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Back2GreenE-Bike bezahlt, aber nicht erhalten

Kunden des E-Bike-Händlers Back2Green berichten von Lieferzeiten, die Monate länger sind als vereinbart.

Website von Back2Green
Von Veröffentlicht am 06. Juni 2019

Als Michel Buzas sein personalisiertes E-Bike im Juni 2018 bei der Klotener Firma Back2Green bestellt, kündigt sich ein warmer ­Sommer an. Die Lust auf Radtouren ist gross. Bis im August soll er das Velo ­haben. Zwei Drittel des Kaufpreises muss er sofort zahlen, den Rest begleicht er im August noch vor der Lieferung.

Das Velo komme spätestens im September, versichert ihm da Back2Green-Besitzer Koray Ergen. Doch aus September wird Oktober und aus Oktober November. Im Dezember schliesslich hat Buzas genug und setzt Back2Green eine letzte Frist: Lieferung bis Ende Januar oder Geld zurück.

Vollmundige Versprechen

Die Frist verstreicht folgenlos, Buzas leitet die Betreibung ein Zahlungsmoral So kommen Sie an Ihr Geld . Erneut bleibt eine Reak­tion aus. Erst angesichts einer Betreibung auf Konkurs zahlt Ergen im Mai 2019 das Geld zurück – und bietet 100 Franken extra für die Löschung des Eintrags Betreibungsauszug Einträge schneller löschen – so gehts beim Betreibungsamt Kloten.

Michel Buzas ist nicht allein. Wei­tere Kunden haben ähnliche Erfahrungen gemacht. «Die versprechen viel und halten nichts», sagt etwa Franz Bättig. Bei ihm wurden 2017 aus den versprochenen acht Wochen Lieferfrist sieben ­Monate. Das gelieferte Bike sei dann «ganz und gar nicht» das bestellte ­gewesen. Als Bättig sein Geld zurückhaben wollte, musste auch er via Betreibung dafür kämpfen. 300 Franken behält Back2Green zurück – als «Entschädigung für die Umtriebe».

Eine weitere Kundin, die anonym bleiben möchte, hat ihr E-Bike im März 2018 bestellt und wartet noch immer auf die Rückerstattung ihrer Vorauszahlung.

Seit Sommer 2017 ist die Firma im Schnitt alle zwei Monate von Kunden betrieben worden. Inhaber ­Koray Ergen räumt Probleme ein. Er ­habe sich aus persönlichen Gründen ­zwischen 2017 und 2018 weniger um die Firma kümmern können. In dieser Zeit hätten sich auch Verzögerungen bei den Lieferanten gehäuft. Zudem sei man ein kleines Unternehmen ohne Fremd­kapital. Alle Vorauszahlungen würden gleich in die Bestellungen investiert. Eine Rück­erstattung sei deshalb nicht ohne weiteres möglich. Die Liefer­fristen habe man in den allgemeinen Geschäftsbedingungen unterdessen auch angepasst – auf 8 bis 12 Wochen.

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Veröffentlicht am 07. Juni 2019