Liebes-Aus im Möbelhaus
Wer den Einkaufsbummel mit dem Partner ohne Streit überstanden hat, kann noch nicht aufatmen: Der Endgegner wartet zu Hause.

Veröffentlicht am 28. August 2026 - 15:54 Uhr

Knifflig wirds beim Zusammenbauen: Einmal kräftig draufhauen, dann hälts!
Beziehungen zerbrechen nicht an einer falsch ausgedrückten Zahnpastatube. Oder am Schnarchen des Partners. Oder an der Affäre. Sie enden in der Ikea.
Mit Betreten der Rolltreppe fängt es an zu wackeln. Käsebällchen mit Nacho-Geschmack! Tiefkühlsäcke! Seinen Lauf nimmt das Elend im eigentlichen Eingangsbereich. Teekerzen! Zierkissen und iPad-Halter fürs Sofa! Die grelle Beleuchtung befeuert die angeheizte Stimmung bei den samstagseinkaufenden Paaren. «Eine Duftkerze mit Feigenblattgeruch? Die stinkt!» – «Wir brauchen kein Zierkissen in Senfgelb!» – «Und wo soll der Sitzsack hin?»
Im Dickicht der «Ausstellung» wirds nicht besser. Und spätestens im nicht minder gnadenlosen Licht der Sofaabteilung geht der letzte Anstand flöten. «Nicht. Stehen. Bleiben! Nein, auch nicht testsitzen!» Weiter gehts im Sog von Sesseln. Stühlen. Sideboards. Schlafzimmer-Entwürfen. Lebensträumen. «Zwei Betten??!! Ich dachte, wir schlafen in einem.» – «Eine Schlafcouch für die Schwiegereltern?» Nun im Stechschritt. Die Sache gipfelt im «Ikea-Meltdown» und mündet in der völligen Erschöpfung beider Konfliktparteien.
Ikea reagierte: Ein Raumtrenner hiess plötzlich «Mein Partner nervt».
Ein Phänomen, aus dem Ikea auch schon Kapital geschlagen hat. So stellte das Möbelhaus in der Vergangenheit gestressten Paaren in einer Kampagne Paartherapeuten zur Seite. Und benannte Produkte für kurze Zeit nach den meistgegoogelten Paarproblemen. Eine Schlafcouch hiess plötzlich «Mein Partner schnarcht», ein Geschirrspüler «Meine Freundin will nicht abwaschen», ein Raumtrenner «Mein Partner nervt».
Hätten wir doch alle einen Ikea-Roboter
Leider verschwindet der Stress mit dem Verlassen des Möbelhauses nicht einfach so. Der Endgegner wartet zu Hause. Forscher liessen Menschen ein simples Ikea-Regal aufbauen – einmal zusammen mit einem Roboter und einmal mit einem Menschen. Resultat: Mit dem Roboter waren die Zusammenbauenden deutlich präziser – und freundlicher.
Das ist nicht erstaunlich: Der Roboter sagt weder «Die Anleitung brauchen wir nicht», noch verliert er nach zwei Minuten den Inbusschlüssel. Noch plädiert er für rohe Gewalt («Einmal kräftig draufhauen, dann hälts!»). Niemand versteht, warum der Pax-Kleiderschrank nach dem lateinischen Wort für Frieden benannt ist. Wirklich niemand.
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