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LawinengefahrWer haftet bei einem Lawinenniedergang?

Neben der markierten Piste zu fahren, ist sehr verlockend – kann bei Lawinengefahr aber auch sehr schnell ins Geld gehen. Und wer zahlt eigentlich, wenn der Schnee An- oder Abreise bei Skiferien verhindert?

«Unbefleckte» Schneehänge mögen anziehend wirken. Bei einem Unfall kann die Versicherung die Geldleistungen jedoch kürzen.
Von und aktualisiert am 16. Januar 2019

Schneebedeckte Berge sind wunderschön – und gefährlich. Da gibt es Lawinen, Wetterumschläge, Gletscherspalten, Eis- und Blitzschläge. Mehr als 33'000 Unfälle mit Skifahrern und Snowboardern zählt die Schweizerische Unfallversicherung (Suva) pro Jahr und kommt dabei auf laufende Kosten von 286 Millionen Franken.

Rücksicht auf andere Schneesportler und Eigenverantwortung sind also absolut zentral. Letzteres insbesondere wenn man sich abseits der markierten Piste begibt. Wintersportler müssen die Routen entsprechend ihren Fähigkeiten wählen, sich informieren, genügend ausrüsten und aufmerksam sein. Was aber, wenn trotzdem etwas passiert? Wer haftet? Springt eine Versicherung ein?

Versicherung kann bei Lawinengefahr Leistungen kürzen

Wenn jemand abseits der Piste einen Unfall verursacht, übernimmt seine Unfallversicherung Skiunfall Zahlt die Unfallversicherung? die Bergungs-, Heilungs- und Erwerbsausfallkosten. Sie kann jedoch die Geldleistungen wie etwa Taggelder kürzen, wenn der Verunfallte grob fahrlässig gehandelt hat oder ein Wagnis eingegangen ist. Wenn er sich also einer besonders grossen Gefahr ausgesetzt hat, ohne das Risiko mit Vorsichtsmassnahmen auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren. Darunter fällt etwa eine Schneeschuhwanderung bei erheblicher Lawinengefahr ausserhalb der markierten Route.

Bei einem Wagnis kann die Unfallversicherung in besonders schweren Fällen die Leistung sogar ganz verweigern, wobei die Rettungs- und Heilungskosten aber gedeckt bleiben.

4 Fragen: Wenn Schneefall und Lawinen alles lahmlegen

  1. Wo kann ich mich über die aktuelle Strassenlage informieren?
    Aktuelle Meldungen zum Strassenzustand und zu Staus bietet der TCS mit einer stetig aktualisierten Karte. Auch die Kantone, zum Beispiel Graubünden oder das Wallis, stellen aktuelle Informationen zur Strassenlage zur Verfügung.
     
  2. Wir haben einen Skipass für eine Woche. Aufgrund der Lawinengefahr mussten wir aber für einen Tag darauf verzichten. Gibt es Geld zurück?
    Prüfen Sie für diese Frage die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu Ihrem Skipass. Denn jede Bahn kann selber bestimmen, ob sie Geld zurückzahlt, wenn ihre Anlagen wegen schlechten Wetters nicht laufen. Tipp: Lassen Sie sich von einer strengen Regelung in den AGB nicht abschrecken; manche Anbieter sind in solch speziellen Situationen kulant.
     
  3. Muss ich den verpassten Arbeitstag nachholen, wenn die Abreise aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht möglich war?
    Ja, das müssen Sie. Wenn Sie aufgrund äusserer Umstände oder höherer Gewalt (wie bspw. Naturkatastrophen) nicht oder zu spät zur Arbeit erscheinen Zugverspätung Muss ich die Arbeitszeit nachholen? , müssen Sie die verpasste Arbeitszeit nachholen.
     
  4. Aufgrund der schwierigen Schneeverhältnisse fällt meine Nanny aus und ich kann nicht zur Arbeit erscheinen, da ich mich um mein Kind kümmern muss. Habe ich trotzdem Anspruch auf Lohn?
    Wenn es sich um einen Notfall handelt, haben Sie die gesetzliche Pflicht, sich um Ihr Kind zu kümmern Berufstätige Eltern Rechte und Pflichten gegenüber dem Chef und können es nicht einfach alleine lassen. Gemäss Art. 324a OR hat man Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn man an der Arbeit verhindert ist und zwar nicht nur bei eigener Krankheit, sondern auch wegen Erfüllung gesetzlicher Pflichten. Darauf können Sie sich berufen.

Variantenfahrer: Bergbahnen haften nicht

Freerider oder Variantenfahrer lassen sich zwar mit der Bahn nach oben transportieren, verlassen dann aber bewusst die Piste. Und damit den Bereich, den die Bahnbetreiber so weit wie möglich vor Gefahren wie Lawinen schützen müssen: die markierte Piste und den zwei Meter breiten Randstreifen daneben. Die Bahnbetreiber müssen jedem Pistenbenutzer mit Warn- oder Verbotstafeln sonnenklar anzeigen, wo der gesicherte Bereich endet. Absperrungen sind aber nur ausnahmsweise erforderlich.

Im freien Gelände sind Ski- und Snowboardfahrer dann ganz auf sich gestellt, sie tragen die volle Eigenverantwortung. Wenn etwas passiert, können sie die Bahnbetreiber nicht zur Rechenschaft ziehen. Und ob eine Versicherung zahlt, ist eine andere Frage.

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Wer einen Touren- oder Bergführer bucht Bergunfall Wenn Alpinisten verunglücken , gibt ihm einen Teil der Eigenverantwortung ab. Wer gewerbsmässig Touren ausserhalb der markierten Pisten anbietet, untersteht dem Gesetz für Risikoaktivitäten. Er benötigt eine Bewilligung sowie eine Haftpflichtversicherung.

Zudem muss er alle möglichen und angemessenen Massnahmen treffen, um das Leben und die Gesundheit seiner Kunden nicht zu gefährden. Ehrenamtliche Tourenleiter des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) unterstehen nicht diesem Gesetz. Aber auch sie haben – wie alle Guides – Sorgfaltspflichten Lawinengefahr Diese Ausrüstung braucht man . Sie müssen die Tour sorgfältig vorbereiten und planen, die Teilnehmer gewissenhaft aussuchen sowie die Gruppe überwachen und betreuen. Ein Guide haftet bei einem Unglück nur, wenn er die Sorgfaltspflichten verletzt hat.

Schneeschuhlaufen: Augen auf!

Schneeschuhläufer bewegen sich oft fernab von Bergbahnen. Sie sind grundsätzlich selbst für ihre Sicherheit und für Schäden verantwortlich, die sie verursachen. Das gilt auf offiziellen Schneeschuhrouten und abseits davon. Signalisierte und gesicherte Routen können sie zwar grundsätzlich gefahrlos begehen. Doch auch hier muss man stets aufmerksam sein und versuchen, mögliche Gefahren zu erkennen. Denn die Routenbetreiber sind zwar verpflichtet, alle zumutbaren und technisch möglichen Vorkehrungen zu treffen, damit niemand zu Schaden kommt. Sie müssen aber nur dann vor gefährlichen Stellen warnen oder gar davor schützen, wenn diese nicht offensichtlich sind.

Wichtig: Das grösste Risiko für Schneeschuhläufer sind Lawinen. Die können bis in Waldgebiete vordringen und auch in lichten Wäldern entstehen.

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