Mirco Kaiser hat ursprünglich eine technische Lehre gemacht. Nach der Berufsmatura arbeitete er ein Jahr im Lehrbetrieb, um Geld fürs Studium anzusparen. Zuerst machte er einen Bachelor im Ingenieurwesen an einer Fachhochschule und hängte direkt einen Master in Informatik an.

Bereits während des Masterstudiums arbeitete Kaiser, der in Wirklichkeit anders heisst, Teilzeit bei einer Bank, im Schnitt zu 80 Prozent. Seit knapp einem Jahr ist er als Datenanalyst im Finanzsektor tätig, wo er Kennzahlen auswertet und Reports erstellt.

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Mit seiner Freundin wohnt Kaiser in der Nähe von Winterthur. Die 28-Jährige arbeitet ebenfalls im Finanzsektor. Das Paar hat sich vor mehr als drei Jahren über eine Dating-Plattform kennengelernt.

Die Abrechnung

In der Beobachter-Serie «Die Abrechnung» zeigen Menschen ihren Kontoauszug und erzählen, wie sie mit ihrem Budget leben. Wie viel Geld steht ihnen zur Verfügung? Wofür geben sie es aus?

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Das gemeinsame Haushaltskonto für Miete und Einkäufe füttern Kaiser und seine Freundin proportional zum Einkommen – er steuert 54 Prozent bei, sie 46 Prozent. Fixkosten wie Internet oder Versicherungen teilen sie hälftig.

In der Beobachter-Serie «Die Abrechnung» zeigt er seinen Kontoauszug und erzählt, wie er mit seinem Budget lebt. Wie viel Geld steht ihm zur Verfügung? Wofür gibt er es aus?

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Einnahmen

Ich arbeite Vollzeit und verdiene monatlich netto 7955 Franken, 13-mal im Jahr. Boni gibt es noch keine. Die werden bei uns erst ab einer Kaderstufe ausbezahlt.

Ausgaben

Wohnen: Meine Freundin und ich sind vor über einem Jahr in eine 4,5-Zimmer-Wohnung in einem Neubau gezogen. Wir leben auf 120 Quadratmetern inklusive Balkon. Die Wohnung liegt nur zwei Minuten von einer Busstation entfernt. Winterthur ist in 20 Minuten erreichbar. Die Miete beträgt monatlich 3710 Franken inklusive Nebenkosten und zwei Parkplätzen. Mein Anteil beläuft sich auf 2010 Franken, den Rest übernimmt meine Freundin.

Die Stromkosten von ungefähr 250 Franken pro Jahr teilen wir hälftig.

Telefon, Internet und Abos: Mein Handy-Abo bei Wingo kostet monatlich 24 Franken. Ich habe ein Apple-Music-Abo. Dafür bezahle ich monatlich knapp 14 Franken.

Das Abo für Internet und Fernsehen haben wir bei Sunrise, wofür wir monatlich 49 Franken zahlen und die Kosten hälftig aufteilen. Die jährliche Serafe-Gebühr von 335 Franken zahlen wir auch gemeinsam.

Versicherungen: Unsere minimale Hausrat- und Haftpflichtversicherung ist mit einer Jahresprämie von 352 Franken sehr günstig, weil wir keine Zusätze wie «Diebstahl auswärts» gewählt haben.

Zudem besitze ich einen Verkehrsrechtsschutz beim TCS und zahle dafür jährlich knapp 70 Franken.

Gesundheit: Meine Grund- und Zusatzversicherung habe ich schon seit vielen Jahren bei der gleichen Versicherung. Dafür zahle ich jeden Monat 404 Franken. Ich habe die höchstmögliche Franchise gewählt, da ich glücklicherweise fast nie zum Arzt muss.

Sechsmal im Jahr erhalte ich Massagen, die meine Zusatzversicherung vollständig bezahlt. Meine selbsttragenden Gesundheitskosten sind relativ tief; sie setzen sich lediglich aus Dentalhygiene und Muttermalkontrolle zusammen. Insgesamt bezahle ich etwa 400 Franken aus der eigenen Tasche.

