Nicht schon wieder! Zwischen den Fingern entstehen Rötungen, die dann auch noch schuppen. Die Armbeuge beginnt zu spannen. Der Hals kratzt. Trockene Haut gehört zum Winter wie Cocktails zum Sommer. Nur bereitet sie weitaus weniger Freude. 
 

1. Warum treten die Hautprobleme vor allem im Winter auf?

Im Winter befindet sich die Haut in einem Dauerabwehrkampf. Kalte und trockene Luft strapaziert sie und nimmt ihr die Widerstandskraft. Daran liegts:  

Die Haut wird weniger durchblutet: Wenn es kalt wird, stellt unser Körper auf Sparflamme – um nicht zu viel Wärme an die Umgebung zu verlieren. Darum ziehen sich die Blutgefässe in der Haut zusammen. Infolgedessen werden die Nährstoff- und die Sauerstoffzufuhr gedrosselt. Unsere Haut wird blass und grau. Sie verliert an Widerstandskraft und erneuert sich deutlich langsamer. 

Die Talgdrüsen leisten weniger: Unser ganzer Körper ist übersät mit ihnen. Talgdrüsen scheiden bei Kälte jedoch viel weniger vom fetthaltigen Sekret aus, das unsere Haut gegen Austrocknung schützt. Der natürliche Schutzfilm wird dünner – worunter die Barrierefunktion der Haut leidet. Sie beginnt zu jucken und wird rissig. 

Trockene Luft entzieht der Haut Feuchtigkeit: Die Haut fühlt sich wohl bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Im Winter nimmt die Luft jedoch weniger Wasser auf als im Sommer. Ein Beispiel: Beträgt die Luftfeuchtigkeit Raumklima Tief durchatmen, die Luft ist rein bei 20 Grad zirka 50 Prozent, sinkt sie bei 0 Grad auf nur 26 Prozent. Infolgedessen trocknet die Haut aus. 
 

2. Wie reinige ich meinen Körper im Winter richtig? 

Wenn es draussen friert, klingt nichts verlockender als ein heisses Bad. Doch Vorsicht! Damit zerstören Sie den Schutzfilm Ihrer Haut.

Duschen: Wer seine Haut über längere Zeit warmem Wasser aussetzt, trocknet sie zusätzlich aus. Duschen Sie lieber seltener und mit lauwarmem Wasser. Nutzen Sie nach Möglichkeit seifenfreie und hautneutrale Reinigungsprodukte, da sie den natürlichen Säureschutzmantel der Haut schonen.

Baden: Wenn Sie unbedingt baden wollen, fügen Sie dem Wasser ein Badeöl als Zusatz bei. Das wirkt rückfettend und überzieht die Haut mit einem feinen Fettfilm. Dann können Sie ohne schlechtes Gewissen 15 bis 20 Minuten im warmen Badewasser entspannen. Die Wassertemperatur sollte jedoch 35 Grad nicht übersteigen. 

Wichtig: Cremen Sie Ihren Körper nach dem Duschen oder Baden sorgfältig mit einer rückfettenden Emulsion ein.

Wie oft duschen ist gesund für die Haut?

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Dr. med. Claudia Twerenbold erklärt, warum man sich nicht unbedingt täglich unter die Dusche stellen muss.

Quelle: Beobachter Bewegtbild

3. Welche Cremen schützen meine Haut? 

Im Sommer reicht eine Feuchtigkeitscreme völlig aus. Im Winter kann der hohe Wasseranteil dieser Cremen auf der Haut gefrieren. Darum braucht es Produkte mit sehr viel höherem Fettanteil. 

Ganz allgemein: Greifen Sie zu Cremen mit einer Wasser-in-Öl-Basis. Diese bilden eine schützende Barriere auf der Haut, dank der sie feuchter und kälteresistenter bleibt. Cremen Sie Ihre Haut morgens und abends nach der Reinigung sorgfältig ein – mindestens zweimal täglich. 

Für Lippen, Nase und Ohren: Diese Hautpartien sind besonders gefährdet, da sie der Kälte ausgeliefert und gleichzeitig sehr dünn sind. Ein Stift mit Sheabutter oder Perubalsam hält die Haut schön geschmeidig. Auch Vaseline kann bei Minustemperaturen das Austrocknen bei einem längeren Aufenthalt im Freien verhindern.

Juckreiz-Kratzfalle vermeiden: Bei fortgeschrittener Trockenheit fängt die Haut an zu jucken. Bitte nicht kratzen Neurodermitis Kratzen bis es blutet ! Dabei verletzen Ihre Fingernägel die Haut, die sich möglicherweise entzündet, was den Juckreiz verschlimmert. Tragen Sie lieber schnell Feuchtigkeit spendende Cremen auf – mit Wirkstoffen wie Bisabolol, Urea oder Kamille. Tipp: Bei schlimmen Fällen finden Sie Anti-Juckreiz-Lotionen in der Apotheke, die die Symptome mit betäubenden und kühlenden Mitteln lindern. 

Sonnenschutz in den Winterferien: Sie gönnen sich eine Auszeit und fahren zum Schneeschuhlaufen oder Wandern in die Berge? Vergessen Sie den Sonnenschutz nicht. Der Belastungsgrad der Sonnenstrahlen steigt mit zunehmender Höhe. Die dünnere Luft in den Bergen lässt mehr Strahlung durch. Der Schnee reflektiert die Strahlen und wirft sie zurück auf die Haut. Schützen Sie Ihre ohnehin strapazierte Haut bestenfalls mit einer Creme mit Sonnenschutzfaktor 50. 

