Der Bundesrat will die Mindestfranchise in der Grundversicherung erhöhen. Wer sich für die tiefste Franchise entscheidet, soll künftig mindestens 400 Franken pro Jahr selbst zahlen, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt. Der Bundesrat hat die entsprechende Gesetzesänderung in die Vernehmlassung geschickt. Die Massnahme soll dazu beitragen, die Gesundheitskosten zu bremsen. In unserer Kommentarspalte steht jedoch eine andere Frage im Zentrum: Werden die Kosten wirklich gesenkt oder einfach abgewälzt?

Leser Georg Stamm sieht in der Erhöhung keine echte Sparmassnahme. «Neue Sparregelungen nützen nichts, wenn sie nicht kontrolliert werden. Die Erhöhung der Mindestfranchise ist demgegenüber nur eine Kostenverlagerung zum Patienten. Mit Einsparungen hat das nichts zu tun.»

Auch Walter Negro kritisiert den Entscheid vehement. Für ihn liegt das Problem nicht bei den Versicherten, sondern im System. «Die kranke Bevölkerung wird genauso oft zum Arzt gehen müssen, nur danach wird sie zum Leben weniger Geld zur Verfügung haben. Viele Familien können sich die monatlichen Krankenkassenprämien nicht mehr leisten.»

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Ungleiche Verteilung

Mehrere Kommentare drehen sich um die Frage, wen die Erhöhung besonders trifft. Beatrice Jucker schreibt: «Ich finde es einen Hohn gegenüber dem Fussvolk. Vor allem für die Kleinverdiener, chronisch Kranken, Pensionäre und Familien des Mittelstands.» Sie selbst gibt an, einen grossen Teil ihres Einkommens für die Krankenkasse aufzuwenden.
 

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Auch Ingrid Laas sieht die Belastung ungleich verteilt. Für Gutverdienende sei die Erhöhung kaum spürbar, während sie für andere deutlich ins Gewicht falle.

«Unglaubliche Anspruchshaltung»

Hanspeter Meier verweist auf die aus seiner Sicht gestiegenen Ansprüche im Gesundheitswesen. «Die Anspruchshaltung von sehr vielen Patienten ist heutzutage unglaublich», schreibt er. Die höhere Franchise werde deshalb einige «zu Recht treffen», auch wenn sie gleichzeitig auch noch andere betreffe.

Er bringt ausserdem ein Bonus-Malus-System ins Spiel. Wer selten Leistungen bezieht, könnte belohnt werden – wer das System stärker beansprucht, würde mehr zahlen. Diskutiert wird auch über eine Einheitskrankenkasse oder strengere Regeln, damit Kosten tatsächlich gesenkt werden.

Wie sehen Sie das?

Ist die höhere Mindestfranchise ein sinnvoller Schritt – oder werden die Kosten einfach zu den Versicherten verschoben? Und braucht es grundsätzliche Änderungen im System, etwa eine Einheitskasse oder ein Bonus-Malus-Modell? Diskutieren Sie mit in der Kommentarspalte!

Gemeinsam ein Zeichen setzen

Genau an diesem Punkt setzt die Beobachter-Petition «Wer zahlt, soll mitbestimmen» an. Sie fordert mehr Transparenz und verbindliche Mitsprache bei Tarifverhandlungen im Gesundheitswesen. Jetzt unterschreiben und ein Zeichen setzen! Sie können die Petition auch über Whatsapp teilen:

Petition Beobachter Prämienticker
Beobachter-Petition: Wer zahlt, soll mitbestimmen
Wir fordern verbindliche Mitsprache – fair, transparent und demokratisch.