Jürg Scheidegger will im April 2026 mit dem Auto durch Österreich fahren. Damit er Autobahnen und Schnellstrassen benutzen kann, braucht er eine Autobahnvignette. Mit einem Jahrespreis von fast 100 Franken ist sie mehr als doppelt so teuer wie die Schweizer Variante. Weil Scheidegger die Vignette aber nur für kurze Zeit braucht, sucht er Alternativen.

Online findet Scheidegger bei einem privaten Anbieter Österreich-Vignetten für zehn Tage. Was Scheidegger zu dem Zeitpunkt noch nicht weiss: Die knapp 12 Franken für die Vignette werden ihm in den kommenden Monaten nicht nur einmal, sondern gleich dreimal von seiner Kreditkarte abgebucht, völlig legal. Der Beobachter erklärt, wie das sein kann. 

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Autorisierte Anbieter

Erhoben werden die Gebühren für die Österreich-Vignette von der österreichischen Autobahnen- und Schnellstrassen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG). Dort ist sie digital für verschiedene Zeitabschnitte erhältlich, etwa für ein Jahr, zwei Monate oder zehn Tage.

Aber neben den offiziellen Verkaufsplattformen wie der ASFINAG-Website oder Automobilclubs wie dem ÖAMTC oder dem ADAC, wo die Vignette direkt von der ASFINAG an die Käufer geht, gibt es auch sogenannte Reseller. Einer davon ist die DMC Digital Maut Consulting GmbH mit Sitz in Köln. Sie betreibt die Website Digitale-vignette-online.at, auf der auch Jürg Scheidegger seine Vignette bestellt hat.

Preisaufschläge bei Resell-Plattformen

Neben zahlreichen anderen Vignetten verkauft die Website auch digitale Vignetten für Österreich. Aber weil es sich bei Digitale-vignette-online.at nicht um einen offiziellen Partner der ASFINAG handelt, kaufen Reisende ihre Vignette hier nicht selbst, sondern geben Resell-Plattformen den Auftrag, eine Vignette in ihrem Namen zu kaufen. Auch wenn solche Anbieter meist eine gültige Vignette ausstellen, sorgen die verrechneten Aufschläge für überhöhte Preise. Beispielsweise kostet die Schweizer Vignette wegen einer Bearbeitungsgebühr 50 Franken oder fast 55 Euro statt der regulären 42 Franken oder 45 Euro. 

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Monatsabo für Zehn-Tage-Vignette

Jürg Scheideggers Kreditkartenabrechnung fiel aus einem anderen Grund höher aus. Seine digitale Österreich-Vignette für zehn Tage kostete eigentlich nur knapp 12 Franken, Aufschläge gab es keine. Im Glauben, bei Digitale-vignette-online.at handle es sich um einen offiziellen ASFINAG-Partner, hat Scheidegger unwissentlich ein Abo gelöst, das ihm den Betrag einmal pro Monat abgebucht hat – für eine Vignette, die nach zehn Tagen nicht mehr gültig ist. 

Zwar ist das auf der Website klar deklariert, und die Kündigungsfrist beträgt gemäss dem Unternehmen 0 Tage. Aber Scheidegger hat es bis heute nicht geschafft, sein Vignettenabo zu kündigen. Er sagt: «Es ärgert mich sehr, dass ich auf diesen Betrug reingefallen bin und bei Digitale-vignette-online.at nur die Antwort erhielt, man sei überlastet. Um die monatlichen Abbuchungen zu stoppen, bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Kreditkarte zu sperren.» Die DMC Digital Maut Consulting GmbH reagierte auf eine detaillierte schriftliche Anfrage des Beobachters innerhalb der gesetzten Frist von 48 Stunden nicht.

Tipps für die Österreich-Ferien

Ab Februar 2027 wird die Vignette in Österreich nur noch digital erhältlich sein. Umso wichtiger ist es, genau zu wissen, wo die Vignette ohne versteckte Kosten erhältlich ist. Kaufen Sie digitale Vignetten nur über den offiziellen ASFINAG-Mautshop oder die ASFINAG-App.

Quellen
  • Kreditkartenabrechnung und Gespräch Jürg Scheidegger
  • Website und Impressum von Digitale-vignette-online.at