Noch mehr Herzschmerz-Songs mit berührenden Geschichten
Von Atomic Kitten bis The Fray: Bei diesen Songs schwelgt die Beobachter-Redaktion in bittersüssen Erinnerungen. Die Break-up-Playlist, Teil 2.

Veröffentlicht am 14. Februar 2026 - 06:00 Uhr

Jede Trennung hat ihre eigene Begleitmusik – diesen einen Song, der während der dunklen Zeit rauf und runter lief. Deshalb fragen wir die Protagonistinnen und Protagonisten in unserem Format «Schöner scheiden» nach ihrem «Lied zum Leid».
Zum Ende von Hannahs Liebe zu Tim spielte «Melancholy Hill» von den Gorillaz.
Und als Manuel, 43, spürte, dass seine Ehe ins Wanken geriet, fand er Zuversicht in den Reimen von Curse (mit Silbermond).
Wir haben uns in der Redaktion umgehört und bereits einen ersten Teil veröffentlicht: Beats, zu denen wunde Beobachter-Herzen schlagen. Hier folgen weitere Songs mit den Geschichten dazu.
Alle Songs unserer Break-up-Playlist finden Sie auch auf dem Beobachter-Spotify-Account.
«Ich war 14 und so unsterblich verliebt in Nino. Nino, Nino, Nino. Ich kritzelte seinen Namen gedankenverloren auf irgendwelche Zettel. Umrahmt mit Herzchen und weinenden Smileys. Liebestrunken schrieb ich ihm einen Brief mit dem Songtext von Atomic Kittens Coverversion ‹Eternal Flame›: ‹Do you feel the same? Or am I only dreaming?› Stellte sich heraus: Nino fühlte NOT the same, vielmehr interessierte ihn meine jüngere (und schönere) Cousine. Mein armes Teenager-Herz brach in tausend Stücke.»
Sarah Serafini, 38, Ressortleiterin
«1991, WG an der Neufeldstrasse in Bern. Meine erste langjährige Beziehung war in die Brüche gegangen. Oder besser: Meine Freundin hatte mich nach drei wunderbaren Jahren verlassen, weil sie ein abenteuerlicheres Leben leben wollte. Und ich blieb zurück in meinem WG-Zimmer, musste den ganzen Sommer Jus-Bücher pauken, um meinen Lizentiat zu bestehen. Da half nur Tom Waits. Und später dann Ry Cooder (‹Get Rhythm›).»
Dominique Strebel, 59, Chefredaktor
«Ich war 2009 gerade nicht mehr mit meiner Freundin zusammen, die mir diesen süssen Surfer-Popper Jack Johnson ins Ohr gepflanzt hatte. Johnson sang Lieder, die alle gleich klangen und darum das immer gleiche schöne Gefühl ins Unendliche verlängerten. Das Gefühl, mit ihr zusammen zu sein. Nachdem sie mich für einen anderen verlassen hatte, war Jack Johnson für lange Zeit ein schlimmer Sauhund in meinen Ohren. Er tut mir heute noch weh, auch wenn der Herzschmerz verflogen ist.»
Daniel Faulhaber, 35, Redaktor
«Sommer 1997 an der Côte d’Azur, mit meiner besten Freundin. Wir verliebten uns beide sofort in Anthony – und er sich in mich. Er war Schauspieler, sah wahnsinnig gut aus und verdiente ein paar Francs als Strassenmusiker. Doch ich hielt mich zurück – zugunsten meiner Freundschaft. Zurück in der Schweiz schmachtete ich zu ‹Amsterdam› von Jacques Brel auf meinem Discman in Endlosschleife. Das Schicksal wollte, dass wir uns zwei Jahre später zufällig wieder begegneten, in Marrakesch. Da wars aus mit meiner ‹contenance›. Später in Paris chauffierte er mich auf seinem Schrottvelo entlang der Seine, bei Sonnenuntergang. Endlose Nächte in der Dachmansarde. Nur reden konnten wir nicht miteinander – und verloren bald den Kontakt.»
