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SerafeDas sollten Sie zur Gebühr wissen

Ab 1. Januar 2019 zahlen Haushalte 86 Franken pro Jahr weniger für den Medienkonsum. Das ist nicht die einzige wichtige Änderung.

Ab 2019 fällt die Meldepflicht für die Radio- und Fernsehgebühren weg.
von
aktualisiert am 24. Januar 2019

Update vom 24. Januar 2019

  • Wer eine falsche Rechnung erhalten hat, soll sich nun doch nicht bei der Gemeinde melden – sondern direkt bei Serafe.

Im Jahr 2019 verschwindet ein Name, der in den letzten Jahren für höchst emotionale Debatten gesorgt hat: Billag. Die Inkassofirma, noch bis Ende Jahr zuständig für das Einkassieren der Radio- und Fernsehgebühren, wird abgelöst von der Serafe AG – der Schweizerischen Erhebungsstelle für die Radio- und Fernsehabgabe.

Das Geld, das die Serafe einfordert, fliesst zum grössten Teil zur SRG, die damit das Programmangebot in allen Schweizer Sprachregionen finanziert. Sechs Prozent gehen an lokale Radio- und Fernsehveranstalter.

Neben der Inkassofirma ändert auch der Preis: Private zahlen für den Radio- und Fernsehempfang nicht mehr 451, sondern 365 Franken pro Jahr. Die Rechnung erhält man unabhängig davon, ob man ein empfangsbereites Gerät hat oder nicht: Grundsätzlich muss jeder Haushalt und jede Firma die Gebühr zahlen. Doch es gibt Ausnahmen.

Fragen und Antworten zur Radio- und Fernsehabgabe

Bin ich weiterhin verpflichtet, mich für die Abgabe anzumelden?
Nein. Die Meldepflicht fällt weg. Neu erhalten alle Haushalte automatisch eine Rechnung (siehe «Wie erfolgt die Rechnungsstellung?»). Auch Adressänderungen muss man nicht mehr mitteilen. Die Serafe bekommt die Adressen von den Einwohnerkontrollen.

Ich habe nur ein Radio, aber keinen Fernseher. Muss ich trotzdem 365 Franken zahlen?
Ja. Die Abgabe hängt nicht mehr vom empfangsbereiten Gerät ab, sondern vom Haushalt. Deshalb entfällt diese Unterscheidung.
 

Ich habe keinerlei Geräte. Schulde ich den Betrag trotzdem?
Nein, in diesem Fall müssen Sie nichts zahlen. Allerdings gilt diese Befreiungsmöglichkeit nur bis Ende 2023. Voraussetzung ist, dass Sie keine elektronischen Medien empfangen können, somit weder Radio, Fernseher, Autoradio, Smartphone, Computer noch Tablet haben.

So gehen Sie vor: Warten Sie die Rechnung ab. Reichen Sie dann mit einem Formular der Serafe ein entsprechendes Gesuch ein, und zwar für jede Abgabeperiode neu. Wenn Sie später ein Gerät anschaffen, sind Sie verpflichtet, das sofort zu melden. Das Bundesamt für Kommunikation kann befreite Haushalte kontrollieren.
 

Ich sehe mir nur ausländische Programme an. Muss ich auch zahlen?
Ja. Die Abgabe ist geschuldet, unabhängig davon, welche Programme Sie schauen.

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Mehr zur Radio- und Fernsehgebühr bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Welche Daten fliessen von den Einwohnerkontrollen zur Serafe? Müssen auch Untermieter eine Abgabe zahlen? Und können Rechnungen künftig auch in Raten und zu welcher Frist bezahlt werden? Mitglieder von Guider sowie Abonnenten des Beobachters erhalten weitere Infos dazu im Merkblatt «Radio- und Fernsehgebühr (Serafe)».

Ich beziehe Ergänzungsleistungen. Was gilt?
Haushalte mit Personen, die jährliche Ergänzungsleistungen zu AHV und IV beziehen, müssen die Abgabe nicht entrichten Ergänzungsleistungen Sind wir von den Radio- und TV-Gebühren befreit? . Dazu müssen Betroffene aber ein Gesuch stellen. Neu ist eine rückwirkende Befreiung möglich, maximal fünf Jahre zurück (aber nicht rückwirkend auf die Zeit vor 2019). Ebenfalls keine Abgabe entrichten taubblinde Personen, die allein in einem eigenen Haushalt leben. Für Personen, die Sozialhilfe beziehen Sozialhilfe Beantragen – Welche Rechte habe ich? , gibt es dagegen keine Befreiung.
 

