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Wohnen im AlterSo verbessern Sie Ihre Wohnqualität

Unfallrisiko in eigener Wohnung vermeiden
Mit dem Alter ändern sich die Bedürfnisse an einer Wohnung. Eine frühzeitige Umstellung kann daher den Alltag um einiges erleichtern. Bild: Getty Images

Welche einfache Anpassungen in den eigenen vier Wänden die Lebensqualität für ältere Menschen stark erhöhen.

von Jürg Keimaktualisiert am 2017 M09 29

Das Treppensteigen macht immer mehr zu schaffen. Und Beinahe-Unfälle, etwa weil man eine Türschwelle übersieht, kommen öfter vor: Die körperlichen Einschränkungen, die das Alter mit sich bringt, können einem das Wohnen ziemlich erschweren.

Doch fast alle Senioren haben den gleichen Wunsch: Sie möchten so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung bleiben – dort nämlich, wo sie sich geborgen, verwurzelt fühlen und über Jahrzehnte ihr soziales Netzwerk aufgebaut haben.

Wohnbedürfnisse ändern sich mit dem Alter

Der Alltag innerhalb der eigenen vier Wände macht einen grossen Teil der Lebensqualität aus – das bemerkt man aber oft erst, wenn diese abhandenzukommen droht. So verpassen es viele Senioren, sich frühzeitig mit der eigenen Wohnsituation auseinanderzusetzen. Denn die Bedürfnisse ändern sich langsam und oft fast unmerklich: Plötzlich wünscht man sich mehr Licht in der Wohnung, weil das Lesen zunehmend schwerfällt. Oder plötzlich macht es Mühe, sich wieder von der Toilette zu erheben, obwohl diese die übliche Höhe hat. Oder Teppichränder werden zum Stolperrisiko, und in Bad oder Dusche nimmt die Rutschgefahr zu.

All das ist aber noch lange kein Grund, gleich ans Umziehen zu denken. Denn mit teils ganz einfachen Massnahmen und Hilfsmitteln lässt sich fast jede Wohnsituation entsprechend verbessern.

Senioren können Sturzgefahr vermindern

Stürze können für alte Menschen schlimme Folgen haben. Mit speziellem Training und simplen Tricks lassen sich Sturz- und Verletzungsrisiko minimieren.

Pro Jahr verletzen sich bei Stürzen rund 83'000 Menschen über 65. Die Stürze verursachen teils schwere Knochenbrüche oder Prellungen, die behandelt werden müssen. Ebenso gross ist die Zahl der Senioren mit 12'000, die sich jährlich eine Hüftfraktur zuziehen. Längst nicht alle erholen sich davon - manche bleiben Pflegefälle, andere sterben gar an Folgekrankheiten. Der überwiegende Teil der Stürze ereignet sich bei ganz normalen Alltagsaktivitäten: Ältere Menschen stürzen beim Gehen, beim Aufstehen vom Bett oder wenn sie sich von der Toilette erheben. Und viele von ihnen fürchten sich davor, dass es wieder passiert - eine Angst, die das Sturzrisiko noch erhöht.

Oft fallen ältere Menschen, weil sie untrainiert sind. Ihr Gleichgewichtssinn ist nicht geschult, ihre Beinmuskeln sind schwach, die Beweglichkeit hat nachgelassen. Hier setzt Pro Senectute mit einem speziellen Training an, das die Fitness steigern soll.

So vermeiden Sie Stürze

 

  • Lassen Sie Ihren Medikamentenmix prüfen. Vor allem beruhigende Mittel können Bewusstsein und Reaktionsvermögen trüben. Seien Sie auch vorsichtig mit Alkohol.
  • Beugen Sie Osteoporose vor - mit kalziumreicher Ernährung und mit Vitamin D.
  • Trainieren Sie Kraft, Beweglichkeit und das Gleichgewichtsgefühl. Pro Senectute fördert die sportliche Betätigung im Alter durch eine Vielzahl von Angeboten in der ganzen Schweiz: Weitere Informationen finden Sie unter www.prosenectute.ch
  • Achten Sie auf rutschfeste Böden, fixieren Sie Teppiche. Wischen Sie verschüttete Flüssigkeit sofort auf. Verwenden Sie rutschhemmende Reinigungsmittel. Und entfernen Sie Stolperfallen wie Kabel.
  • Tragen Sie gut sitzende Hausschuhe. Auch draussen sollten Sie stets auf stabiles Schuhwerk achten.
  • Kleben Sie kontrastfarbene Gleitschutzstreifen auf die Treppenstufen. Versehen Sie Treppen mit Handläufen und lassen Sie auf den Stufen keine Gegenstände wie Schuhe, Schachteln oder Zeitungen liegen.
  • Montieren Sie Haltegriffe in Dusche und Badewanne, benutzen Sie Spezialsitze und rutschsichere Matten.
  • Sorgen Sie für gute Beleuchtung in Haus und Keller. Stellen Sie Zeitschaltuhren so ein, dass die Lampen lange genug leuchten, lassen Sie notfalls im Korridor das Licht an.
  • Steigen Sie nie auf Stühle, benutzen Sie Leitern mit Sicherheitsbügel und rutschfesten Trittflächen.
  • Üben Sie den Umgang mit Stöcken und Rollatoren.
  • Richten Sie zu Hause ein Notfall- und Alarmsystem ein.

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