Diese Regeln gelten für Powerbanks im Flugzeug
Weil die Powerbank eines Passagiers in Brand geriet, musste ein Lufthansa-Flugzeug notlanden. Um genau solche Zwischenfälle zu verhindern, hatten im Frühling weltweit Fluggesellschaften die Vorschriften für mobile Akkus verschärft.

Wegen einer brennenden Powerbank musste ein Lufthansa-Jet notlanden.
Ein Flugzeug der Lufthansa musste am Abend des 26. September 2026 notfallmässig in Lyon (F) landen. Die Powerbank eines Passagiers hatte auf dem Flug von Frankfurt nach Lissabon Feuer gefangen. Die Kabinencrew reagierte rasch und sicherte das brennende Gerät in einer Brandschutztasche.
Aus Sicherheitsgründen leitete die Cockpitcrew eine Notlandung ein, wie eine Lufthansa-Sprecherin gegenüber RTL bestätigte. Lufthansa bedauerte den Vorfall, betonte aber, dass die Sicherheit der Passagiere und der Crew an oberster Stelle stehe. Die Passagiere der betroffenen Maschine verbrachten die Nacht im Hotel und konnten ihre Reise nach Lissabon am Folgetag fortsetzen.
Seit März gelten verschärfte Regeln
Wegen der hohen Feuergefahr von Powerbanks hat die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) im März dieses Jahres die Regeln für Passagiere weltweit verschärft. So dürfen auch an Bord von Swiss- und Edelweiss-Flugzeugen Handys, Tablets und andere elektronische Geräte nicht mehr mit einer Powerbank geladen werden. Zudem darf man nur zwei der mobilen Ladegeräte im Handgepäck mitführen. Im aufgegebenen Gepäck sind sie ohnehin verboten. Elektronische Geräte können also nur noch über die Stromversorgung des Flugzeugs geladen werden – sofern es am Sitzplatz eine Steckdose oder einen USB-Anschluss hat.
Ausserdem verbieten die beiden Schweizer Airlines ihren Fluggästen, Powerbanks in den Gepäckfächern über den Sitzen zu verstauen. Stattdessen müssen die Akkus im Fussraum oder in der Tasche der Rückenlehne des Vordersitzes liegen oder möglichst nah am Körper. Also dort, wo ein Feuer früh auffällt. Welche Regeln bei anderen Fluganbietern gelten, sollten Reisende vorgängig auf deren Website überprüfen.
Hatten Sie auch schon unangenehme Erfahrungen mit Akkus? Erzählen Sie uns davon in der Kommentarspalte.
Der Luftfahrtexperte Hansjörg Bürgi erachtet diese Regeln als sinnvoll. Wenn die Powerbanks während des Transports beschädigt werden, können sie in Brand geraten. «Was man an Bord eines Fliegers nicht will, ist ein Feuer», erklärt er. Im schlimmsten Fall führe der Brand zu einem Absturz, «im besten Fall zu einer Notlandung».
Die Risiken von Powerbanks
Zwar gelten Lithium-Ionen-Batterien als sicher. Manche Powerbanks sind vom Dauereinsatz jedoch beeinträchtigt, andere wurden zu oft fallen gelassen und beschädigt. Oder sie stammen aus dubioser Billigproduktion. Solche Batterien können schlagartig in Brand geraten und lassen sich nur schwer löschen. Die Folge: bis zu 1500 Grad heisse Flammen und giftige Gase. Besonders perfid ist die Gefahr einer Kettenreaktion, bei der sich benachbarte Batteriezellen noch 20 Minuten später entzünden und sogar explodieren können, wie der «Spiegel» schreibt. «Diese Batterien sind wie kleine Kraftwerke», erklärt Luftfahrtexperte Bürgi.
Die Powerbanks zählen an Flughäfen deshalb zu den sogenannten Dangerous Goods, den gefährlichen Gegenständen. Wenn Fluggäste die Geräte nicht korrekt verstauen oder mehr von ihnen mitführen als erlaubt, werden sie vom Sicherheitspersonal beschlagnahmt. Im Jahr 2024 wurden am Flughafen Zürich rund 140’000 Gefahrengüter aus dem aufgegebenen Gepäck und nochmals 40’000 aus dem Handgepäck sichergestellt. Über die Hälfte dieser Geräte waren Batterien, Akkus und Powerbanks.
Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals am 23. Juli 2026 veröffentlicht und am 28. September 2026 aktualisiert.
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