Seit 31 Jahren wohnt Simone Gröflin-Tabet an der General-Guisan-Strasse in Arlesheim BL. Die Wohnung sei in dieser Zeit ein «Anker» geworden, der ihr Halt gebe. Doch jetzt muss sie raus. Die Vermieterin, die Pensionskasse Coop, hat den Mietvertrag gekündigt. «Ich wage nicht, daran zu denken, was passiert, wenn ich gehen muss», sagt Gröflin-Tabet.

Die in die Jahre gekommene Überbauung mit 95 Einheiten wurde soeben saniert, die Mieten wurden angepasst. Neu kosten alle identischen Wohnungen gleich viel. Doch damit ist die 75-Jährige überhaupt nicht einverstanden.

Konsequent ihr Recht gefordert

Im Gegensatz zu vielen Nachbarn hat Gröflin-Tabet in den letzten Jahren konsequent von ihrem guten Recht Gebrauch gemacht und bei sinkenden Hypozinsen eine Mietzinssenkung verlangt. 410 Franken mehr soll sie jetzt zahlen, 2080 Franken insgesamt. «Bei der gleich grossen 4,5-Zimmer-Wohnung der Nachbarin sind es nur 230 Franken. Das ist unfair.»

«Wir haben Frau Gröflin-Tabet die gleichen Konditionen für den Abschluss eines neuen Mietvertrags offeriert wie anderen Mietern», sagt Danilo Zampieri, Leiter Immobilien der Coop-Pensionskasse. Mit allen anderen Bewohnern habe man sich einigen können. Auch wenn die Kündigung für die streitbare Seniorin einen gravierenden Einschnitt bedeutet: Eine Rücknahme sei weder angezeigt noch möglich, so Zampieri.

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Für Gröflin-Tabet kein Grund, klein beizugeben: «Ich bin im Umgang sicher nicht die Einfachste. Aber ich lasse mir nicht alles bieten und kämpfe für meine Rechte.» Sie hat die Kündigung angefochten, im März entscheidet die Schlichtungsstelle.