Muss ich als Wochenaufenthalterin auch eine Abgabe leisten?
Nein. Man zahlt nur für den Hauptwohnsitz.
 

Meine Mutter lebt im Altersheim. Muss sie noch bezahlen?
Nein. Wer in einem Kollektivhaushalt lebt, zahlt nicht individuell. Das Heim zahlt – 730 Franken pro Jahr. Als Kollektivhaushalte gelten zum Beispiel Alters-, Pflege-, Wohn-, Erziehungs- oder Studentenheime, Internate, Klöster, Asylunterkünfte, Strafanstalten.
 

Muss ich für meine Ferienwohnung, die ich auch vermiete, weiterhin zahlen?
Nein. Mit Ihrer regulären Haushaltsabgabe ist alles bezahlt. Nur wenn Sie mit dem Vermieten einen Umsatz von über 500'000 Franken erzielen, schulden Sie die Firmenabgabe (siehe nachfolgende Frage).
 

Ich habe eine kleine Schreinerei und habe bis jetzt eine gewerbliche Gebühr entrichtet. Was ändert sich für mich?
Firmen mit einem Jahresumsatz unter 500'000 Franken zahlen gar nichts mehr. Wenn Sie darüberliegen, zahlen Sie je nach Umsatz – zum Beispiel 365 Franken bei einem Umsatz bis zu einer Million. Bei den Firmen stellt nicht die Serafe Rechnung, sondern die Eidgenössische Steuerverwaltung, gestützt auf die Umsatzzahlen des Vorjahres.

Wie erfolgt die Rechnungsstellung?
Grundsätzlich jährlich. Doch 2019 ist ein Übergangsjahr mit gestaffelter Fakturierung, damit die Serafe ab 2020 Jahresrechnungen verschicken kann – verteilt übers ganze Jahr. Dabei werden die Haushalte nach Zufallsprinzip in zwölf Abrechnungsgruppen eingeteilt. Beispiel: Ein «März-Haushalt» erhält im Januar 2019 eine Teilrechnung für Januar und Februar 2019. Im März folgt dann die Rechnung für März 2019 bis Februar 2020.

Was tun bei einer falsch adressierten Rechnung?

Bei der Schweizerischen Erhebungsstelle für die Radio- und Fernsehabgabe (Serafe) sind beim Versand der Rechnungen für die Radio- und Fernsehgebühren Anfang des Jahres teilweise Fehler passiert. Entweder sind die Rechnungen an falsche Adressen gelangt (zum Beispiel trotz korrekt gemeldetem Umzug) oder es sind Haushaltsmitglieder aufgeführt, die in der Nachbarswohnung leben.

Anders als anfänglich von der Serafe kommuniziert, sollen sich Betroffene nun doch nicht an die Einwohnerkontrolle ihrer Gemeinde wenden – sondern direkt bei der Serafe melden Serafe Für Kunden kaum erreichbar . Das haben die Serafe, das Bundesamt für Kommunikation sowie der Verband Schweizerischer Einwohnerdienste gemeinsam beschlossen. Die Serafe wird die Informationen zu den Adressen der Kunden dann an die entsprechenden Gemeinden weiterleiten. Ziel ist es, die Einwohnerdienste zu entlasten. Diese wurden in den vergangenen Tagen und Wochen sehr stark beansprucht durch Fragen rund um die Serafe, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heisst.

Die Betroffenen müssen die (erste) fehlerhafte Rechnung nicht zahlen und können auf die korrigierte warten. «Einen ersten Mahnlauf aktivieren wir erst, wenn die Probleme gelöst sind», versichert Erich Heynen, Mediensprecher von Serafe. Um die Qualität der Rechnungsadressen zu verbessern, haben die Serafe und das Bakom vereinbart, dass die Kantone im Februar 2019 sämtliche relevanten Daten aus den Einwohnerkontrollen an die Serafe melden.

