Gemäss Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz dürfen die Inkassokosten nicht auf den Schuldner überwälzt 
werden. Bild: Thinkstock Kollektion

MahnungMuss ich fürs Inkasso zahlen?

Frage: Ich habe eine Rechnung offen. Nun mahnt mich eine Inkassofirma. Sie fordert den Rechnungsbetrag sowie Verzugszins und Verzugsschaden. Muss ich alles bezahlen?

von Rita Perissetaktualisiert am June 03, 2016

Nein, Sie schulden der Inkassofirma nur den Hauptbetrag und den Verzugszins. Der Verzugszins beträgt fünf Prozent des Rechnungsbetrags, sofern kein anderer Zinssatz mit dem Rechnungssteller vereinbart wurde. Auch Mahnkosten sind geschuldet, wenn diese mit dem Rechnungssteller vereinbart waren.

Andere Posten auf der Rechnung wie Adress- und Bonitätsprüfungskosten, Rechtsberaterkosten und allgemeine Bearbeitungsgebühren muss man nicht bezahlen.

Ebenso ist der Verzugsschaden nicht geschuldet, auch wenn das Inkassobüro ihn rechtlich begründet. Im Gegenteil: Gemäss Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz dürfen die Inkassokosten nicht auf den Schuldner überwälzt werden.

Auch wenn das Inkassobüro mit Betreibung droht, sollte man sich nicht einschüchtern lassen. Wenn Ihnen das Betreibungsamt einen Zahlungsbefehl zustellt, können Sie innert zehn Tagen Rechtsvorschlag erheben. Damit ist das Verfahren einstweilen gestoppt.

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