Wer eine Wohnung sucht, braucht aktuell Nerven, Zeit und – wenn er oder sie in der Stadt wohnen möchte – vor allem Geld. Im Kanton Luzern lag die Leerwohnungsziffer bei der letzten Erhebung des zuständigen Statistikzentrums bei 0,78 Prozent. Der Markt ist ausgetrocknet

Unter Wohnungssuchenden sorgen Finderlöhne in Inseraten für zusätzliche Nervosität. «Arzt sucht Wohnung» – schrieb jemand kürzlich in die Luzerner Facebook-Gruppe «Kanton Luzern, suchst du eine Wohnung?». Zwei Parkplätze seien zwingend, stand im Aufruf, und dann der Zusatz: «1000 Franken Finderlohn bei erfolgreicher Vermittlung». 

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Auf Ron Orp, einer Digitalplattform für alle möglichen Angebote, tauchen ähnliche Inserate auf. Für die Vermittlung einer Wohnung im Zürcher Kreis 2, 3, 6 oder 8 bietet aktuell jemand einen Finderlohn von 500 Franken.

«Biete Finderlohn für eine freie Wohnung» – solche Einträge sind keine Seltenheit. 

Das ist natürlich erlaubt. Und dennoch sorgen die finanziellen Lockmittel auf dem Wohnungsmarkt für wütende Kommentare und Enttäuschung unter den Mitbewerbern. «Es ist nicht nur traurig, sondern auch nervend», schreibt jemand bei Ron Orp, dass sich hinter «Biete»-Inseraten regelmässig keine freien Wohnungen finden, sondern sich eben das Angebot eines Finderlohns versteckt. «Biete Finderlohn für eine freie Wohnung» – solche Einträge sind keine Seltenheit.

Die Enttäuschung ist nachvollziehbar, weil das Problem eines ohnehin umkämpften Marktes verschärft wird: Wer Geld hat, ist im Vorteil. Menschen mit vollem Portemonnaie können sich bessere Wohnungen in gehobenen Gegenden leisten. Aufgrund ihres Einkommens oder Vermögens erhalten sie eher einen neuen Mietvertrag als Mieter in prekären finanziellen Verhältnissen. Mit dem Finderlohn verschaffen sie sich zusätzliche Vorteile.

Eine kurze Recherche auf einschlägigen Plattformen zeigt: Diese «Finderlöhne» werden selten über offizielle Immobilienportale wie Homegate angeboten. Sondern dort, wo die Community direkt interagiert. Also auf Facebook, in Telegram-Chats oder Plattformen wie Ron Orp. Nicht nur Private suchen auf diese Weise. Auch der Grundeigentümer-Verband Schweiz sucht mit einem Finderlohn von 1000 Franken nach «spannenden Immobilien» für seine Mitglieder. 

Das Nachsehen haben Wohnungssuchende, die ohnehin knapp bei Kasse sind. 

Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 7. Mai 2026 veröffentlicht. 

Was denken Sie?

Was halten Sie von Finderlöhnen bei der Wohnungssuche? Unfairer Wettbewerbsvorteil oder zulässiges Mittel auf einem freien Markt? Und würden Sie selbst dafür zahlen, um schneller an eine Wohnung zu kommen? Diskutieren Sie in der Kommentarspalte mit!

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Quellen