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4. Wie stärke ich meine Haut von innen? 

Ein gesunder Lebensstil wirkt sich gut auf Ihre Haut aus: ausreichend Wasser trinken, auf Alkohol und Nikotin verzichten, genügend Bewegung und Schlaf – das wissen die meisten. Die richtige Ernährung Schöne Haut Essen Sie sich schön ist aber ebenso wichtig. Die folgenden Lebensmittel tragen zum Schutz Ihrer Haut bei: 

Zinkhaltige Nahrungsmittel: Dieses Spurenelement fördert die gesunde Hauterneuerung und beugt trockener Haut vor. Sie füllen Ihre Zinkspeicher etwa mit Roggen- und Weizenkeimlingen, Kürbis- und Sonnenblumenkernen. Aber auch mit Haferflocken und Linsen. 

Lebensmittel mit hohem Biotin-Gehalt: Vitamin B7 , auch Biotin genannt, unterstützt die Lipidbarriere der Haut und sorgt für eine bessere Hautfeuchtigkeit. Eigelb, Spinat, Milchprodukte, Nüsse, Lachs und Hering weisen hohe Mengen an Vitamin B7 auf. 

Orangefarbenes Obst und Gemüse: Vitamin A beugt als Antioxidans Hauttrockenheit und -alterung vor. Es ist enthalten in gelbroter Paprika, Karotten, Sanddorn und Aprikosen. 

Ungesättigte Fettsäuren: Nicht nur Cremen enthalten wertvolle Fette, die die Hautwand stabilisieren. Besonders wirkungsvolle Omega-3-Fettsäuren Omega 3 Fisch auf den Tisch! finden Sie beispielsweise in Lachs, Brennnesselsamen, Ciasamen und Leinöl. So füllen Sie die hauteigenen Lipidvorräte von innen auf. 

Eisen: Das Spurenelement trägt dazu bei, Zellen und Organe ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Bei Eisenmangel Ernährung Speisen mit Eisen wird die Haut blass und trocken. Fleischprodukte, aber auch Hirse, Bohnen, Petersilie oder bestimmte Pilzarten tragen viel Eisen in sich. 

Wie Halten Sie Ihre Haut im Winter geschmeidig? Lassen Sie es andere Leserinnen und Leser in den Kommentaren wissen.

5. Wie vermeide ich trockene Heizungsluft? 

In den eigenen vier Wänden oder im Büro ist es angenehm warm – und erschreckend trocken. Die Heizung erwärmt die ohnehin trockene Aussenluft und entzieht ihr somit noch mehr Feuchtigkeit. Infolgedessen werden die Augen rot, beginnen zu brennen oder zu jucken. Die Nase trocknet aus, was die Wahrscheinlichkeit von Infektionen erhöht. Und – Sie ahnen es bereits – die Haut trocknet aus. Das können Sie dagegen tun: 

Mit Wasser gefüllte Schale auf die Heizung stellen: Damit verdunstet das Wasser und gelangt in die Raumluft – die Luft wird feuchter. Problem: Diese Schalen sind ein Aufzuchtbecken für Bakterien. Reinigen Sie sie darum täglich. 

Luftbefeuchter verwenden: Ein Luftbefeuchter kann zu einem besseren Hautbild beitragen. Doch Vorsicht: Die meisten Modelle erhöhen ebenso die Bakterienkonzentration in der Raumluft. Verdampfer verbreiten zwar kaum Keime, sind aber energetisch ungünstig. Putzen Sie Ihren Befeuchter regelmässig und nutzen Sie stets sauberes Wasser – um saubere Luft zu gewährleisten.

Zimmerpflanzen gegen Trockenheit: Wenn Sie Ihre Pflanzen giessen, verdunstet das Wasser in die Raumluft. Am meisten bringen Pflanzen Wohnklima Pflanzen gegen dicke Luft , die viel Wasser verbrauchen, etwa Palme, Ficus oder Grünlilie.

Achtung: Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht über 50 Prozent liegen. Dann kann Schimmel entstehen , Hausstaubmilben fühlen sich besonders wohl – und Ihre Gesundheit ist in Gefahr. Kaufen Sie sich nach Möglichkeit einen Luftfeuchtigkeitsmesser, um sowohl trockene als auch zu feuchte Luft zu vermeiden. 

6. Welche Kleidung ist am besten? 

Auch die richtige Kleidung hilft Ihnen dabei, sich in der eigenen Haut wohlzufühlen.  Zu enge Kleidung, kratzige Anhänger und Etiketten sowie dicke Nähte strapazieren sie dagegen. Tragen Sie atmungsaktive, lockere Kleidung Joggen im Winter Gegen Wind und Wetter geschützt – etwa aus Baumwolle. Damit bekommt Ihre Haut mehr Luft und schwitzt langsamer.

Führt Lichtmangel zur Winterdepression?

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Dr. Claudia Twerenbold erklärt, welchen Einfluss Lichtmangel auf unsere Psyche hat.

Quelle: Beobachter Bewegtbild

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