Nicht weniger als 28 Prozent der Umweltbelastung in der Schweiz gehen auf das Konto der Ernährung. Wie wählt man seine Lebensmittel also umsichtig? Die Schweizer Umweltorganisation Biovision nennt fünf Pfeiler, die für eine intakte Umwelt notwendig sind: Es müssen klimaschädigende Gase mit einberechnet werden, wenn ein Lebensmittel hergestellt und transportiert wird. Ebenso die verbrauchten Ressourcen, die ausgelöste Verschmutzung und der Einfluss auf die Artenvielfalt. Hinzu kommen die sozialen Bedingungen, unter denen das Produkt entstand. Das Wohl der Tiere Fleisch essen Welche Tierwohl-Label gut sind zählt dazu.

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Rind- und Schweinefleisch

Fleisch ist bei der Ernährung für die höchste Umweltbelastung verantwortlich. 33 Prozent werden ihm angerechnet.

Ein Problem ist der Verbrauch von Land: Der Anbau von Futter und die Tierhaltung selbst benötigen sehr viel Ackerfläche. Hinzu kommen mangelhaftes Tierwohl und klimaschädliche Gase Neuer Futterzusatz für Kühe Klimafreundlicher rülpsen und furzen , vor allem bei Rindern. Nutztiere beeinflussen weltweit das Klima stärker als der gesamte Verkehr, zeigt ein Bericht der Welternährungsorganisation. Rindfleisch belastet die Umwelt dreimal so stark wie etwa Pouletfleisch. Und 18-mal so stark wie Linsen.

Was tun?

  • Ein Uno-Report fordert, den Fleischkonsum in Europa zu halbieren. Für die Schweiz hiesse das: noch 25 Kilo pro Person und Jahr, also rund 500 Gramm pro Woche. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt übrigens 300 Gramm pro Woche – aus gesundheitlichen Gründen.
  • Unter Essenmitherz.ch hat der Schweizer Tierschutz die tierfreundlichsten Labels aufgelistet. Grundsätzlich gilt: Bei Bio Suisse und Demeter darf Rindern nur sehr wenig Kraftfutter verfüttert werden, und sie müssen im Stall genügend Platz haben.
  • Vegane Alternativen, zum Beispiel aus Erbsenprotein, schneiden bei der Umweltbelastung bedeutend besser ab als ihr tierisches Pendant.

Poulet

Poulet belastet die Umwelt weniger als andere Fleischsorten. Doch auch Hühner erhalten Kraftfutter, das im Ausland meist mit viel Dünger und Pestiziden angebaut wurde. Und: Das Pouletfleisch, das wir in der Schweiz verspeisen, stammt zu einem Drittel aus Brasilien, wo engste Massentierhaltung und viel Kraftfutter üblich sind. Aber auch in der Schweiz haben die wenigsten Tiere Auslauf auf grünen Wiesen. Masthühner in konventioneller Haltung sehen während ihres ganzen kurzen Lebens den Himmel nicht.

Was tun?

  • Auf Poulet der Labels KAG Freiland und Bio Suisse setzen, sie haben strengere Auflagen zur Haltung als in der konventionellen Landwirtschaft.
  • Öfter Suppenhuhn statt Poulet essen. Das Fleisch stammt nicht von Masthühnern, sondern von Legehennen und wird auch oft für Geflügelwienerli oder -charcuterie verwendet.
  • Auch Güggeli sind eine gute Alternative, am besten von Demeter. Denn männliche Küken dürfen auf Demeter-Höfen nicht vergast werden Vergaste Küken Der Hahn, der niemals kräht .

Milch, Käse, Butter

Milchprodukte verursachen acht Prozent der Umweltbelastung durch Ernährung. Damit sie in der Schweiz nachhaltig produziert werden könnten, müsste der Milchkonsum gemäss Greenpeace von heute 112 auf 33 Kilo pro Jahr sinken. Das wären noch sechs Deziliter Milch pro Woche. Das entspricht 120 Gramm Butter oder 50 Gramm Hartkäse.

Was tun?

