Wer im Winter die öffentlichen Verkehrsmittel benützt Katja Walder «Frauen pendeln indiskreter, Männer rüpelhafter» , wünscht sich oft, dass manche der Mitfahrerinnen und Mitfahrer im Bett geblieben wären. Verstopfte Nasen und Hustengeplagte, wohin man blickt – typische Erscheinungen der jährlichen Schnupfen- und Hustenzeit.

Wenn die Luft draussen kalt und in der Wohnung sehr trocken ist, wird das Röhrensystem zwischen Mund und Lungenbläschen besonders anfällig für eine Entzündung. In rund 90 Prozent der Fälle sind es Viren, die eine akute Bronchitis auslösen. Die aggressiven Krankheitskeime dringen aus dem Nasen-Rachen-Raum – dem ersten «Parkplatz» nach ihrem Flug durch die Luft – rasch eine Etage tiefer in die Bronchien vor.

Dort lösen sie einen Reiz aus, den der Körper mit einer Entzündung beantwortet. Abwehrzellen werden mobilisiert, die die Viren vernichten. Schleim transportiert dann die toten Zellen ab. Als «Motor» für die Entsorgung von Schleim und Viren dienen kräftige Hustenstösse.

Wenig Chancen gegen Millionen von Viren

Die gesunde Bronchialschleimhaut leistet wertvolle Arbeit: Die eingeatmete Luft wird befeuchtet und erwärmt, Schmutz, Staubteilchen und Krankheitserreger werden von den empfindlichen Lungenbläschen fern gehalten. Zu diesem Zweck tragen die spezialisierten Zellen der Bronchialschleimhaut auf ihrer Oberfläche feinste Flimmerhärchen, die Verunreinigungen wie auf einem Förderband Richtung Rachen transportieren. Zusätzlich bilden spezialisierte Zellen Schleim, der die Bronchien feucht hält und Krankheitserreger am Einnisten hindert.

Dieses Abwehrsystem funktioniert in der Regel gut – solange die Angreifer nicht in der Überzahl sind. Dem Ansturm von Millionen Viren, die Erkältungsopfer Erkältung Der grosse Mythen-Check bei einem einzigen Hustenstoss um sich verbreiten, hält aber meist auch das beste Immunsystem nicht lange stand. Dann dauert es einige Tage, bis der Körper die Eindringlinge wieder losgeworden ist.

Hände weg von Antibiotika!

Da Antibiotika nur gegen Bakterien wirksam sind, nützen sie gegen eine virale Bronchitis nichts. Im Gegenteil: Antibiotika haben unangenehme Nebenwirkungen wie etwa Durchfall und Müdigkeit. Zudem besteht die Gefahr, dass der ungezielte Einsatz der Medikamente zu Resistenzen bei den Bakterien Bakterien Wenn Antibiotika nicht mehr wirken führt.

Wenn aber im Verlauf einer akuten Bronchitis hohes Fieber dazukommt und der Auswurf eitriggelb oder grünlich wird, ist es Zeit für einen Besuch beim Hausarzt. Nicht selten «pfropft» sich nämlich eine bakterielle Infektion mit Lungenentzündung auf eine nicht ausgeheilte Virus-Bronchitis. Dann ist der Einsatz von Antibiotika sinnvoll und nötig.

Dampfinhalationen lindern Symptome

Hinter einem schweren Husten kann auch eine andere Erkrankung stecken – zum Beispiel eine Nasennebenhöhlenentzündung, eine Lungenentzündung oder Asthma Asthma Wie den Anfall stoppen? . Auch ein Lungentumor kann sich mit Husten bemerkbar machen. Eine akute Bronchitis, die nach ein bis zwei Wochen nicht geheilt ist, sollte man deshalb vom Arzt abklären lassen.

Der Bronchitis kann mit einfachen Verhaltensregeln vorgebeugt werden (siehe Infobox unten «So schützen Sie sich vor Bronchitis»). Erwischt es einen dennoch, gibt es diverse lindernde Hausmittel und Medikamente. Bronchitispatienten sollten täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit Trinken Die Quelle des Wohlbefindens zu sich nehmen, damit der Schleim in den Atemwegen möglichst flüssig wird und gut ausgehustet werden kann.

Gegen zähen Schleim wirken warme Dampfinhalationen mit Kamille oder Eukalyptus Hausmittel Für vieles ist ein Kraut gewachsen . Hilfreich sind auch Mukolytika. Das sind Heilmittel, die den Schleim verflüssigen. Es gibt sie zum Inhalieren, als Tabletten, Sirup oder in Tropfenform. Medikamente, die den Hustenreiz stark dämpfen, sind mit Vorsicht zu geniessen. Denn der Hustenstoss ist unerlässlich für den Abtransport des vermehrt produzierten Schleims aus den Bronchien.

Stört der Husten den Schlaf, ist es ratsam, vor dem Zubettgehen ein Hustenmittel einzunehmen. In einem ersten Behandlungsschritt empfehlenswert sind auch pflanzliche Heilmittel wie zum Beispiel Tees aus Spitzwegerich, Thymian, Fenchel oder Anis.

So schützen Sie sich vor Bronchitis

  • Verzichten Sie auf Zigaretten. Rauch irritiert die Bronchialschleimhaut und zerstört die feinen Flimmerhärchen auf den Zelloberflächen – beste Bedingungen für eine akute Bronchitis.
  • Halten Sie die Luftfeuchtigkeit hoch. Trockene und kalte Luft reizt die sensible Schleimhaut der Luftwege. Im Winter kann ein Luftbefeuchter helfen.
  • Waschen Sie Ihre Hände regelmässig. Das ist immer noch die einfachste und effektivste Methode, um die Ubertragung von Viren und Bakterien zu verhindern. Verwenden Sie Wegwerftaschentücher.
  • Fragen Sie Ihren Hausarzt nach einer Grippeimpfung. Besonders ältere Menschen und solche mit engem Kontakt zu Kranken – zum Beispiel Angestellte in Altersheimen, öffentlichen Verkehrsdiensten oder Spitalpersonal – profitieren davon.
  • Schützen Sie sich am Arbeitsplatz oder beim Heimwerken vor giftigen Gasen, Dämpfen und Staub. Tragen Sie einen Mundschutz, und halten Sie sich an die Sicherheitsvorschriften.
     

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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