Drohnen sind beliebt: Damit lassen sich grossartige Bilder und Videos herstellen. Das dachte sich auch Mark Jahn*, als er eine Werbeanzeige über die «DroneX Pro» anklickte und auf Hyperstech.com landete. Die Drohne ist für 99 US-Dollar zu haben. Der internationale Versand kostet zusätzliche 4 US-Dollar.

Überzeugt vom Preis-Leistungs-Verhältnis und der professionell erscheinenden Aufmachung der Webseite tätigt Jahn die Bestellung und bezahlt mit seiner Kreditkarte. Doch anstatt einer Bestellbestätigung bekommt er die Nachricht, dass seine Kreditkarte gesperrt wurde. Die Bank erklärt ihm, dass die Firma hinter Hyperstech.com für die Überweisung keine Adresse hinterlegt habe, sondern nur den Vermerk «Online-Bestellung». Dies sei ein Hinweis auf betrügerisches Vorgehen.

Der Schein trügt

Bei genauerem Hinschauen erscheint die Webseite nicht mehr so professionell. Die Texte machen den Eindruck, als ob sie mit einem schlechten Übersetzungsprogramm erstellt wurden. So auch die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die Titel wie «Höhlenforscher emptor» enthalten und voller Widersprüche sind. Es ist kein Impressum vorhanden und bezahlen kann der Kaufwillige neben Kreditkarte auch mit Bitcoins.

Ein Blick auf das Bewertungsportal «Trustpilot» bestätigt das Vermutete: Es sind insgesamt 1140 Bewertungen der Webseite Hyperstech.com vorhanden, wobei 65 Prozent die schlechteste Note abgaben. Die User sprechen unter anderem von Bestellungen, die nie bei ihnen angekommen sind, defekter oder minderwertiger Ware und Rückerstattungen, die nie erfolgt sind. Auch beim Beratungszentrum des Beobachters sind bereits mehrere Meldungen wegen ärgerlichen Bestellerfahrungen mit der Webseite eingegangen. Auf Nachfragen des Beobachters reagierte Hyperstech.com nicht.

Rechtlich nicht viel zu machen

Hinter der Webseite steckt die Firma Hyper Sls Ltd., welche in Hongkong zuhause ist. Wenn Sie als Käufer mangelhafte Ware erhalten, dann können Sie diese gemäss AGB zwar zurückschicken und eine Rückzahlung verlangen.

Kommt kein Geld zurück, wird es schwierig. Der Käufer sollte sich in diesem Fall schnellstmöglich an seine Kreditkartenfirma Kreditkarte gehackt «Ich war noch niemals in Nepal» wenden und eine Rückerstattung beantragen. Denn: Grenzüberschreitende Verfahren mit einem relativ niedrigen Streitwert lohnen sich finanziell schlicht nicht.

Hinzu kommt, dass Hyperstech.com die Rücksendekosten nicht übernimmt und ein Paket nach Hongkong je nach Gewicht zwischen 48 und 151 Franken kostet. Es empfiehlt sich also, Webseiten vor der Bestellung gründlich zu prüfen Hotelquickly Abzocke mit System und bei einem schlechten Bauchgefühl die Finger davon zu lassen. Mark Jahn ist wohl dank seiner Bank einiges an Ärger erspart geblieben.


*Name geändert

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