Kriminelle kapern jetzt Ihre Google-Treffer
Wir vertrauen Google: Was ganz oben steht, muss relevant und sicher sein. Doch Kriminelle nutzen genau dieses Vertrauen gezielt aus.

Veröffentlicht am 23. Januar 2026 - 12:07 Uhr

Der Einstieg ins Internet birgt Tücken: Auch wer nach bekannten Adressen sucht, kommt nicht immer dort an, wo er hinwollte (Symbolbild).
Für die meisten Internetnutzer ist der Weg ins Netz fest vorgezeichnet: Browser öffnen, Suchbegriff eingeben, klicken. Suchmaschinen wie Google gelten als verlässliche Wegweiser im digitalen Dschungel.
Wir gehen davon aus, dass die Algorithmen die Spreu vom Weizen trennen und an oberster Stelle nur geprüfte, relevante Inhalte anzeigen. Doch genau dieses Grundvertrauen machen sich Hacker jetzt zunutze.
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) warnt vor einer neuen Betrugsmasche, bei der Hacker existierende Websites kapern, um deren gute Reputation für ihre Zwecke zu missbrauchen.
Verwirrung in der Trefferliste
Das Szenario, das dem BACS in den letzten Wochen vermehrt gemeldet wurde, läuft meist gleich ab: Ein Nutzer sucht nach einer ihm bekannten oder seriös erscheinenden Website – etwa dem lokalen Sportverein, einem Handwerksbetrieb oder einem Blog. In der Ergebnisliste der Suchmaschine erscheint die Site auch prompt mit dem korrekten Titel.
Bei genauerem Hinsehen sind aber Unstimmigkeiten in der kurzen Textvorschau unter dem Titel zu erkennen. Statt einer sinnvollen Beschreibung finden sich dort oft kryptische Zeichenfolgen, zusammenhanglose Wörter oder inhaltlich irreführende Sätze, die nichts mit dem eigentlichen Thema der Website zu tun haben.
Wer dennoch klickt, landet nicht beim erwarteten Sportverein, sondern wird sofort auf eine betrügerische Website weitergeleitet – oft Gewinnspiele, Kryptobetrug oder Phishingfallen.
Die unsichtbare Weiche
Die manipulierten Websites unterscheiden zwischen den Besuchern. Die eingeschleuste Schadsoftware prüft bei jedem Zugriff im Hintergrund sofort die Herkunft des Nutzers.
Wer die Adresse der Website direkt in den Browser eintippt, etwa «www.beispielverein.ch», bekommt die reguläre, unveränderte Seite zu sehen. Da Sitebetreiber ihre eigene Website meist auf diesem Weg oder über Lesezeichen aufrufen, schöpfen sie keinen Verdacht.
So erkennen Sie die Falle vor dem Klick
Anders sieht es aus, wenn der Zugriff über eine Suchmaschine erfolgt. Der Browser übermittelt beim Klick automatisch eine Herkunftsangabe. Wenn die Schadsoftware anhand dieser Daten erkennt, dass der Besucher von Google kommt, wird die Weiche gestellt: Statt der Vereinssite erscheint sofort die Weiterleitung auf das betrügerische Angebot.
Auch Google wird getäuscht
Damit der Betrug funktioniert, müssen die Kriminellen auch die Suchmaschine selbst überlisten. Google durchsucht das Netz ständig mit automatisierten Programmen, sogenannten Bots, um sein riesiges Inhaltsverzeichnis des Internets aktuell zu halten.
Die Hackerprogramme erkennen den Suchroboter von Google an seiner digitalen Visitenkarte. Sobald sich der Roboter als Googlebot ausweist, wird ihm die manipulierte Site präsentiert.
Google speichert diese falschen Informationen in seinem Verzeichnis ab. Da die gehackten Sites oft eine gute Reputation haben, landen die gefälschten Einträge in der Trefferliste weit oben. Und weil wir bekannten Namen und guten Platzierungen vertrauen, klicken wir fast automatisch darauf.




