Warum selbst gut verdienende Haushalte pleite sind
Drei Millionen Steuerpflichtige in der Schweiz haben kaum oder gar kein Vermögen. Steigende Fixkosten und unerwartete Ereignisse bringen viele Haushalte unter Druck. Wie erleben Sie das? Diskutieren Sie mit.

Veröffentlicht am 1. Juni 2026 - 14:49 Uhr

Viele Haushalte in der Schweiz haben kaum finanzielle Reserven.
Mehr als die Hälfte der Steuerpflichtigen in der Schweiz verfügt über kein oder nur ein minimales Vermögen. Damit fehlt vielen ein finanzielles Polster. Schon eine unerwartete Rechnung kann reichen, um das Budget aus dem Gleichgewicht zu bringen. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, über die der «Blick» berichtet hat.
Besonders angespannt ist die Lage für Haushalte mit tieferen Einkommen. Ein grosser Teil des Geldes wird für Fixkosten benötigt – vor allem Miete und Krankenkasse. Was übrig bleibt, reicht oft kaum für den Alltag. Rücklagen zu bilden, wird schwierig. Das zeigt auch eine Studie von Baloise: Weniger als die Hälfte der Bevölkerung konnte in den letzten Monaten überhaupt Geld zur Seite legen.
Guter Job – und trotzdem steht einem das Wasser bis zum Hals. Und ständig ist da diese Sorge, dass hoffentlich nichts Unvorhergesehenes passiert. Kommt Ihnen das bekannt vor?
Für eine Reportage zum Thema «Der bedrohte Mittelstand» suchen wir nach Einzelpersonen und Familien, die uns von ihren Sorgen und Hoffnungen erzählen. Melden Sie sich bei uns!
Schulden entstehen schleichend
In vielen Fällen ist es nicht ein einzelner Fehlentscheid, der zu finanziellen Problemen führt. Sondern eher ein Einschnitt im Leben: eine Krankheit, eine Trennung oder ein Jobverlust. Plötzlich steht weniger Geld zur Verfügung, und das bisherige Budget funktioniert nicht mehr.
Die Verschuldung entwickelt sich meist nicht von heute auf morgen. Rechnungen werden aufgeschoben, Ausgaben gestreckt, oder es wird mit Krediten bezahlt. Gleichzeitig ist es einfacher denn je, Geld auszugeben, das man eigentlich nicht hat. Angebote wie Konsumkredite oder «Jetzt kaufen, später bezahlen» senken die Hemmschwelle zusätzlich. Die Folgen: Immer mehr Haushalte geraten in Zahlungsrückstand, und die Zahl der Betreibungen steigt.
Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 5. Mai 2026 veröffentlicht.
Wird es schwieriger, über die Runden zu kommen, oder können Sie weiterhin sparen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und diskutieren Sie in der Kommentarspalte mit.