  • Reduzieren. Und auf Labels wie Demeter, Bio Suisse oder IP-Suisse Wiesenmilch setzen, die die strengsten Tierwohl- und Nachhaltigkeitsrichtlinien erfüllen.
  • Bei Käse auf Schweizer Produktion Die Marke Schweiz Welche Produkte dürfen mit «Swiss made» werben? achten. Die Tierhaltebedingungen in der EU sind lascher als in der Schweiz. Milchkühe sehen kaum Tageslicht und sind oft im Stall angebunden.
  • Von der Nachhaltigkeit her die beste Alternative ist Hafermilch, sie ist um 70 Prozent klimafreundlicher als Kuhmilch.
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Früchte und Gemüse

Je vier Prozent der Umweltbelastung durch Ernährung werden Früchten und Gemüse zugerechnet.

Was tun?

  • Wenn man Früchte und Gemüse saisonal Saisonal einkaufen Wann ist welches Gemüse reif? und regional einkauft, ist das schon ziemlich nachhaltig. Noch besser ist Bio – und wenn man auch seltene Sorten berücksichtigt. Das schützt Böden, Gewässer und die Artenvielfalt.
  • Fairere Geschäftspraktiken garantieren das Fair-Trade-Label, auch soziale Importeure wie Claro Fair Trade oder Gebana Fairtrade Bauern sollen mehr verdienen . Ebenso verspricht die Bio-Knospe umweltschonenden Anbau und bessere Bedingungen für Produzierende.
  • Verzichten, wenn etwas mit dem Flugzeug hierherkam. Lufttransport kann die Klimabilanz um das 20-Fache verschlechtern.
  • Wer im Winter auf frische Tomaten nicht verzichten kann, kauft aus Umweltsicht besser Importe aus Spanien. Ein fossil geheiztes Gewächshaus in der Schweiz verursacht zehnmal so viel CO2.
  • Bananen und Zitrusfrüchte aus Übersee kommen meist in Containerschiffen. Sie sind nicht wirklich sauber, verursachen durch die grosse Menge aber relativ wenig CO2 pro Furcht. Eine Autofahrt zum Supermarkt ist belastender als ein Kilogramm aus Argentinien importierter Früchte. Jedoch wird in den Anbauländern oft intensiv gedüngt und gespritzt. Zudem sind Arbeiterinnen und Arbeiter oft schlecht geschützt.

Kaffee und Schokolade

Kaffee Koffein 10 Fakten zu Kaffee und Schokolade vereinen mit 15 Prozent eine relativ grosse Umweltbelastung auf sich – zumal sie nicht überlebenswichtig sind. Hinzu kommt, dass auf Plantagen Kinderarbeit üblich ist und die Löhne sehr gering sind. Selbst das Fair-Trade-Label, so der senegalesische Ökonom Ndongo Samba Sylla, kann keine vollends faire Geschäftsbeziehung garantieren.

Was tun?

  • Kaffee und Schokolade bevorzugen, die bereits im Anbauland geröstet respektive hergestellt wurden. Das stärkt die dortige Wirtschaft. Solche Produkte, die auch mit Bio- oder Fair-Trade-Label versehen sind, gibt es etwa bei Gebana oder bei Claro.

Warum ist Bio so viel teurer?

Bioprodukte werden in den Läden um satte 48 Prozent teurer verkauft als konventionell hergestellte. Das zeigt die Warenkorbanalyse des Bundes. Die Detailhändler machen dafür vor allem den Aufwand verantwortlich, den die getrennten Warenflüsse von konventioneller und biologischer Ware mit sich bringen. Weitere Gründe seien die kleineren Mengen und die Zertifizierungs- und Lizenzgebühren.

Rechtfertigt das den hohen Aufschlag? Da die Detailhändler ihre Margen unter Verschluss halten, lässt sich das nicht genau feststellen. Untersuchungen zeigen jedoch, dass von den höheren Preisen im Supermarkt nicht so viel bei den Bioproduzierenden landet, wie sich das wohl manche Konsumentinnen und Konsumenten vorstellen.

Was tun?

  • Schwierige Frage. Labelprodukten den Rücken zu kehren, ist im Hinblick auf Tierwohl, Umwelt und Produzierende keine Lösung. Denn damit würde man genau ihnen am meisten schaden – und nicht etwa dem Detailhandel.

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