Mobilität: Vor ein paar Jahren konnte ich das alte Auto meiner Eltern günstig übernehmen. Für den damals zehnjährigen VW Passat habe ich 5000 Franken bezahlt. Er fährt sich noch gut, aber irgendwann werde ich ein neues Auto kaufen müssen. Ich lege dafür aber noch nichts auf die Seite.

Früher habe ich in Zürich gearbeitet und den öffentlichen Verkehr genutzt. Heute fahre ich mit dem Auto zur Arbeit in die Ostschweiz, weil das praktischer ist. Obwohl ich dieselbe Police habe und keinen Unfall hatte, ist meine Autoversicherung dieses Jahr um 10 Prozent gestiegen; ich zahle nun 1008 Franken pro Jahr. Ich sollte mal prüfen, ob ich mit einer anderen Versicherung besser fahre.

Die TCS-Pannenhilfe kostet 96 Franken im Jahr, und die Motorfahrzeugsteuer macht nochmals 278 Franken pro Jahr. Für Benzin gebe ich zirka 200 Franken monatlich aus.

Mit dem öffentlichen Verkehr bin ich nur sehr selten unterwegs, vielleicht ein- bis zweimal pro Monat nach Zürich, was mich knapp 14 Franken hin und retour kostet. Das Halbtax-Abo bezahlt mein Arbeitgeber.

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Haushalt: Unter der Woche kochen wir am Abend meistens selbst oder essen Café complet. Unsere Menüs fallen sehr divers aus und reichen von der Salatbowl über Cordon bleu bis hin zu Pastagerichten. Auf die Herkunft achten wir hauptsächlich bei Fisch und Fleisch. Wir trinken beide praktisch keinen Alkohol, ausser mal ein Glas Wein zum Anstossen bei einem Familienessen. Kaffee trinken wir ebenfalls nicht.

Auf unser Haushaltskonto zahle ich monatlich 450 Franken ein, meine Freundin steuert 380 Franken bei. Die 830 Franken decken mehr oder weniger unsere gesamten Haushaltsausgaben inklusive Lebensmittel ab.

Da mich meine kurzen Haare stören, sobald sie länger werden, gehe ich schon seit Jahren zum gleichen Coiffeur, einmal im Monat. Er ist zwar nicht ganz günstig, aber ich bin zufrieden und zahle 86 Franken.

Verpflegung ausser Haus: An drei Tagen pro Woche bin ich im Büro und hole mir mittags für ungefähr 15 Franken etwas vom Take-away.

Ungefähr einmal im Monat gehen meine Freundin und ich zusammen essen. Ich schätze, das macht jeweils 120 Franken, wobei wir den Betrag hälftig teilen. Wir gehen in ein normales Restaurant oder eine Pizzeria, also nichts Exklusives.

Kleidung und Schuhe: Hierfür gebe ich im Jahr etwa 1200 Franken aus.

Neue Joggingschuhe kosten mich 150 bis 200 Franken. Ansonsten trage ich T-Shirts, Poloshirts, lange Hosen, Chinos, Stoffhosen oder Hemden. Meistens bestelle ich bei Zalando und schaue gezielt nach reduzierten Produkten. Ich mag besonders die Poloshirts von Marc O’Polo, weil sie in diversen Farben erhältlich und von guter Qualität sind. Ein Shirt kostet zwischen 80 und 100 Franken. Bei den Schuhen stehe ich auf weisse Sneakers von Nike.

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Freizeit: Ich habe kein teures Hobby. Mit Feiern im Ausgang habe ich mittlerweile fast aufgehört, ausser mal einen Abend an einem Open-Air-Festival. Lieber gehe ich wandern, mit Freunden grillieren oder in die Badi. Am Wochenende besuchen wir auch gern die Familie.

