klar: Was der Beobachter schreibt, hat Hand und Fuss. Als ich das Inserat für meine heutige Stelle – damals noch in einer Zeitung – entdeckte, wusste ich: Da will ich hin. Es klappte. Das war vor 20 Jahren.

Seither recherchiere ich betrügerischen Unternehmen hinterher, schreibe über Neonazis in Liechtenstein, Hundetanz, die letzten Tage des Appenzeller Kapuzinerklosters und menschliche Schicksale wie jenes des Vaters, dessen Sohn von der Mutter nach Russland entführt wurde. Weitreichende Konsequenzen hatte etwa meine Recherche zur Psychosekte Kirschblütengemeinschaft, die sich in einer der grössten Schweizer Psychiatrien breitgemacht hatte. Ein weiteres Steckenpferd: Konsumthemen. 

Als Journalistin wird man oft – und oft ungeschickt – belogen, etwas, was ich gar nicht mag. In meinem Buch «Schweigen, Schummeln, Lügen» konnte ich mich ausführlich mit dem Thema auseinandersetzen. Meine Liebe zum Kochen führte zu einer Kochkolumne mit eigenen Rezepten, die fast fünf Jahre im Beobachter erschienen und gesammelt als Buch veröffentlicht wurden: «Haefelys Töpfe. Die 99 besten Rezepte aus dem «Beobachter».