Nicole Müller, 45, Ressortleiterin
«Montreux Jazz-Festival 2006, der Beginn einer unvergesslichen Zeit. Er war der coolste und gleichzeitig heisseste Freund, den ich je hatte. Gut aussehend, gut gebaut und erst noch richtig süss. Aber vor allem: einer zum Pferdestehlen. Und sein Westschweizer Akzent haute mich um. Ich wollte, dass die ganze Welt von meinem Glück weiss. Immer wenn der Song von U2 lief, formulierte er um und sang mit diesem Strahlen im Gesicht: ‹I’ve now found what I’m looking for.› Das ging zwar mit den Silben nicht ganz auf, war aber umso schöner. Eines traurigen Tages wars vorbei, und der Song erhielt wieder seinen ursprünglichen Text.»
Jenny Grünig, 47, Korrektorin
Welcher Song hat dich durch eine Trennung oder bittersüsse Zeiten begleitet? Erzähle es uns hier oder schreibe es in die Kommentare.
«Erster schmerzhafter Break-up mit 16 Jahren: Er war mein erster Freund, und wir waren unglaublich verliebt – zumindest zwei Jahre, dann wars vorbei. Mit Liebeskummer sass ich zu Hause auf dem Sofa, als dieser Song aus dem Radio trällerte. Ich dachte: ‹Ewige Liebe? Nicht für mich.› Und die Tränen kullerten mir über die Wangen. Was bleibt? Eine jährliche Begegnung am Dorffest – und die ist immer sehr lustig. Mittlerweile.»
Aileen Lakatos, 30, Multimedia-Redaktorin
«Wir haben uns 2016 in Santa Barbara kennengelernt, wo ich drei Monate verbrachte. Ich war damals 21 Jahre alt, sie zehn Jahre älter als ich und wunderschön. Kurz vor meinem Rückflug trafen wir uns ein letztes Mal in einer Bar. Mit Blick auf den Pazifik assen wir Shrimps und tranken Verdejo, während im Hintergrund Spirit Bird lief. ‹Slowly it fades, slowly you fade.› Ich frage mich manchmal: Was wäre aus uns geworden, wäre ich damals nicht in den Flieger gestiegen? Die Bilder von jenem Sommer in Kalifornien sind heute fast vollständig verblasst. Etwas anderes hat die Zeit jedoch überdauert: Aus der flüchtigen Begegnung wurde eine tiefe Freundschaft.»
Céline Sallustio, 30, redaktionelle Mitarbeiterin
«Zum ersten Mal weit weg. Südinsel von Neuseeland. Ich war 18, reiste allein und suchte Arbeit in einem kleinen Hostel am Meer. Als ich an der Rezeption anklopfte, öffnete sie die Tür und lächelte mich an. Bald schon erträumten wir uns ein gemeinsames Leben, lauschten eng umschlungen Damien Jurados Songs. Sie war älter, kam aus Dänemark, alles war aufregend. Ich war hin und weg. Doch es sollte nicht sein. Am Ende entschied sie sich für einen anderen. Ich brauchte lange, um ihre blonden Locken zu vergessen. Und die Songs schmerzen noch heute.»
Lukas Lippert, 34, Redaktor
«Auf die melancholischen 2000er-Hits von The Fray war immer Verlass. Sie begleiteten mich durch meine Teenie-Jahre voller heimlicher Schwärmereien, grosser Hoffnungen und ebenso grosser Enttäuschungen. ‹You Found Me› tröstete mich, wenn ich mich nicht traute, meinem Crush auf MSN Messenger zu schreiben, oder wenn ich mal wieder in einen älteren Jungen verknallt war, der völlig unerreichbar schien und wahrscheinlich keine Ahnung hatte, dass ich existierte.»
Jana Giger, 30, Redaktorin
Möchtest du weitere Herzschmerz-Songs hören und die Geschichten dazu lesen? Bitte hier entlang.