Ich habe ein Fitnessabo und gehe ein- bis zweimal pro Woche trainieren oder joggen. Der grösste Teil der Kosten wird von meiner Zusatzversicherung abgedeckt, sodass ich selbst nur 200 Franken pro Jahr bezahle.

Hin und wieder lese ich. Meine letzten beiden Bücher waren der Beobachter-Ratgeber «Richtig Geld anlegen» von Harry Büsser und der fiktionale Roman «1984» von George Orwell.

Ich schätze, dass ich für meine Freizeitaktivitäten pro Monat ungefähr 200 Franken ausgebe.

Ferien und Ausflüge: Unser grob gestecktes Ferienbudget beträgt 9600 Franken pro Jahr. Meine Freundin und ich überweisen dafür jeden Monat jeweils 400 Franken auf unser gemeinsames Ferienkonto, damit wir die Kosten nicht anderweitig einkalkulieren müssen.

Fix sind immer ein paar Tage Skiferien in Österreich, die uns zusammen zwischen 1500 und 2000 Franken kosten, sowie eine Woche Badeferien im Mittelmeerraum für etwa denselben Betrag. Letztes Jahr waren wir für zwei Wochen in Skandinavien, was uns knapp 6000 Franken gekostet hat.

Geschenke: Meiner Freundin habe ich zu Weihnachten einen E-Reader geschenkt und zum Geburtstag einen Büchergutschein von 100 Franken.

Meiner Familie schenke ich jeweils eine Kleinigkeit zum Geburtstag. Für alle Geschenke zusammen gebe ich jährlich ungefähr 300 Franken aus.

Altersvorsorge: Seit fünf Jahren fülle ich meine Säule 3a maximal auf. Zuerst habe ich das Geld einfach auf ein Säule-3a-Sparkonto eingezahlt, aber seit letztem September lege ich das angesparte Geld bei Frankly an.

Mittlerweile habe ich dort ein Guthaben von 43’000 Franken.

Spenden und Mitgliedschaften: Ich bin Rega-Gönner und Mitglied bei der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Die beiden Beiträge machen 90 Franken pro Jahr aus.

Steuern: Bei meinen Steuern ist noch nicht ganz klar, wo sich die Kosten einpendeln werden. Ich habe letztes Jahr teilweise noch studiert und deshalb auch nur Teilzeit gearbeitet. Basierend auf meinem jetzigen Einkommen rechne ich für dieses Jahr mit einer Steuerrechnung von rund 13’300 Franken.

Sparen und Vermögen: Ende Monat bleiben jeweils knapp 2500 Franken auf dem Konto übrig.

Letzten September habe ich 12’000 Franken von meinem Ersparten genommen und in einen ETF-Sparplan bei der Plattform Interactive Brokers investiert. In den vergangenen Monaten kamen 11’000 Franken hinzu.

Mein Notgroschen beträgt ungefähr drei Monatslöhne. Mein Totalvermögen liegt bei etwa 85’000 Franken, das Säule-3a-Guthaben ist bereits inbegriffen.

Mein grösster Luxus

Das war im letzten Jahr eine Studienreise in die USA, die alles in allem 9000 Franken gekostet hat. Eigentlich hatte ich bereits während des Bachelor-Studiums ein Auslandssemester in Asien geplant, aber das konnte wegen der Corona-Pandemie leider nicht stattfinden.

So fühle ich mich

Grundsätzlich führe ich ein komfortables Leben, wobei unsere grössten Fixkosten die eher hohe Miete und das Auto sind. Für die Familienplanung in den nächsten Jahren werden wir auf unser Budget achten. Denn mit Kinderbetreuung und einer allfälligen Pensumsreduktion sehen die Finanzen wieder ganz anders aus.

Aufgezeichnet von Katrin Reichmuth.

Hier finden Sie die bisherigen Folgen der Rubrik «Die Abrechnung».

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