Die Zürcher Buslinie 83 verbindet den Bahnhof Altstetten mit dem Milchbuck. Für die Passagiere des Busses, der am vergangenen Mittwoch um 14.10 Uhr an der Haltestelle Kappeli abfuhr, war die Reise bereits fünf Minuten später am Albisriederplatz zu Ende. Der Grund war kein technischer Defekt, sondern die Folge eines Personalmangels: Die maximal erlaubte Lenkzeit des Chauffeurs stand kurz vor dem Ablauf. Ein Ersatzfahrer stand nicht bereit.

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Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) planen die Einsätze ihres Personals gesetzeskonform, wie Mediensprecher Oliver Obergfell gegenüber dem Beobachter betont. Die Grundlage bildet das Bundesgesetz über die Arbeit in Unternehmen des öffentlichen Verkehrs. Dass die Lenkzeit überschritten zu werden droht, passiere daher nur bei unvorhersehbaren Ereignissen. «Die fahrende Person wird so schnell wie möglich und noch vor einer tatsächlichen Lenkzeitüberschreitung vom Fahrzeug abgelöst», sagt Obergfell.

Kein Ersatz weit und breit

Zum Problem am Albisriederplatz kam es wegen eines Personalausfalls: Aufgrund einer kurzfristigen Krankmeldung konnte der betreffende Dienst nicht wie geplant abgedeckt werden. In solchen Fällen springen normalerweise Mitarbeitende aus dem Ereignismanagement ein.

Diese Mitarbeitenden sind zwar primär für den Kundendienst und Billettkontrollen zuständig, besitzen aber auch die Fahrberechtigung für Bus und Tram. «Wenn diese Mitarbeitenden die Haltestelle für die Ablösung rechtzeitig erreichen können, übernehmen sie das Fahrzeug direkt», so Obergfell. Ist das unmöglich, muss das Fahrzeug vorübergehend aus dem Verkehr gezogen werden.

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Gestrandet am Albisriederplatz

Am besagten Mittwochnachmittag fand sich kein Ersatz. Da es an diesem Tag zu einer erhöhten Anzahl von Kursausfällen kam, war das Ereignismanagement bereits voll ausgelastet. Die Konsequenz: Der Bus musste leer in die Garage Hardau einfahren. Die Fahrgäste blieben am Albisriederplatz zurück und mussten sich eine alternative Verbindung suchen.

Ein genereller Personalmangel liege nicht vor, sagt Obergfell. Der aktuelle Unterbestand bewege sich im gewohnten Rahmen der Vorjahre. Dennoch versuchen die VBZ, offene Stellen rasch wieder zu besetzen  – unter anderem mit Rekrutierungskampagnen. «Es gelingt uns aktuell sehr gut, neue Bewerberinnen und Bewerber zu gewinnen.»

Quellen