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14 Kommentare

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schneiter
Ich bin verzweifelt, ich habe mich abgemeldet per ende Januar 2019, Am 16. Januar habe der Serafe per Mail alles geschrieben, wie ich den Januar noch bezahlen kann und wie ich später zur Mwst komme ist es soweit. Gelesen Bestätigung habe ich erhalten, eine Woche später habe wieder ein Mail gemacht da inzwischen eine Rechnung für 11 Monate gekommen ist, auch hier habe ich eine Lesebestätigung erhalten. Bis heute keine Antwort und versucht zu telefonieren, unmöglich.

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fussballerin
Meldete mich für ejne Anfrage bei serafe. Zwei Mails blieben unbeantwortet. Telefon nimmt Niemand ab. Was ist das für ein Servive?? Telefon wie auch Mailkontakt sind angegeben, weshalb nur arbeitet da Niemand? -Müsste dringend und sofort überprüft werden..!

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justsomeone
Müssen wir die kürzlich erhaltenen SERAFE Gebührenrechnungen bezahlen für unsere beiden bisher getrennt geführten Haushalte, wenn wir ab nächster Woche unsere beiden Wohnungen an einem neuen Ort zusammenlegen ? Können wir dann nicht abwarten, bis die Einwohnerkontrolle unsere Adressmutation an SERAFE weitergeleitet hat ? Dass eine nachträgliche Rückerstattung durch SERAFE klappt, bezweifle ich sehr. Telefonisch dort durchzukommen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auch auf e-mail Antwort von info@serafe.ch wartet man vergebens !

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derpeter
was ist den das für eine Schweinerei wie kann ein Land wie die Schweiz einfach eine Gebühr für alle entscheiden ohne eine rechtliche handhabe ferner heben sie alle Grundrechte und die Demokratie auf wie kann jemand eine Gebühr für etwas verlangen was veraltet und überflüssig ist das ist ja Moderne Wegelagerei im 21 Jahrhundert ich habe nichts unterschrieben und so weigere ich mich fernsehn gebühren zu zahlen weil ich zahle schon Swisscom und eine weitere Gebühr ist nicht angebracht !!!!! ich ziehe notfalls bist zum Obergericht seinen Bürgern so unverschämt in die Tasche zu greifen spottet jeder Beschreibung peter schomber
schwachsinn
Hast'dNagel auf n'Kopf getroffen. Swisscom erbringt eine Dienstleistung die vertraglich abgeschlossen wurde. Nun wird man aber, durch eine ungerechtfertigte und nicht mehr zeitgemaesse Abgabe der Serafe, zusaetzlich zur Kasse gebeten. Sauerei!
sendmewhat
Der Bürger bezahlt für die Geldverschwendung der SRG. Was allen Grundsätzen einer Geschäftsführung widerspricht, wird dem Bürger abgewälzt. So erübrigen sich Haftbarkeiten... Noch lange ist nicht jeder medienverrückt und mobilesüchtig; doch an diesen Individuen misst sich die SRG, um ihre Nötigkeit zu rechtfertigen. Sicher hat sie für die Randregionen eine wichtige Bindungsfunktion, welche sie auch wahrnimmt, doch wie wurde uns zum Erhalt der Verschwendsucht schwarzgemalt, was mit weniger Geld nicht mehr gehen würde... Weshalb braucht ein öffentlich-rechtlicher Sender Millionengewinnshows und dergleichen? Auch die Radiolandschaft ist eine traurige Angelegenheit. Man könnte irgendeinen Sender auch rückwärts anhören, es änderte sich nichts an der mangelnden Vielfalt. Verbietet den Moderatoren bitte, uns täglich zu erzählen, es gebe Wetter um ihr Studio herum. Das haben alle Menschen zuhause auch. Weshalb wird krampfhaft versucht, mit Zwangsabgaben Medienformen zu erhalten, welche sich mit der Zeit selbst abschafften? Das neue Fernmeldegesetz widerspricht übrigens den Grundsätzen unserer Bundesverfassung und was dem Bürger als solidarischen Beitrag verkauft wird, ist in der Verteilung höchst unsolidarisch.

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