Ein unachtsamer Moment im Gedränge reicht aus, und plötzlich ist die Jackentasche leer. Und noch bevor die Opfer realisieren, dass sie gerade ihr Smartphone an Taschendiebe verloren haben, jagen die Täter ihre Daten: E-Banking-Log-in, Fotos und Chatverläufe.

Weil die Betriebssysteme das gestohlene Gerät digital sofort verriegeln, brauchen Verbrecher die Zugangsdaten. Und wie kommen sie daran? Zum Beispiel über die hinterlegten Notfallkontakte. Die «NZZ am Sonntag» berichtete kürzlich über einen solchen Fall. Der Vater der Bestohlenen erhielt Wochen nach dem Diebstahl eine SMS – angeblich von Apple. Der Link führte auf eine gefälschte Website im Apple-Design. Die Bestohlene glaubte, dass jemand ihr Handy gefunden habe. Sie gab über den Link ihr Passwort ein und lieferte den Dieben so unfreiwillig den Zugang zu ihren Daten.

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Ein anderer Betroffener ignorierte die SMS der Betrüger. Später kontaktierte ihn ein angeblicher Dell-Direktor über Social Media. Er behauptete, er habe das Handy gekauft und sei nun selbst betrogen worden. Er bot an, den Verkäufer zu entlarven, verlangte dafür aber das Apple-Passwort. Der Bestohlene durchschaute auch diesen Schwindel.

Die digitale Festung überwinden

Das Ziel der Täter ist, vollen Zugriff auf Ihr Handy zu bekommen. Das ist schwierig, denn neue Smartphones sind sehr sicher. Bei iPhones gibt es etwa die Aktivierungssperre der «Wo ist?»-App. Diese verhindert automatisch, dass Fremde das Gerät nutzen können.

Beratung mit Chatbot

Mit dieser Sperre markiert Apple sogar einzelne Hardware-Teile digital als gestohlen. Versucht also ein Dieb, Komponenten des gestohlenen iPhones in ein anderes Gerät einzubauen, ploppen Warnmeldungen auf.

Kommen Kriminelle nicht an die Log-in-Daten, versuchen sie oft, die Betroffenen direkt einzuschüchtern. In Onlineforen berichten Nutzer von Drohnachrichten: Betrüger fordern sie auf, das gestohlene Gerät aus der «Wo ist?»-App zu entfernen. Nur wenn Sie das tun, können die Täter das Handy auf die Werkseinstellungen zurücksetzen und weiterverkaufen. Wichtig zu wissen: Solange das iPhone im «Verloren»-Modus bleibt, ist es für die Täter praktisch wertlos. Ignorieren Sie solche Erpressungsversuche konsequent.

Ein teurer Verlust

Die Zahl der Handydiebstähle ist laut der Axa-Versicherung in den letzten Jahren gesunken. Der Gesamtschaden bleibt bei Axa-Versicherten mit rund zwei Millionen Franken aber konstant hoch. Der Grund: Smartphones werden von Jahr zu Jahr teurer. Ein Verlust schmerzt heute im Portemonnaie also deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren.

Bleiben Sie wachsam. Mit der Warnliste des Beobachters erfahren Sie von aktuellen Betrugsmaschen und Rückrufen. Hier finden Sie aktuelle Warnungen: